Tierbedarfshändler erschließt neue Standorte und positioniert sich im Premiumsegment

„Kölle Zoo in Ulm“ Foto: Supermarkt-Inside
Der Tierbedarfshändler Kölle Zoo erweitert sein Filialkonzept und setzt künftig verstärkt auf kleinere Verkaufsflächen. Am 17. Oktober soll in Ludwigsburg ein neues Marktformat eröffnen, das für den bislang vor allem großflächig aufgestellten Anbieter eher ungewöhnlich ist. Der Markt kommt ohne Lebendtierhaltung aus und soll zeigen, wie sich das Premiumkonzept auch auf kompakteren Flächen umsetzen lässt.
Premium statt Discount: Kölle Zoo sucht neue Wege
Kleinere Standorte sind für Kölle Zoo grundsätzlich kein Neuland. Bislang bilden Verkaufsflächen unter 1.000 Quadratmetern allerdings die Ausnahme im Filialnetz. Mit dem neuen Konzept will das Unternehmen zusätzliche Standortpotenziale erschließen und seine Präsenz in attraktiven Lagen ausbauen.
Geschäftsführer Ramin Danaei sieht insbesondere im Premiumsegment Chancen. „Discount gibt es genug“, betonte der Manager gegenüber der Lebensmittel Zeitung. Während andere Anbieter verstärkt auf preisorientierte Konzepte setzen, will Kölle Zoo mit einem hochwertigen Sortiment und einer entsprechenden Einkaufsatmosphäre punkten.
Auch in Österreich ist der Händler mit kleineren Formaten gestartet. Die jüngsten Eröffnungen in St. Valentin und Gralla markieren dort den Auftakt. In Belgien betreibt Franchise-Partner Sebastian Haep bereits seit dem vergangenen Jahr einen kleineren Markt.
Leerstände eröffnen neue Standortchancen

„Kölle Zoo in Ulm“ Foto: Supermarkt-Inside
Ein wichtiger Treiber der Expansion ist die zunehmende Verfügbarkeit geeigneter Handelsflächen. Durch Insolvenzen, etwa von Depot, und Geschäftsaufgaben im Modehandel entstehen zahlreiche Möglichkeiten für neue Nutzungskonzepte. „Viele Möglichkeiten für uns“, sagt Danaei mit Blick auf die aktuelle Entwicklung am Immobilienmarkt.
Auch andere Tierfachhändler beobachten diese Chancen. Die Geschäftsführung von Futterhaus hatte sich bereits zuvor ähnlich geäußert. Kölle Zoo plant ebenfalls weitere Neueröffnungen: Für das laufende Jahr hat das Unternehmen bislang sechs neue Standorte und drei Umbauten vorgesehen.
Nähe zu Fressnapf wächst

Herr Pohl (Inhaber Kölle Zoo) / Herr Ramin Danaei (Geschäftsleitung Kölle Zoo) / Frank Lehmann (Supermarkt-Inside)
Foto: Supermarkt-Inside
Mit den kleineren Märkten rückt Kölle Zoo zugleich näher an das Filialgeschäft von Fressnapf heran. Dabei ist die Beteiligungsstruktur bemerkenswert: Kölle Zoo gehört zur MP Group von Matthias Pohl, der zugleich zu den größten Fressnapf-Franchisepartnern zählt. Fressnapf hält außerdem 23,7 Prozent an Kölle Zoo.
Die Entwicklung zeigt, dass kompaktere Formate auch im spezialisierten Tierfachhandel an Bedeutung gewinnen. Für Kölle Zoo bietet sich damit die Chance, zusätzliche Standorte zu erschließen, ohne ausschließlich auf großflächige Immobilien angewiesen zu sein.
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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet




