Aldi

Umsatzminus bei Aldi

Erstmals seit Jahren haben Aldi Süd und Aldi Nord ein Umsatzminus verzeichnet

Harte Zeiten werden gerade in Essen und in Mülheim durchlebt. Der erfolgsverwöhnte Discounter-Riese muss 2019 erstmals seit Jahren ein Umsatzminus bei Aldi Nord und bei Aldi Süd hinnehmen. Bei Aldi Nord fällt der Rückgang mit 0,2 Prozent noch einigermaßen moderat aus. Aldi Süd mit einem Minus von 1,2 Prozent überrascht hingegen. Die Mülheimer hatten weitere 35 Märkte in Betrieb genommen, die normalerweise für 100 Millionen Euro Zusatzumsatz sorgen, wenn sie mindestens ein halbes Jahr laufen. Allein mit den Umbaumaßnahmen der Filialen lassen sich die Zahlen nicht erklären. Die 500 Millionen investierten Euro sind dennoch ein Batzen, den man erst einmal wieder hereinbekommen muss. Aldi Nord hat das nicht geschafft und verzeichnet ein Rekordverlust von 122,5 Millionen Euro nach Steuern. Der Süden verzeichnet dank seiner starken Auslandsgeschäfte noch einen Gewinn von 131,1 Millionen. Zufrieden darf man damit in Mülheim jedoch nicht sein!

Hohe Kosten durch neue Strukturen

Nicht nur in die Märkte wurde 2019 kräftig investiert. Auch der Firmenumbau fraß viel Zeit und Geld. So haben Aldi Nord und Aldi Süd neue Strukturen im Einkauf installiert. Außerdem wurde die Kooperation zwischen Nord und Süd erweitert. Kritiker werfen dem Management vor, dass man sich zu sehr um interne Strukturen kümmere. Dadurch bekomme man neueste Wendungen im Tagesgeschäft nicht so schnell mit und reagiere langsamer als die Konkurrenz, lautet der Vorwurf. Bei den aktuellen Zahlen fällt es schwer, Argumente gegen die Kritiker zu finden. Die Personalkostenquote spricht auch eher für die Skeptiker als für die Unterstützer der neuen Strukturen. Sie liegt bei Nord und Süd bei 9,6 Prozent. Das ist ein Rekordhoch. Vor zehn Jahren lag der Wert bei Aldi Nord noch bei 6,8 Prozent.

Höhere Margen erfreuen die Konkurrenz

Mit verschiedenen Ideen versucht Aldi das Umsatzminus wieder zu wenden. So hat Aldi Süd mehrere Regionalgesellschaften geschlossen, um Verwaltungskosten zu sparen. Auch im Bereich der Logistik gibt es Veränderungen. Man nimmt Abschied von kleinen Logistiklagern. Durch das ausgebaute Sortiment sind diese nicht mehr rentabel. Zudem versucht es Aldi mit höheren Margen. Bei Aldi Süd lag die Handelsspanne bei 22,6 Prozent. Das bringt zwar kurzzeitig höhere Gewinnen, schwächt Aldi aber im Vergleich zu der Konkurrenz. Diese kann die intensiv beworbenen „Aldi-Preise“ unterbieten und so Kunden locken. In Mülheim und Essen hoffen sie nun einfach darauf, dass sie den positiven Schwung aus 2020 mitnehmen können, damit sich ein Jahr wie 2019 nicht mehr wiederholt.

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Bilder:  Archiv #SupermarktInside

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