Aldi mit zweistelligen Zuwächsen in Spanien. Bis 2031 sollen weitere 500 Filialen hinzukommen.

Spanien zählt für Aldi Nord zu den Ländern mit den höchsten Wachstumsraten und konnte bereits seit 2019 seine Expansion eindrucksvoll fortsetzen. Allein in den letzten sieben Jahren kamen 200 neue Filialen hinzu, so dass es nun nach aktuellem Stand 508 Geschäfte in Spanien sind. Zum Jahresbeginn 2026 hatte die Kette angekündigt, im Laufe des Jahres weitere 40 Supermärkte zu eröffnen. Besonders im Fokus stehen dabei Andalusien, Madrid, Katalonien und die Region Valencia, auf die mehr als die Hälfte der geplanten Neueröffnungen entfallen soll.
Darüber hinaus will Aldi unter anderem in Murcia, auf den Balearen und Kanaren sowie im Norden Spaniens weiter wachsen. Diese Entwicklung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Discounter seinen spanischen Markt nicht mehr nur als Ergänzung seines europäischen Geschäfts betrachtet, sondern dort langfristig wachsen will. Auch sind die Kundenzahlen angestiegen. Nach den aktuell von Aldi veröffentlichten Daten hat das Unternehmen in Spanien inzwischen mehr als acht Millionen Kunden und Kundinnen.
Aldi punktet mit Frische.

Mercadonna-Mallorca / Foto: Supermarkt-Inside
Ein wichtiger Bestandteil der Strategie bleibt das klassische Discountprinzip. Aldi setzt stark auf Eigenmarken und auf ein vergleichsweise konzentriertes Sortiment und niedrige Preise. Dazu will man die Kundschaft verstärkt mit Obst und Gemüse für das Format überzeugen. Dazu setzt man auf spanische regionale Produkte.
In den knapp 500 spanischen Filialen stammen inzwischen rund 85 Prozent des Gemüses und 65 Prozent des Obstes von lokalen Lieferanten. Dafür arbeitet das Unternehmen mit über 80 nationalen Produzenten zusammen.
Das ist umso bemerkenswerter, da der Hauptmitbewerber Mercadona sogar Frischetheken geschlossen hatte. Nach Unternehmensangeben ist Aldi im Durchschnitt in seinem Frischeangebot 15 Prozent günstiger als der Wettbewerb. Ähnliches gilt für den Fleischumsatz. Hier konnte der Umsatzanteil von 5 Prozent auf 9 Prozent angehoben werden. Das spiegelt sich auch im Umsatz wieder. In 2025 kam Aldi auf einen Netto- Umsatz von 2,4 Milliarden Euro, ein Plus von 350 Millionen Euro zu 2024.Für das laufende Geschäftsjahr sind 14 Prozent Plus angepeilt, was dann einem Umsatz von ca. 2,8 Milliarden Euro bedeuten würde. Ein Argument für diese positive Entwicklung könnte auch sein, dass Aldi in Spanien 300 Artikel mehr vertreibt, als im Heimatland Deutschland. Hier sind es etwa 1.800 Produkte, in Spanien ca. 2.100.
Weitere Maßstäbe setzt Lidl noch.

Lidl in Santanyí / Foto: Supermarkt-Inside
Im Vergleich zum Mitbewerber Lidl hat Aldi noch einiges aufzuholen. Lidl erwirtschaftete in Spanien im Geschäftsjahr 2024/25 einen Nettoumsatz von rund 6,95 Milliarden Euro und betreibt dort über 700 Filialen. Ziel sind hier 800 Märkte im kommenden Jahr präsentieren zu können.
Um hier näher an Lidl heran zu kommen, gibt es auch schon längere Zeit starke Werbekampagnen. Zum Beispiel erklärt Aldi der spanischen Bevölkerung in Fernsehspots das Aldi- Prinzip. Hier gibt es das Duo Al & DI. AL und DI sind die beiden Werbefiguren von Aldi Spanien, zwei auffällige, pelzige Marionetten, die seit 2024 in der spanischen Aldi Werbung auftreten.
Die Namen sind bewusst aus ALDI abgeleitet: AL + DI. Eine weitere Werbekampagne ist zum Thema Fleisch geplant. Hier soll der Kundschaft verdeutlicht werden, dass Aldi bei Obst, Gemüse und Fleisch 11-15 Prozent günstiger ist, als die Durchschnittspreise im Gesamtmarkt. Weiterhin setzt Aldi seine Schwerpunkte auf die großen Städte Spaniens und in den Touristengebieten. Auf den Balearen soll u.a. im nächsten Jahr bereits die 20.Filiale eröffnet sein.
Fakt ist, dass Spanien ein sehr umkämpfter Markt ist. Aldi bewegt sich in einem äußerst wettbewerbsintensiven spanischen Lebensmittelhandel. Neben dem Marktführer Mercadona konkurrieren Carrefour, Lidl, DIA und zahlreiche regionale Handelsunternehmen um die Kundschaft. Besonders Lidl ist für Aldi ein wichtiger Wettbewerber im Discountsegment. Branchenberichte sehen deshalb hinter der aktuellen Expansion auch das Ziel, die bestehende Lücke bei der Zahl der Filialen gegenüber Lidl langfristig zu verringern. So bleibt der spanische Lebensmittelhandel ein wichtiger Wachstumsmarkt und der Wettbewerb unter den Discountern dürfte in den kommenden Jahren weiter an Intensität gewinnen.
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