Galeria-Insolvenz bedroht auch einige Lidl-Filialen.

Galeria-Insolvenz bedroht auch einige Lidl-Filialen. Angekündigte Lidl-Eröffnungen bleiben trotz Galerias Insolvenzantrag bestehen.

Bildrechte: Lidl Fotograf: Saskia Uppenkamp

Am 2. Oktober 2026 wurde bekannt, dass Galeria erneut Insolvenz beantragt hatte. Es ist bereits das vierte Insolvenzverfahren innerhalb von sechs Jahren. Das Amtsgericht Düsseldorf ordnete nun dazu am 5. Oktober ein vorläufiges Insolvenzverfahren an und bestellte den Rechtsanwalt Frank Kebekus zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Kebekus kennt Galeria gut, er hat bereits die Insolvenzverfahren 2020 und 2022 als Sachwalter begleitet. Der Geschäftsbetrieb soll zunächst weiterlaufen. Betroffen sind 83 Warenhäuser mit rund 12.000 Beschäftigten. Welche Standorte langfristig bestehen bleiben, ist noch nicht abschließend geklärt. 

Für die Schwarz-Tochter Lidl ist diese Situation besonders brisant, denn der  Discounter betreibt bereits Märkte in Galeria-Gebäuden und verfolgt damit ein Konzept, das Lebensmittelversorgung und klassische Warenhäuser miteinander verbindet. Die ersten beiden entsprechenden Lidl-Filialen wurden 2024 in Berlin am Hermannplatz und am Kurfürstendamm eröffnet.

Nach einem aktuellen Bericht vom 8. Oktober will Lidl an diesen beiden Berliner Standorten sowie am Standort Hamburg festhalten. Das Unternehmen erklärte bereits, dass es die Filialen weiterbetreiben will. Dies ist auch gut möglich, da die  Lidl-Filialen baulich und technisch weitgehend vom übrigen Galeria-Warenhaus getrennt sind.  Sie verfügen über eigene Eingänge und können deshalb grundsätzlich unabhängig vom Geschäftsbetrieb des Warenhauses öffnen. 

Expansionspläne von Lidl bleiben bestehen.

Lidl / Foto: Supermarkt-Inside

Da Lidl auch langfristig die Filialen halten möchte, die in Galeria- Häusern verankert sind, sollen auch die Expansionen an anderen Standorten bestehen bleiben. Der Discounter hatte bereits angekündigt, bis Ende 2026 weitere Märkte in Galeria-Gebäuden zu eröffnen. Geplant sind Standorte in Stuttgart an der Königstraße und in Düsseldorf an der Schadowstraße. Für Hamburg war die Eröffnung im Alstertal-Einkaufszentrum vorgesehen. In Viernheim gibt es eine andere Situation. Hier gehört das Galeria-Gebäude inzwischen Kaufland, einem Schwesterunternehmen von Lidl. Kaufland plant dort einen eigenen Markt, während auch Lidl zuvor einen Standort angekündigt hatte. Wie diese Planung endgültig umgesetzt wird, steht noch in der Entscheidung.

Für Galeria selbst ist die Lage wesentlich brisanter. Denn bereits im Juli diesen Jahres hatte das Unternehmen 33 Warenhäuser auf den Prüfstand gestellt. Dabei geht es vor allem um Mietkosten, Flächengrößen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Geschäfte. Hier muss mit weiteren Schließungen gerechnet werden, wenn keine tragfähigen Vereinbarungen mit den Vermietern erzielt werden können.

Zukunft von Galeria mehr als unsicher.

Aldi Süd in Ulm / Foto: Supermarkt-Inside

Die Gewerkschaft ver.di sieht die erneute Insolvenz als Fehler vom Management. Und bei den Eigentümern. Denn in den letzten Jahren sind durch die Gesellschafter keine nachhaltigen Investitionen geflossen und es ist auch zu wenig in neue oder bessere Sortimente investiert worden. Auch das sind Gründe, sagt ver.di zur erneuten Insolvenz. 

Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Bereits im Juni hatte ver.di die Eigentümer aufgefordert, endlich in das traditionsreiche Unternehmen zu investieren und Verantwortung für die Beschäftigten zu übernehmen.

Jetzt wartet man gespannt auf Entscheidungen oder Pläne, wie es bei Galeria weitergeht. Wie für viele Experten, steht auch für ver.di fest, dass Warenhäuser auch in Zukunft eine wichtige Rolle für die Attraktivität vieler Innenstädte bedeuten können.

Aktuell betreibt der Konzern noch rund 83 Warenhäuser in Deutschland und beschäftigt etwa 12.000 Menschen. Wie sich Galeria negativ verändert hatte, zeigen auch die Zahlen des Handelsforschungsinstituts EHI: 2019 machte der Konzern mit 174 Filialen noch 4,5 Milliarden Euro Umsatz, 2025 mit weniger als der Hälfte der Standorte nur noch 2 Milliarden Euro.

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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet

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