Kaufland

Kaufland schluckt Real-Filialen

Kaufland gibt richtig Gas

Kaufland hat sich viel vorgenommen. Mit der Übernahme von 101 Real-Filialen will Kaufland seine Präsenz im Lebensmittelhandel weiter ausbauen. Aber wenn sich einer auf der Großfläche auskennt, dann ist es der Discount-Riese. Sobald das Bundeskartellamt sein OK für die Übernahme gegeben hat, sollen die Umbaumaßnahmen beginnen. Der Neckarsulmer hat sich hier eine echte Mammut-Aufgabe vorgenommen. Die Zeit sitzt ihm im Nacken. Denn die Läden müssen so schnell wie möglich unter neuer Flagge wieder eröffnet werden. Der Zeitplan sieht vor, dass ab Herbst jede Woche ein Markt umgebaut wird. Die Fertigstellung ist für 2022 geplant. Diese Zeit-Vorgabe ist ein echter Kraftakt für alle Beteiligten. Allen voran für die Koordinatoren und Ladenbauer.

Das Kartellamt hat das letzte Wort

Alle Augen sind momentan auf das Bundeskartellamt gerichtet. Denn das Amt hat bei der Vergabe der Filialen das letzte Wort. Dafür prüft es mit einem umfangreichen Fragenkatalog die Einkaufsmacht der Bewerber. Nach Informationen der LZ prüft das Kartellamt nicht nur Kaufland, sondern die Schwarz-Gruppe insgesamt. So könnten Kooperationen mit Lidl, wie zum Beispiel das Fleisch nur noch von Lieferanten ohne Werksverträgen zu kaufen, unter Umständen negative Auswirkungen auf die Entscheidung des Amtes haben. Um dem entgegenzuwirken, setzt Kaufland auf positive Zeichen. Während die Mitarbeiter in den 276 ehemaligen real-Filialen um ihre Zukunft bangen, verspricht Kaufland den Mitarbeitern seiner neuen Märkte “eine berufliche Perspektive”. Dieses Versprechen kommt vor allem bei der Gewerkschaft Verdi gut an. Das könnte hilfreich sein, da sie bei dem Kartellverfahren ebenfalls eine Rolle spielt.

Kaufland passt seine Grenzen an

Die Kaufland Standort-Karte in Deutschland ist in 6 Regionen aufgeteilt. Region Nord mit Zentrale Barsinghausen (55 Filialen), Region Ost mit Zentrale Lübbenau (130 Filialen), Region Mitte mit Zentrale Osterfeld (115 Filialen), Region Süd-Ost mit Zentrale Geisenfeld (100 Filialen), Region Süd-West mit Zentrale Neckarsulm (140 Filialen) und Region West mit Zentrale Dortmund (130 Filialen). Die früheren Pläne, die Real-Märkte zentral zu führen, sind bereits wieder vom Tisch. Das Management will die neuen Filialen direkt in die Regionen integrieren. Nachdem die Wunsch-Märkte hauptsächlich im Norden und Westen liegen, müssen sich vor allem die dortigen GL,s Gedanken über die Kapazität ihrer Logistik machen. Während der Norden mit 55 Filialen noch weiße Flecken hat, wird es im Westen mit bereits 130 Filialen eher eng. Um die Integration der Filialen zu stemmen, müssen die Grenzen der Regionen entsprechend angepasst werden.

Kaufland ist beim Rennen um die Real-Filialen am Start. Aber die neuen Märkte bringen die Logistik an ihre Grenze. Kann Kaufland diesen Kraftakt ohne Probleme stemmen?

Schreibt uns eure Meinung auf Supermarkt Inside oder bei uns auf Facebook

Bilder: Archiv Supermarkt Inside

 

Serien Navigation<< Kaufland Rumänien übernimmt Rolle von Mutter TheresaSkandal im Kaufland-Bezirk >>

Trend

Nach Oben