Österreichischer Händler M-Preis gerät unter Druck. Neue Investoren dringend gesucht.

Der österreichische Lebensmitteleinzelhändler M-Preis befindet sich Anfang des Jahres 2026 stark unter Druck und sucht nach neuen Investoren. Hierbei soll das Geschäftsmodell langfristig gesichert und ausgebaut werden.
Das Unternehmen mit Sitz in Tirol zählt zu den bekanntesten regionalen Handelsketten Österreichs und betreibt mehrere hundert Supermärkte, vor allem in Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Südtirol. Trotz seiner starken regionalen Verankerung steht der Händler unter zunehmendem Wettbewerbs- und Kostendruck. Vor diesem Hintergrund prüft das Unternehmen eine Öffnung für externe Kapitalgeber. Das Beratungsunternehmen PwC begleitet das aktuelle Restrukturíerungsverfahren. Es wird u.a. auch darüber spekuliert, dass mögliche Übernahmen oder auch Kooperationen machbar sind.
Bei einer positiven Entscheidung der Kartellbehörde zu einem möglichen Deal, kann sich alles noch eine Weile hinziehen. Laut Insiderwissen soll der Tiroler Händler seine Fühler bereits nach möglichen Kandidaten wie Spar oder Rewe-Tochter Billa ausgestreckt haben. Rewe und Spar kommen im Nachbarland auf ca. 70 Prozent Marktanteil vor Aldi- Hofer und Lidl. M-Preis kommt auf gut 300 Standorte, wovon allein 200 Filialen in Tirol bei einem Marktanteil von rund 3,5 Prozent beheimatet sind. Fakt ist auch, dass es kleinere Märkte in Österreich besonders schwer haben. Bestes Beispiel dafür ist Mitbewerber Unimarkt, die 45 ihrer 90 Filialen bereits an Spar und Billa abgegeben hatten.
M-Preis in Tirol noch die Nummer Eins.

MPreis Foto: Supermarkt-Inside
Besonders stark ist M-Preis in Tirol mit seinen rund 200 Märkten. Hier konnte der Händler seinen Marktanteil vor Billa und Spar sogar noch ausbauen.
Nun überlegt man, wie eine Kooperation aussehen könnte. So könnte zum Beispiel auch eine höhere Auslastung der firmeneigenen Produktionsbetriebe helfen oder auch ein Tausch von Standorten mit Mitbewerbern. M-Preis hatte auch viel Geld in Standorten außerhalb von Tirol investiert, was nicht von Erfolg gekrönt war. Im Jahr 2023 betrug der Umsatz zwar noch 893 Millionen Euro, jedoch war der Fehlbetrag mit 17 Millionen Euro mehr als bedenklich zu bezeichnen. Im Jahr davor waren auch schon 15 Millionen Euro. Der Gewinnvortrag verringerte sich auf nur noch 28 Millionen, wobei auch noch Bankschulden von 154 Millionen Euro das Ergebnis belasteten. Die Nummer Eins im Tiroler Lebensmittelhandel hatte in den vergangenen Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, so dass es auch Wechsel in der Geschäftsführung gab. So war etwa der deutsche Restrukturierungsexperte Stefan Gros für einige Zeit mit an Bord. Im Sommer des Vorjahres traten dagegen neben David Mölk und Ingo Panknin noch Jakob und Mathias Mölk sowie Gerhard Gocek in die Leitung des Familienunternehmens ein.
Zur Historie.

Die M-Preis Warenvertriebs GmbH ist ein österreichisches Handelsunternehmen mit Sitz in Völs in Österreich und zählt zu den bekanntesten regionalen Supermarktketten im Westen des Landes. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis in das Jahr 1920 zurück, als der Kaufmann Theresien Preisin Innsbruck ein kleines Lebensmittelgeschäft eröffnete.
Dieses Geschäft bildete den Grundstein für das spätere Handelsunternehmen. In den ersten Jahrzehnten blieb der Betrieb ein regionaler Familienladen, der vor allem die lokale Bevölkerung mit Lebensmitteln versorgte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann eine Phase der Modernisierung und Expansion. In den 1950er- und 1960er-Jahren entwickelte sich das Unternehmen von einem Einzelgeschäft zu einem kleinen Filialnetz in Tirol. On den 70er- Jahren setzte man früh auf eigene Produktionsbetriebe, insbesondere in den Bereichen Bäckerei und Lebensmittelverarbeitung. In den folgenden Jahrzehnten expandierte man schrittweise über Tirol hinaus, unter anderem nach Salzburg (Bundesland), Kärnten und Vorarlberg, was, wie bekannt nicht erfolgreich war, so dass man jetzt überlegen und handeln muss, um M- Preis auch als Marke zukünftig halten zu können.
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