Eine echte Großfläche mitten im Urlaubsparadies? Aber klar! Unser Store-Check führt diesmal nach Olbia auf Sardinien – zu Auchan.

Foto: Supermarkt-Inside / Auchan Olbia Sardinien
Rund 8.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, 30 Kassen, aggressive Preise und eine Frischeabteilung, die zeigt, wie französische Handelslogik und italienische Einkaufskultur zusammenpassen.
Wer im Urlaub unterwegs ist, schaut sich normalerweise Strände, Restaurants und Sehenswürdigkeiten an. Beim Team von Supermarkt Inside sieht das naturgemäß etwas anders aus. Uns zieht es auch im Urlaub gerne in den Lebensmittelhandel.
Und Sardinien ist aus Handelssicht durchaus spannend. Die Insel ist touristisch geprägt, gleichzeitig leben hier rund um die größeren Städte viele Einheimische. Großflächige Lebensmittelmärkte sind deshalb längst nicht überall selbstverständlich.
Am Rand von Olbia, unweit des Flughafens, findet sich allerdings genau das, wonach wir gesucht haben: eine klassische italienische Großfläche von Auchan. Und die hat es durchaus in sich.
8.000 Quadratmeter Handelsfläche – und der Urlaub ist plötzlich Nebensache

Foto: Supermarkt-Inside / Auchan Olbia Sardinien
Der Auchan-Markt im Centro Commerciale Olbia ist mit rund 8.000 Quadratmetern Verkaufsfläche eine echte Großfläche. Das Einkaufszentrum selbst ist zwar sichtbar in die Jahre gekommen, trotzdem funktioniert der Standort.
Bemerkenswert: Selbst in der Vorsaison war das Center gut besucht. Touristen treffen hier auf Einheimische – und genau diese Mischung dürfte für den Standort ein entscheidender Erfolgsfaktor sein.
Schon beim Betreten des Marktes wird klar, welche Strategie Auchan verfolgt: Preis, Preis und nochmals Preis.
Überall springen dem Kunden Aktionen, Sonderangebote und Preisreduzierungen ins Auge. Saisonware wird auf großen Flächen inszeniert und bereits im Eingangsbereich aufmerksamkeitsstark präsentiert.
Das erinnert durchaus an das, was wir auch bei anderen internationalen Großflächen beobachten können: Der Kunde soll nicht erst suchen müssen, wo es günstig wird. Der Preis muss ihn förmlich anspringen.
Und dann kommt noch ein zweiter Faktor hinzu: Non-Food.
Non-Food auf der Großfläche: Hier wird richtig Fläche gemacht

Foto: Supermarkt-Inside / Auchan Olbia Sardinien
Was uns beim Rundgang besonders aufgefallen ist, ist der enorme Stellenwert des Non-Food-Geschäfts.
Ein beträchtlicher Teil des Marktes wird für Non-Food genutzt. Saisonartikel, Haushaltswaren und zahlreiche weitere Sortimente nehmen eine gewaltige Fläche ein.
Gerade in einem touristisch geprägten Umfeld kann dieses Konzept Sinn ergeben. Denn der Kunde kommt nicht ausschließlich zum klassischen Wocheneinkauf. Er sucht möglicherweise gleichzeitig Dinge für den Urlaub, für den Haushalt oder für den spontanen Bedarf.
Auchan denkt hier offensichtlich sehr groß.
Und genau das ist der interessante Punkt aus Sicht des Handels: Während in Deutschland die Großfläche vielerorts um ihre Existenzberechtigung kämpft, kann ein breit aufgestelltes Konzept aus Food, Non-Food, Saison und Frische durchaus eine andere Einkaufsfrequenz erzeugen.
Der Markt wirkt dadurch weniger wie ein klassischer Supermarkt und mehr wie eine Mischung aus Warenhaus, Wochenmarkt und Lebensmittelgroßfläche.
Beim Obst und Gemüse allerdings zeigte sich ein anderes Bild.
Die Abteilung konnte uns nicht vollständig überzeugen. Gerade bei einem Standort auf Sardinien hätten wir uns mehr saisonale Produkte, mehr regionale Anmutung und insgesamt etwas mehr Inszenierung gewünscht. Hier hatte beispielsweise ein besuchter Eurospin-Markt die Nase aus unserer Sicht vorn.
Doch dann kam die Frische – und die änderte den Eindruck wieder deutlich.
Fleisch, Fisch und Backshop: Hier spielt Auchan seine italienische Karte aus

Foto: Supermarkt-Inside / Auchan Olbia Sardinien
Der Fleisch- und Wurstbereich war für uns eines der absoluten Highlights des gesamten Store-Checks.
Die Auswahl ist riesig, die Preise sind teilweise ausgesprochen aggressiv und gleichzeitig wird Wert auf handwerkliche Präsentation gelegt.
Besonders beeindruckend ist die Bedienungstheke. Sie ist im Verhältnis zur Gesamtfläche zwar eher klein, dafür aber sehr fein.
Mortadella, Parmaschinken und weitere Spezialitäten werden frisch aufgeschnitten und unmittelbar für den Kunden vorbereitet. Auch größere Fleischstücke werden direkt im Markt zerlegt und nach Kundenwunsch portioniert.
Genau hier entsteht ein interessantes Spannungsfeld:
Auf der einen Seite die knallharte Preisstrategie der Großfläche, auf der anderen Seite handwerkliche Frische und persönliche Bedienung.

Foto: Supermarkt-Inside / Auchan Olbia Sardinien
Und dieses Zusammenspiel funktioniert. Noch deutlicher wird das beim Fisch.
Wer auf Sardinien Fisch verkauft, muss dieses Thema natürlich beherrschen. Entsprechend selbstbewusst präsentiert Auchan das Sortiment. Frischer Fisch und Meeresfrüchte gehören hier nicht zum exotischen Spezialsortiment, sondern wirken wie ein ganz normaler Bestandteil des täglichen Einkaufs.
Dazu kommt der große Backshop.
Brot, Backwaren und französisch inspirierte Klassiker treffen auf italienische Einkaufskultur. Auch hier entsteht wieder dieser typische Mix aus französischem Handelskonzept und mediterranem Lebensgefühl.
Unser Fazit: Großfläche kann auch nach Urlaub schmecken

Foto: Supermarkt-Inside / Auchan Olbia Sardinien
Was bleibt nach unserem Store-Check?
Der Auchan in Olbia ist sicherlich kein hochmodernes Handelskonzept, das mit spektakulärer Architektur oder futuristischer Technik beeindrucken will.
Seine Stärke liegt woanders.
Fläche, Sortiment, Preis und Frische werden konsequent zusammengedacht.
Gerade die Mischung aus Food und Non-Food macht den Markt interessant. Dazu kommen starke Frischebereiche bei Fleisch, Wurst, Fisch und Backwaren.
Und genau deshalb fühlt sich der Rundgang weniger wie ein klassischer Supermarktbesuch an. Vielmehr entsteht der Eindruck eines großen südländischen Marktplatzes unter einem Dach.
Für uns als Handelsbeobachter ist das allemal spannend, auch wenn der Store-Check schon ein paar Tage her ist….
Denn auch wenn sich die Märkte in Deutschland und Italien unterscheiden: Die zentrale Frage bleibt überall dieselbe:
Wie schafft man es, Kunden auf großer Fläche zu begeistern – und gleichzeitig einen echten Grund zu liefern, wiederzukommen?
Auchan gibt in Olbia darauf eine ziemlich klare Antwort: mit Preis, Auswahl und sehr viel Fläche.
Und ganz ehrlich: Für einen Store-Check im Urlaub ist das gar keine schlechte Kombination.
Unser Store-Check-Fazit
Fläche: ⭐⭐⭐⭐⭐
Preisinszenierung: ⭐⭐⭐⭐⭐
Non-Food: ⭐⭐⭐⭐⭐
Fleisch & Wurst: ⭐⭐⭐⭐⭐
Fisch: ⭐⭐⭐⭐⭐
Obst & Gemüse: ⭐⭐⭐
Gesamteindruck: ⭐⭐⭐⭐
Was meint ihr? Ist die klassische Großfläche auch in Zeiten von Discountern und kleineren City-Konzepten noch ein Erfolgsmodell? Oder braucht es dafür genau diese Mischung aus Food, Non-Food, Frische und aggressiver Preispositionierung?
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