Kaufland

Millionenstrafe – Kaufland hat es voll erwischt !

Millionenstrafe gegen Kaufland –  Lieferantenverträge schon länger in Polen auf dem Prüfstand.

Kaufland in Mittel-Osteuropa

Schon des öfteren haben wir über die Maßnahmen der polnischen Behörden gegenüber internationaler Handelsunternehmen berichtet. Offensichtlich sind die Gesetzeshüter sehr daran interessiert an den guten Erträgen von Kaufland, Biedronka und co. ein weiteres mal zu partizipieren.

Millionenstrafe: Demzufolge brummt die polnische Wettbewerbsbehörde Kaufland Strafzahlungen in Höhe von fast 140 Mio. polnischen Zloty auf, umgerechnet sind das rund 30 Mio. Euro. Damit straft die Behörde illegale Einkaufspraktiken und Fehler bei der Preisauszeichnung ab. Ob Kaufland dagegen Rechtsmittel einlegt, ist noch nicht bekannt. Aber eines steht fest, der agile Kaufland CEO Frank Schumann wird schäumen vor Wut und nichts unversucht lassen.

Die Behörden prüfen schon länger auf Preisbildungen oder die Einkaufsbedingungen verschiedener Handelsunternehmen

Urząd Ochrony Konkurencji i Konsumentów, kurz UOKiK genannt, ist die polnische Wettbewerbsbehörde, die den Präsidenten des Amts für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz bedient, ein Zentralorgan des polnischen Staatsapparates ist, und das gemäß dem Gesetz vom 16. Februar 2007 über Wettbewerbs- und Verbraucherschutz handelt. Konkret geht es unter anderem darum, dass Kaufland in Polen bei Verhandlungen mit Lieferanten Konditionen für das neue Jahr erst nach Beginn des Vertragszeitraums festgelegt hat. Die Vertragspartner wussten also offensichtlich nicht, zu welchen Konditionen sie ihre Waren geliefert hatten.

Die Behörde prüft schon länger auf Preisbildungen oder auf Einkaufsbedingungen verschiedener Handelsunternehmen, Dazu gehören auch Firmen wie Biedronka. Biedronka ist eine polnische Lebensmittelkette, die zur international tätigen portugiesischen Unternehmensgruppe Jerónimo Martins gehört. Mit 3130 Filialen und über 70.500 Beschäftigten war Biedronka im Jahr 2018 die größte Supermarktkette und das zweitgrößte Unternehmen in Polen. Hier wurde bereits eine Millionenstrafe verhängt.

Gegen Kaufland wird schon seit ca. Juni ermittelt. Hierbei geht es um Verzögerungen von Jahresverträgen mit Herstellern. Hier war und ist das Risiko für die Herstellerfirmen, dass bereits ausgeführte Lieferungen und damalige Verträge,  rückwirkend zum 1. Januar zu schlechteren Bedingungen zur Abbuchung kommen sollen. Auch gab es Zweifel wegen nachträglicher Preisnachlässe. Für Kaufland  hat dieses Vorgehen nun nicht nur eine Ermahnung zur Folge. Die polnische Behörde verlangt jetzt von Kaufland in zwei separaten Verfahren, Strafgelder in Höhe von umgerechnet rund 30 Millionen Euro. Insgesamt waren 72 Lieferanten wohl davon betroffen. 

Vertragsverhältnisse von Unternehmen und auch anderen öffentlichen Institutionen stehen durch die Corona-Pandemie weltweit auf dem Prüfstand

Die Vertragsverhältnisse von Unternehmen und auch anderen öffentlichen Institutionen stehen durch die Corona-Pandemie weltweit auf dem Prüfstand. Logistik und Lieferketten geraten aus dem Gleichgewicht, Umsätze gehen zurück und ganze Industriezweige müssen die Produktion einstellen oder Kurzarbeit anmelden.

Aus diesem Grund werden überall die bestehenden Verträge , Rechte und Pflichten der Lieferanten, Hersteller und auch Leistungsbezieher genauer unter die Lupe genommen, auch zum Schutz und im Interesse der Unternehmen. Auch ein Grund der immer mehr Überprüfungen von Lieferantenverträgen oder Preisen, ist die weiterhin hohe Teuerungsrate in Polen von zuletzt ca. 7,8 Prozent. Dadurch sind auch die Produktionskosten sprunghaft angestiegen. Auch spürt die Landwirtschaft in Polen nun den Kostendruck.

Nicht nur in Polen werden aktuell Preise und Verträge stärker kontrolliert, sondern auch in anderen Ländern. Durch die UTP- Richtlinie, die im Mai letzten Jahres beschlossen ist, sollen generell Erzeugerunternehmen in der Lebensmittelbranche besser geschützt sein. Unfaire Praktiken oder Bedingungen bei Lieferverträgen sind im Focus. Das Gesetz setzt jedoch die Richtlinie (EU) 2019/633 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 (UTP-Richtlinie) um und enthält zahlreiche neue Regelungen für Unternehmen der Lebensmittelbranche.

Was haltet ihr von dieser ganzen Entwicklung? Bitte schreibt uns indes auf Supermarkt Inside oder bei Facebook.

 

Fotos: Archiv Supermarkt-Inside 

 

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