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Lidl Revolution – Kampagne gegen Mehrweg- Pflicht.

Dieser Beitrag ist Teil 107 von 161 in der Serie Lidl

Schwarz- Gruppe sieht Gefahr für sein Pfandsystem – LIDL startet Kampagne gegen Mehrweg- Pflicht.

“obs/Lidl”

Zur Situation: Als die Pfandpflicht vor fast genau 20 Jahren in Deutschland eingeführt wurde, waren Mineralwasser- und Bierflaschen sowie kohlensäurehaltige Getränke in Dosen betroffen. Ausgenommen waren damals noch Milch, Wein, Spirituosen, Cider, Energydrinks sowie Frucht- und Gemüsesäfte.

Seit Juli 2021 ist die Novelle (Änderungsgesetz) des Verpackungsgesetzes in Kraft getreten. Sie sieht eine schrittweise Einführung neuer und weiterer Regelungen zu den Themen Mehrweg- und Pfandpflichten vor. Zum 01.01.2023 trat nun die nächste Stufe in Kraft. Danach sind Letztvertreiber von Einwegkunststofflebensmittel-verpackungen und von Einweggetränkebechern verpflichtet, die in diesen Verpackungen angebotenen Waren am Ort des Inverkehrbringens jeweils auch in Mehrwegverpackungen zum Verkauf anzubieten. Die Mehrwegverpackungen sollen insbesondere Einwegverpackungen aus Kunststoff ersetzen. Dabei dürfen Speisen und Getränke in einer Mehrwegverpackung nicht zu schlechteren Bedingungen als in einer Einwegverpackung angeboten werden. 

Ziel der EU ist es, dass Mehrwegverpackungen stark forciert und gefördert werden sollen. Das hatte die EU-Kommission Ende November 2022 schon mit ihrem Entwurf für eine neue EU-Verpackungsverordnung verdeutlicht. Laut Entwurf sollen verbindliche Angebotsquoten für Mehrwegverpackungen in unterschiedlichen Handelsbereichen eingeführt werden. 

Listungspflicht für Mehrweg birgt große Probleme für LIDL.

Für die Schwarz– Tochter LIDL kann die Listungspflicht für zusätzliche Mehrwegprodukte große Probleme nach sich ziehen. Hat der Discounter doch schon Hunderte Millionen Euro in seine Produktion und dem Recycling seiner PET- Flaschen investiert und seinen gesamten Kreislauf im Bereich Wasser und anderen Erfrischungsgetränken ausgerichtet. Aktuell gibt es bereits fünf Abfüllstandorte.

Die Befürchtung seitens LIDL ist, dass die Novelle im Verpackungsgesetzt großen wirtschaftlichen Schaden anrichtet. Nun geht LIDL in seiner Kommunikation (unter anderem auf zwei Seiten der Bild- Ausgabe vom 18. April) offensiv vor. Die Aktionen und Gegenwehr des Discounters ist verständlich. Immerhin deckt LIDL in seinem Kreislaufsystem ca. 20 Prozent des Einweg-PET- Marktes ab.

Ein weiteres Gegenargument des Unternehmens ist, dass Kreislaufflaschen mindestens gleichauf bei den Klima- und Umweltauswirkungen stehen. Ein großes Effizienzproblem sieht man darin, wenn Parallelbetriebe von Mehr- und Einweg  den CO₂- Ausstoß stark beeinflussen würden.

Die Schwarz- Gruppe hatte auch beim Heidelbeger Institut Ifeu eine Studie beauftragt. Das ifeu forscht und berät weltweit zu allen wichtigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. Es zählt mit über 40-jähriger Erfahrung zu den bedeutenden ökologisch ausgerichteten Forschungsinstituten in Deutschland. Hier kam man zu dem Ergebnis, dass die CO₂ Emissionen pro einem Liter Mineralwasser  nur ca. die Hälfte des Durchschnitts der traditionellen 1,5 Liter Glasmehrwegflache betragen. Die neue Ökobilanz der Umweltexperten des Ifeu-Instituts belegen weiterhin, dass Flaschen mit einem hohen Rezyklatanteil sowie geringen Materialeinsätzen und marktübliche Mehrwegsystemen hinsichtlich ihrer Klimawirkung gleichwertig sein können. Rezyklate sind wiederverwertete Kunststoffe aus PE (Polyethylen), PP (Polypropylen) oder PET (Polyethylenenterephtalat).

Auswirkungen auch auf den anderen Einzelhandel.

Nicht nur die Schwarz- Gruppe mit seinen Töchtern LIDL und Kaufland können Probleme bei einer Listungspflicht bekommen. Denn: Bei einer Mehrwegspflicht geht auch die Flächenproduktivität runter. Beispiel: Auf einem Palettenplatz passen 240 Flaschen mit je 1,5 Liter Abfüllung, was einer Menge von 360 Litern entspricht. Auf der gleichen Fläche mit Mehrwegkisten passen lediglich 180 Liter Wasser. Auch würde man die gleiche Fläche nochmals für das Leergut bereithalten müssen.

Für Diskussionen im Handel ist also gesorgt. Deshalb auch der offensive Schritt in der Kampagne von LIDL, darauf aufmerksam zu machen. Hier informiert der Discounter über die ökologischen Stärken der Kreislaufflasche, deren Flaschenkörper zu 100 Prozent aus recyceltem PET-Kunststoff (rPET) besteht. 

Mit Unterstützung von Günter Jauch:

Lidl startet Kampagne “Aus Liebe zur Natur”
Bildrechte: Lidl Fotograf: Lidl

Mit der prominenten Unterstützung von Günter Jauch startet LIDL nun diese Kampagne „„Aus Liebe zur Natur“. Ziel ist es, die Verbraucher und Verbraucherinnen mit einem Video, mit kreativen Plakataktionen, sowie mobiler Anzeigenmotive über die ökologischen Vorteile der Kreislaufflasche zu informieren. Fakt ist auch, das die Reduzierung von Plastikmüll ein  immer wichtiges Thema ist und bleibt. Die ökologische Bewertung von Getränkeverpackungen hat auch für die Konsumenten in Deutschland eine hohe Priorität. Hier sollte man jedoch auch immer die Hersteller und den Einzelhandel mit ins „Boot“ nehmen, damit die Ziele der EU- Kommission und von Deutschland auch gemeinsame Ziele werden.

Was haltet ihr von diesem Thema? Bitte schreibt uns indes eure Meinung auf Supermarkt Inside.

Fotos: Archiv Supermarkt-Inside oder wir gekennzeichnet.

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