Wie kann es bei Feneberg weitergehen?

Feneberg: Bundeskartellamt prüft weiterhin  Einstieg von Rewe und der LEH Allgäu GmbH.

 

Bei Feneberg ist die Zukunft der Filialen auch im September 2026 noch nicht endgültig entschieden. Nach aktuellem Stand der Dinge sollen die Feneberg-Filialen, die sich seit April 2026 im Insolvenzverfahren befinden, von Rewe und der LEH Allgäu GmbH des Geschäftsmanns Alexander Pade übernommen werden. Damit verliert die Edeka Südbayern 72 Märkte zwischen Augsburg und dem Bodensee. Edeka Südbayern hatte Feneberg bis zuletzt beliefert und ist nach übereinstimmenden Medienberichten mit hohen Außenständen konfrontiert. Der ursprünglich erwartete Abschluss der kartellrechtlichen Vorprüfung ist inzwischen überholt.

Das Bundeskartellamt hat die geplante Übernahme von Teilen des Feneberg-Geschäfts durch die Rewe- Zentralfinanz eG in ein Hauptprüfverfahren überführt. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen B4-35/26. Damit wird die geplante Transaktion deutlich intensiver auf ihre Auswirkungen auf den Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel untersucht. Eine endgültige Freigabe liegt bislang nicht vor. Allerdings laufen die Vorbereitungen für die Zeit danach auf Hochtouren. In der  LEH Allgäu GmbH von Alexander Pade sind die Anteile von 65 Prozent der Mitgesellschafter eingetragen. Anelie Feneberg hält über eine Beteiligungsgesellschaft noch 15 Prozent und ihr Mitgeschäftsführer Robert Polland demnach 20 Prozent.

Der Ablauf bisher.

Foto: https://www.klimm-media.de/

Die Rewe Group, die Eigenverwaltung der Feneberg Lebensmittel GmbH (FLM) und die LEH-Allgäu GmbH hatten eine gemeinsame Investorenvereinbarung für die geplante Zukunftslösung der Feneberg-Standorte unterzeichnet. Die FLM befindet sich seit dem 1. April 2026 im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Die Übernahme von 35 Standorten der Feneberg GmbH hatte Rewe am 16.07.2026 beim Bundeskartellamt angemeldet. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen sieht für die Fusionskontrolle im Vorprüfverfahren eine Frist von einem Monat ab dem Eingang einer vollständigen Anmeldung vor. Dieses Verfahren läuft aktuell.  Das bedeutet auch, dass Edeka Südbayern 72 Märkte verliert. Der Insolvenzverwalter hatte Rewe und die LEH Allgäu GmbH gewonnen, um die Märkte weiterzuführen.  Ziel ist, die Märkte, die Nahversorgung und die rund 3.700 Arbeitsplätze zu erhalten.

Ausgangspunkt der Entwicklung war die Insolvenz von Feneberg. Das Allgäuer Traditionsunternehmen befindet sich seit dem 1. April 2026 in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Im Juli wurde schließlich eine Investorenvereinbarung zwischen der Feneberg-Eigenverwaltung, der REWE Group und der neu gegründeten LEH Allgäu GmbH geschlossen. Danach soll die Zukunft der bislang insgesamt 72 Feneberg-Standorte auf zwei Unternehmen verteilt werden.

Rewe kann dann ungefähr die Hälfte der Märkte übernehmen, die andere Hälfte und  die Zentrale in Kempten soll unter Führung der LEH Allgäu GmbH weitergeführt werden. Die Marke Feneberg  soll dabei erhalten bleiben.

Noch viel Unsicherheit bei den Beschäftigen.

Für die Beschäftigten und die regionale Nahversorgung ist eine Aufteilung von großer Bedeutung. Feneberg ist traditionell stark im Allgäu und in angrenzenden Regionen verwurzelt. Auch das „VonHier“- Konzept, regionale Produkte und Lieferanten sind ein wichtiger Bestandteil der bisherigen Positionierung von Feneberg. Die LEH Allgäu GmbH soll dieses Konzept gemeinsam mit der Marke Feneberg weiterführen. Gleichzeitig hat sich das Filialnetz bereits verändert. Fünf der ursprünglich 72 Märkte wurden Ende August dauerhaft geschlossen. Betroffen waren die Standorte in Bodnegg, Baindt, der Augsburger City-Galerie, Altusried und Peißenberg. Diese Märkte konnten keine wirtschaftlich tragbare Situation mehr aufzeigen. Im September läuft der Geschäftsbetrieb der verbleibenden Märkte weiter. 

Wo bisher die Eigenmarke der Edeka „Gut & Günstig“ im Regal stand, ist nun auch die Rewe- Marke „Ja“ zu finden. Interessant dabei ist, dass laut dem Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leiibold das Geschäft positiv verläuft und die Kundschaft die noch aktuell verwirrende Situation in den Verkaufsregalen nicht negativ empfindet. Denn in den meisten Filialen sind die Edeka- Schilder im Außenbereich bereits abmontiert.

Es ist wohl davon auszugehen, dass die Rewe die Übernahme gewinnt, sollte das Bundeskartellamt nicht noch etwas dagegen einzuwenden haben.

 

Was haltet ihr von diesem spannenden Thema?  Bitte schreibt uns indes eure Meinung auf Supermarkt Inside.

Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet

Das könnte Sie auch interessieren