Rewe schielt auf M-Preis: Kommt Bewegung in Tirols Lebensmittelhandel?

Die Rewe Group prüft offenbar einen Einstieg beim Tiroler Lebensmittelhändler M-Preis. Im Raum steht eine Minderheitsbeteiligung von rund 25 Prozent.

Die neu eröffnete Filiale Neustift im Stubaital umfasst sämtliche Innovationen, die MPREIS aktuell und künftig im Ladenbau zur Umsetzung bringt. Foto: MPreis

Noch ist nichts unterschrieben – doch allein die Gespräche könnten den österreichischen Lebensmittelhandel kräftig in Bewegung bringen. Bei M-Preis tut sich etwas. Nach Informationen von Insidern verhandelt die Kölner Rewe Group mit dem Tiroler Familienunternehmen über einen möglichen Einstieg. Konkret soll es um eine Beteiligung von rund 25 Prozent gehen. Eine Einigung gibt es bislang allerdings nicht.

M-Preis selbst hält sich bedeckt. Zu laufenden Gesprächen, möglichen Partnern oder Beteiligungsmodellen will das Unternehmen keine Stellung nehmen. Auch Rewe äußert sich nicht. Damit bleibt offen, ob aus den Gesprächen tatsächlich ein Einstieg der Kölner wird – oder am Ende ein anderes Szenario.

Rewe hätte in Tirol einiges zu gewinnen

Strategisch wäre ein Engagement für Rewe durchaus nachvollziehbar. In Tirol ist die Rewe Group im Vollsortiment derzeit lediglich die Nummer drei – hinter M-Preis und Spar. Mit einer Beteiligung am regional stark verankerten M-Preis könnte Rewe seine Position im Bundesland deutlich stärken, ohne das Unternehmen vollständig übernehmen zu müssen.

Für M-Preis wiederum könnte eine Partnerschaft mit Rewe vor allem beim Einkauf erhebliche Vorteile bringen. Die Einbindung in die Strukturen eines großen europäischen Handelskonzerns könnte Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

Doch es geht offenbar um mehr als nur Einkaufsvorteile.

M-Preis unter wirtschaftlichem Druck

Foto: Supermarkt-Inside

Der Tiroler Händler sucht bereits seit März nach Investoren. Der Grund: M-Preis kämpft seit Jahren mit wirtschaftlichen Problemen.

Nach den zuletzt veröffentlichten Zahlen erzielte die M-Preis Warenvertriebs GmbH 2024 einen Nettoumsatz von rund 907 Millionen Euro – musste gleichzeitig aber einen Jahresfehlbetrag von 7,3 Millionen Euro verkraften. In den Jahren 2022 und 2023 lagen die Verluste sogar im zweistelligen Millionenbereich.

Als eine Ursache gelten auch Differenzen innerhalb der Eigentümerfamilie Mölk. Für einen möglichen Investor dürfte deshalb entscheidend sein, wie künftig die Einflussmöglichkeiten der Familie auf das operative Geschäft geregelt werden.

Kommt es am Ende zur Aufteilung?

Noch ist völlig offen, wie die Zukunft von M-Preis aussieht. Wettbewerber spekulieren bereits über alternative Szenarien. Denkbar wäre beispielsweise, dass die rund 270 Filialen nicht bei einem einzigen Partner landen, sondern unter mehreren Händlern aufgeteilt werden.

Ein solcher Schritt würde den österreichischen Lebensmittelhandel nachhaltig verändern.

Für Rewe wäre ein Einstieg in M-Preis deshalb nicht nur eine Finanzinvestition. Er wäre ein strategischer Türöffner in Tirol – und könnte das Kräfteverhältnis zwischen Rewe, Spar und den regionalen Anbietern neu justieren.

Noch ist nichts entschieden. Aber eines ist klar: Die Investorensuche bei M-Preis ist längst mehr als eine interne Familienangelegenheit. Sie könnte zum nächsten großen Paukenschlag im österreichischen Lebensmittelhandel werden.

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