Hacker manipulieren Kühlsysteme in Supermärkten. Nach Angriffen in Europa sind nun auch Edeka-Märkte und weitere deutsche Händler betroffen.

Foto: „EDEKA Minden-Hannover/Christian Schwier“
Was zunächst nach einem technischen Zwischenfall in Frankreich aussah, entwickelt sich offenbar zu einem internationalen Problem: Hacker manipulieren zunehmend die Kühlsysteme von Supermärkten. Jetzt sind auch deutsche Händler betroffen. Die möglichen Folgen für Lebensmittel und Warenwirtschaft sind erheblich.
Die Bedrohung durch Cyberkriminalität erreicht eine neue Dimension im Lebensmitteleinzelhandel. Nachdem bereits vor wenigen Wochen mehrere Angriffe auf Kühlsysteme französischer Supermärkte bekannt geworden waren, sind nun auch deutsche Handelsunternehmen betroffen. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, wurde unter anderem ein Edeka-Markt der Kaufleute Ernst in Niederbayern angegriffen. Dort soll das Kühlsystem in der Nacht auf Montag so manipuliert worden sein, dass die Anlage auf 50 Grad heizen sollte.
Auch in Nordrhein-Westfalen attackierten Hacker Märkte. Darunter befindet sich offenbar auch ein von der Arbeiterwohlfahrt betriebener Lebensmittelmarkt.
Europaweit geraten Kühlanlagen ins Visier

Foto: Sauermann GmbH.
Die Vorfälle beschränken sich längst nicht mehr auf Deutschland und Frankreich. Auch aus Belgien, Schweden und den Niederlanden sind entsprechende Angriffe gemeldet. In Belgien waren unter anderem Filialen von Delhaize, Carrefour und Spar betroffen. Der Kühltechnik-Dienstleister Sabcobel berichtet inzwischen von rund 20 manipulierten Anlagen.
In Schweden gerieten mehrere ICA-Filialen ins Visier der Angreifer. Besonders bemerkenswert sind auch die Meldungen aus den Niederlanden: Dort sollen nach Angaben des Kühltechnikunternehmens Danfoss mindestens 17 kleinere Geschäfte betroffen sein.
Damit zeichnet sich ein Angriffsmuster ab, das den europäischen Lebensmittelhandel vor neue Herausforderungen stellt.
Wenn die Kühlung zur Schwachstelle wird
Die Kühltechnik gehört zu den wichtigsten technischen Infrastrukturen eines Supermarktes. Sie sichert nicht nur die Qualität und Haltbarkeit empfindlicher Lebensmittel, sondern ist auch für die Einhaltung gesetzlicher Hygiene– und Temperaturvorgaben entscheidend.
Werden solche Anlagen digital manipuliert, können innerhalb kurzer Zeit erhebliche Schäden entstehen. Neben möglichen Warenverlusten drohen Betriebsunterbrechungen, zusätzliche Kosten und Vertrauensverluste bei den Kunden.
Cybersicherheit wird immer mehr zur Handelsaufgabe

Foto: Supermarkt-Inside mit KI-Support
Die aktuellen Vorfälle zeigen, dass Cybersecurity längst nicht mehr nur ein Thema für Kassensysteme, Zahlungsverkehr oder Kundendaten ist. Auch vermeintlich alltägliche technische Einrichtungen wie Kühl- und Klimaanlagen müssen konsequent gegen digitale Angriffe abgesichert sein.
Für den Lebensmitteleinzelhandel ist das ein deutliches Warnsignal: Die Sicherheit der Lebensmittelversorgung hängt zunehmend auch von der Sicherheit digital vernetzter Technik ab.
Beitragsfoto: Supermarkt-Inside mit KI-Support
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