Aldi

Aldis Vorherrschaft wackelt gewaltig

Lidl kommt dem Discount-Marktführer immer näher – bedeutet das das Ende der Vorherrschaft?

Jahrelang war Aldi der unangefochtene Discount-Marktführer. Mit den intensiv beworbenen „Aldi-Preisen“ lockten sie die Kunden in die Filialen. Gnadenlos effektive Prozesse sorgten für hohe Gewinne. Seit einigen Jahren sieht das ganz anders aus. Denn seit 2016 fällt es Aldi schwer über, geschweige denn auf dem Marktniveau zu wachsen. So ist es Aldi auch im Jahr 2020 ergangen. Der Umsatz konnte im vergangenen Jahr um 1,1 Milliarden Euro auf 27,4 Milliarden Euro netto gesteigert werden. Nach dem schwierigen Jahr 2019 sind das zwar positive Zahlen. Blickt man jedoch auf den Rivalen Lidl, sieht man, dass Aldis Vorherrschaft wackelt. Denn Lidl erwirtschaftete 2020 2 Milliarden Euro mehr als im Jahr davor. Dadurch fehlen Lidl nur noch 2,5 Milliarden Euro um Aldi als Marktführer abzulösen. 2016 hatte Aldi noch einen Vorsprung von 5 Milliarden Euro.

Aldi hinkt hinterher

Wie wir alle wissen, bescherte die Corona-Pandemie dem LEH Rekord-Umsätze. Die GfK ermittelte einen Umsatzzuwachs von durchschnittlich 8,8 Prozent im Discount-Segment. Aldi Süd mit einem Plus von 4,8 Prozent und Aldi Nord mit einem Plus von 3,7 Prozent hinken ihrer Konkurrenz damit ziemlich hinterher. In den letzten Jahren erforderten die Umstrukturierungen nicht nur hohe Investitionen, sondern auch viel Management-Kapazität. Das soll sich jetzt ändern, denn Aldi möchte seine Vorherrschaft selbstverständlich nicht abgegeben. Beispielsweise sollen nun höhere Margen für mehr Gewinn sorgen. Das hilft natürlich die ganzen Investitionen zu stemmen, es gewährt den Rivalen aber auch Spielraum bei den Preisen.

Aldi baut auf Markenartikel

Aldi setzt vermehrt auf Markenartikel. Damit möchte man vor allem junge Kunden gewinnen. Diese Idee wäre fast nach hinten losgegangen. Aldi musste nämlich zu Beginn immer wieder dabei zugucken, wie ihre Konkurrenz die angesetzten Preise unterbot. Der Slogan „Aldi-Preis“ ist dann natürlich nicht ganz glaubwürdig. Momentan scheint es so, als hätte Aldi dazugelernt. Das Versprechen mit dem „Aldi-Preis“ trifft nun wieder zu. Bei den Markenartikeln wird nicht nur der Preis offensiver kalkuliert, auch der Einkauf tritt nun offensiver gegenüber den Herstellern auf. Nur wer beim Umsatz, bei der Kundenrelevanz und beim Ertrag punkten kann, hat zukünftig einen Platz im Regal bei Aldi.

 

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Fotos: Archiv Supermarktinside

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