Kaufland erweitert Bio-Strategie – jetzt kommt Naturland ins Regal

Kaufland macht Bio internationaler: Naturland soll das Eigenmarken-Regal aufwerten

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Kaufland baut seine Bio-Strategie aus – und setzt dabei künftig stärker auf internationale Beschaffung. Mit der neuen Partnerschaft mit Naturland will der Großflächenbetreiber den Anteil zertifizierter Verbandsware bei seiner Eigenmarke K-Bio weiter erhöhen. Die ersten Naturland-zertifizierten Produkte sollen ab Anfang 2027 in den Kaufland-Regalen stehen.

Für Kaufland geht es dabei um deutlich mehr als ein weiteres Siegel auf der Verpackung. Die Partnerschaft könnte zu einem wichtigen Baustein werden, um Bio-Sortimente international abzusichern und gleichzeitig auf eine wachsende Nachfrage der Verbraucher zu reagieren.

Bio wächst – doch die heimische Landwirtschaft kommt nicht hinterher

Bio ist längst kein Nischenthema mehr. Nach Angaben von Kaufland kaufen inzwischen rund 75 Prozent der Kunden Bio-Produkte. Vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch bei knapp der Hälfte. Für einen Händler mit einem breit aufgestellten Sortiment ist das ein klares Signal: Bio muss heute nicht mehr nur angeboten, sondern dauerhaft verfügbar und preislich attraktiv gehalten werden.

Genau hier liegt allerdings eine der größten Herausforderungen des Handels.

Während die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln steigt, entwickelt sich die heimische Bio-Anbaufläche deutlich langsamer. Gleichzeitig sorgen Wetterextreme, Ernteausfälle und zunehmende klimatische Unsicherheiten für zusätzliche Risiken bei der Beschaffung.

Für internationale Handelsunternehmen bedeutet das: Die Lieferkette für Bio muss breiter aufgestellt werden.

Kaufland reagiert darauf mit einer Partnerschaft, die über die klassische regionale Bio-Beschaffung hinausgeht. Naturland verfügt über ein internationales Netzwerk und kann damit auch Waren aus Regionen zertifizieren, in denen bestimmte Produkte in Deutschland, Österreich oder Südtirol gar nicht oder nur sehr eingeschränkt produziert werden können.

Kaffee, Kakao und Reis: Das Bio-Regal bekommt eine internationale Dimension

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Besonders interessant wird die Kooperation deshalb bei Produktgruppen wie Kaffee, Kakao oder Reis. Diese Waren gehören zu den klassischen Importprodukten des Lebensmittelhandels. Mit einer entsprechenden Verbandszertifizierung kann Kaufland nun auch hier stärker auf ein einheitliches Bio-Konzept innerhalb seiner Eigenmarken setzen.

Das ist aus Sicht des Handels strategisch relevant.

Denn Eigenmarken sind längst nicht mehr ausschließlich ein Instrument zur Preispositionierung. Sie werden zunehmend zu einem wichtigen Vehikel für Nachhaltigkeit, Qualität und Differenzierung. Ein Bio-Siegel eines anerkannten Anbauverbandes kann dabei zusätzliche Orientierung schaffen.

Kaufland betont ausdrücklich, dass Naturland Bioland nicht ersetzen, sondern das bestehende Sortiment ergänzen soll.

Damit entsteht ein interessantes Modell: Regionale und heimische Bio-Produkte können weiterhin über bestehende Partnerschaften abgesichert werden, während Naturland insbesondere dort zum Einsatz kommen kann, wo internationale Beschaffung notwendig ist.

Auch im Obst- und Gemüsebereich sieht Kaufland Potenzial für eine Sortimentserweiterung.

Für den Kunden könnte das perspektivisch bedeuten: mehr Bio-Auswahl, mehr zertifizierte Produkte und gleichzeitig eine größere internationale Bandbreite im Eigenmarkenregal.

Für Kaufland ist das auch eine Frage der Versorgungssicherheit

Foto: Kaufland

Die eigentliche strategische Bedeutung der Partnerschaft liegt allerdings noch tiefer.

Der Lebensmittelhandel steht vor einem grundlegenden Wandel seiner Beschaffungsstrukturen. Klimaveränderungen, geopolitische Risiken, volatile Rohstoffpreise und steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit machen es immer schwieriger, sich ausschließlich auf einzelne Herkunftsmärkte oder Lieferketten zu verlassen.

Internationalisierung wird damit zunehmend zu einer Frage der Versorgungssicherheit.

Naturland kann Kaufland hier einen zusätzlichen Zugang zu zertifizierten internationalen Rohwaren ermöglichen. Gleichzeitig bringt der Verband Anforderungen an Anbau, Verarbeitung, soziale Standards und Tierwohl mit.

Das dürfte für Kaufland insbesondere bei der Weiterentwicklung seiner Eigenmarken interessant sein. Denn die Verbraucher erwarten zunehmend nicht nur einen günstigen Preis, sondern wollen nachvollziehen können, unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert werden.

Für den Händler entsteht damit ein Dreieck aus Preis, Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit.

Gerade bei Bio ist dieses Dreieck entscheidend. Denn Bio-Produkte dürfen nicht nur nachhaltig sein – sie müssen für möglichst viele Kunden auch bezahlbar bleiben. Gleichzeitig müssen die Produkte zuverlässig verfügbar sein. Eine schöne Bio-Range, die aufgrund fehlender Rohwaren regelmäßig Lücken aufweist, hilft dem Handel wenig.

Die neue Naturland-Partnerschaft könnte deshalb genau an dieser Stelle ansetzen.

Das Bio-Regal wird zum strategischen Spielfeld

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Kaufland zeigt mit der Kooperation, wohin sich das Bio-Geschäft im Lebensmitteleinzelhandel entwickeln könnte. Es geht nicht mehr ausschließlich darum, möglichst viele Bio-Artikel ins Regal zu stellen. Entscheidend wird vielmehr die Frage, wie Bio langfristig verfügbar, international beschaffbar, zertifiziert und preislich wettbewerbsfähig organisiert werden kann.

Mit Naturland erweitert Kaufland sein Netzwerk und verschafft sich gleichzeitig zusätzliche Möglichkeiten bei internationalen Warengruppen.

Ab Anfang 2027 wird sich zeigen, wie umfangreich die neue Verbandsware tatsächlich ausfällt. Welche Produkte ausgewählt werden und wie viele Artikel das Naturland-Zeichen tragen werden, ist derzeit noch offen.

Eines zeichnet sich jedoch bereits ab: Das Bio-Regal wird internationaler.

Und für Kaufland könnte die Partnerschaft damit zu einem wichtigen Baustein werden, um das eigene Bio-Profil weiter zu schärfen – nicht nur aus Nachhaltigkeitsperspektive, sondern auch aus Sicht von Einkauf, Verfügbarkeit und langfristiger Versorgungssicherheit.

Supermarkt Inside meint:

Der Wettbewerb im Bio-Geschäft wird künftig nicht allein über das schönste Siegel oder den günstigsten Preis entschieden. Wer Bio erfolgreich skalieren will, braucht belastbare internationale Lieferketten, starke Partnerschaften und eine Einkaufstrategie, die Nachhaltigkeit mit Versorgungssicherheit verbindet und in den tausenden Märkten zum Kunde sichtbar und erlebbar wird. Genau hier setzt Kaufland mit Naturland an.

Content: Supermarkt-Inside mit KI-Support

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