Lidl auf Rekordkurs: Warum jetzt jeder Euro zweimal umgedreht wird

Kenneth McGrath verschärft den Kurs: Lidl wächst – und spart gleichzeitig

Lidl / Foto: Supermarkt-Inside

Kennen Sie das Sprichwort: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“? Bei Lidl scheint dieses Motto auch in Zeiten von Rekordumsätzen zu gelten. Denn obwohl der Discounter im vergangenen Geschäftsjahr so stark gewachsen ist wie kaum ein anderer Händler in Europa, setzt CEO Kenneth McGrath intern auf konsequente Kostendisziplin. Das zeigt: Für die Schwarz-Gruppe ist Wachstum längst kein Selbstzweck mehr – entscheidend bleibt die Profitabilität.

Rekordumsätze bei Lidl – doch der Fokus liegt auf Effizienz

Bildrechte: Lidl Fotograf: Lidl

Mit einem Filialumsatz von 140,2 Milliarden Euro netto hat Lidl im vergangenen Geschäftsjahr einen neuen Höchstwert erreicht. Das entspricht einem Umsatzplus von rund 8 Milliarden Euro beziehungsweise 6,1 Prozent. Durchschnittlich erwirtschaftet inzwischen jede Lidl-Filiale knapp 11 Millionen Euro Umsatz.

Bemerkenswert ist dabei, dass dieses Wachstum nach Unternehmensangaben vor allem auf neue Verkaufsflächen und zusätzliche Kunden zurückzuführen ist. Die Inflation spielte demnach lediglich eine untergeordnete Rolle. Das unterstreicht einmal mehr, dass der Schwarz-Discounter in vielen Märkten weiter Marktanteile gewinnt und seine Expansion konsequent fortsetzt.

Besonders spannend ist jedoch eine andere Entwicklung: Der Onlinehandel schreibt erstmals schwarze Zahlen. Nachdem E-Commerce über Jahre hinweg eher als strategische Investition galt, entwickelt sich der digitale Vertrieb nun offenbar zu einem echten Ertragsbringer. Brancheninsider berichten sogar, dass der Discounter den Onlineumsatz in den kommenden fünf Jahren verdreifachen möchte. Das wäre ein deutliches Signal dafür, dass die Schwarz-Gruppe ihre Omnichannel-Strategie weiter massiv ausbauen will.

Auch die langfristigen Wachstumsziele sind ambitioniert. Nach Informationen aus dem Markt soll Lidl bis zum Jahr 2030 die Marke von 200 Milliarden Euro Umsatz erreichen. Dafür wäre ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 7,5 Prozent notwendig – eine Größenordnung, die angesichts der bereits erreichten Unternehmensgröße alles andere als selbstverständlich ist.

Warum Lidl trotz Rekordzahlen jetzt den Rotstift ansetzt

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Auf den ersten Blick wirkt die Entscheidung überraschend: Rekordumsätze, ein profitabler Onlineshop und kontinuierliches Wachstum – warum also ein Sparkurs?

Genau hierin zeigt sich jedoch die Denkweise der Schwarz-Gruppe. Anders als viele Wettbewerber betrachtet Lidl steigende Umsätze offenbar nicht als Freifahrtschein für höhere Kosten. Im Gegenteil: Nach Informationen aus Branchenkreisen sollen 500 Millionen Euro aus den Budgets eingespart werden.

Dabei handelt es sich offenbar nicht um ein klassisches Sparprogramm mit Stellenabbau oder tiefgreifenden Restrukturierungen. Vielmehr sollen sämtliche Bereiche ihre Prozesse hinterfragen, Synergien nutzen und effizienter arbeiten. Unter dem internen Leitgedanken „One Lidl“ sollen Doppelstrukturen reduziert und Abläufe weiter standardisiert werden.

Diese Strategie überrascht nicht. Gerade Lidl war in den vergangenen Jahrzehnten stets für seine schlanken Prozesse, hohe Standardisierung und kompromisslose Kostendisziplin bekannt. Offenbar möchte Kenneth McGrath genau an diese Erfolgsfaktoren anknüpfen.

Denn auch wenn Lidl bereits äußerst profitabel arbeitet, dürfte der Druck innerhalb der Schwarz-Gruppe steigen. Schließlich finanziert der Discounter einen erheblichen Teil der milliardenschweren Investitionen des Konzerns.

Lidl bleibt der wichtigste Gewinnmotor der Schwarz-Gruppe

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Während viele Handelsunternehmen derzeit vor allem über Preisaktionen, Inflation oder Konsumzurückhaltung diskutieren, verfolgt die Schwarz-Gruppe längst eine deutlich größere Strategie.

Die Gruppe investiert inzwischen Milliardenbeträge nicht nur in den klassischen Lebensmittelhandel, sondern auch in Zukunftsfelder wie Cloud-Lösungen, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft. Allein für das laufende Geschäftsjahr stehen nach Unternehmensangaben Investitionen von rund 10 Milliarden Euro auf der Agenda.

Um diese Transformation dauerhaft finanzieren zu können, muss insbesondere Lidl weiterhin hohe Gewinne erwirtschaften. Genau deshalb dürfte Kenneth McGrath neben dem Umsatzwachstum vor allem die Rendite im Blick haben.

Die Zahlen sprechen jedenfalls für sich: Der konsolidierte Umsatz der Schwarz-Gruppe stieg auf 185,6 Milliarden Euro, während weltweit inzwischen über 604.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Konzern tätig sind. Damit festigt die Unternehmensgruppe ihre Position als größter Lebensmittelhändler Europas.

Supermarkt-Inside meint:

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Lidl demonstriert derzeit eindrucksvoll, dass Größe allein nicht genügt. Während viele Händler Wachstum und Kostendisziplin als Gegensätze betrachten, verfolgt die Schwarz-Gruppe konsequent beide Ziele gleichzeitig. Rekordumsätze werden nicht als Anlass genommen, die Ausgaben steigen zu lassen, sondern als Chance genutzt, die Organisation noch effizienter aufzustellen. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten könnte genau dieser Ansatz den entscheidenden Wettbewerbsvorteil sichern. Denn eines zeigt Lidl einmal mehr: Nachhaltiger Erfolg entsteht nicht nur durch mehr Umsatz – sondern vor allem durch konsequente operative Exzellenz.

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