Kodi der Non-Food Discounter meldet wieder Insolvenz an. Rund 50 von 150 Filialen sollen schließen.

Foto: KODi Diskontläden GmbH
Die Discounter-Kette Kodi hat zum zweiten Mal seit 2024 wieder Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Rund 50 von 150 Filialen sollen voraussichtlich geschlossen werden. Welche Geschäfte dies betrifft, ist allerdings noch nicht entschieden. Insgesamt sind rund 1.200 Mitarbeitende bei Kodi tätig. Aktuell hat bereits das Amtsgericht Halle das Verfahren angeordnet.
Obwohl die Zentrale von Kodi in Oberhausen angesiedelt ist, ist die juristische Firmenanschrift in Sachsen-Anhalt in Landsberg. Dies ist die Adresse von der Schwesternfirma Mäc-Geiz, die erst im Februar diesen Jahres von Kodi übernommen wurde. Auch Mäc- Geiz steckt in großen Schwierigkeiten und steht auch in der Insolvenzphase. Auch hier stehen viele Standorte auf dem Spiel. Beide Unternehmen werden aktuell von der Kanzlei Andres Partner vertreten und der Sachverwalter ist dabei Lucas Flöther. Mit der Insolvenz von Kodi gerät erneut ein traditionsreiches Handelsunternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Der Haushaltswaren- und Non-Food-Händler war über viele Jahre mit zahlreichen Filialen in Deutschland vertreten und gehörte für viele Verbraucher und Verbraucherinnen zu den festen Anlaufstellen für Artikel des täglichen Bedarfs. Das Sortiment reichte von Haushaltswaren und Reinigungsartikeln über Dekoration, Schreibwaren und Spielzeug bis hin zu saisonalen Produkten. Die Kodi Handels GmbH mit Sitz in Oberhausen versorgt seit 1981 Kundinnen und Kunden mit Produkten des Alltags.
Probleme bei Kodi schon seit 2024.

Mäc Geiz in Berlin Foto: Sebastian Rittau
Der Discounter war bereits vor knapp zwei Jahren in Schwierigkeiten gekommen. Dazu kamen noch interne Probleme bei Änderungen in der Gesellschafterstruktur. Im Februar diesen Jahres übernahm Kodi dann Mäc-Geiz und der geschäftsführende Gesellschafter Fabian Grund hält seitdem über eine gemeinsame Dachgesellschaft 80 Prozent an Kodi und Mäc-Geiz. Die restlichen 20 Prozent sind in der Hand vom vorigen Mäc- Geiz- Besitzer der MTH- Gruppe. Noch vor Monaten hatte man gehofft, durch die Übernahme beide Unternehmen besser zu bündeln, um wettbewerbsfähiger zu sein. Aber die schwache Konsumstimmung, sowie Probleme von Mäc-Geiz und nun auch bei Kodi bei der Warenkreditversicherung verhinderten das. Auch das Bemühen um „frisches Geld“ durch eine Landesbürgschaft scheint nicht geklappt zu haben. Die Beschäftigen wurden darüber informiert, dass man es nicht geschafft habe, trotz intensivster Gespräche, weitere Finanzierungshilfen zu bekommen.
Das Ziel von Kodi ist nun, den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, was sicherlich nicht einfach wird. Ein Insolvenzverfahren bedeutet jedoch nicht automatisch das Ende eines Unternehmens. Ziel eines solchen Verfahrens ist es zunächst, den Geschäftsbetrieb möglichst aufrechtzuerhalten und gemeinsam mit einem Insolvenzverwalter nach Lösungen für eine wirtschaftliche Fortführung zu suchen. Dazu können Sanierungsmaßnahmen, eine Neuausrichtung des Unternehmens oder auch die Suche nach Investoren gehören. Ob und in welchem Umfang Filialen erhalten bleiben können, hängt von der wirtschaftlichen Entwicklung während des Verfahrens ab.
Anstieg der Insolvenzen im Einzelhandel.

Die Entwicklung bei Kodi macht deutlich, dass sich der Strukturwandel im deutschen Einzelhandel weiter fortsetzt. Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle regelmäßig überprüfen und an veränderte Marktbedingungen anpassen.
Die Zahl der Insolvenzen im deutschen Einzelhandel ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nach den Sondereffekten der Corona-Pandemie belasten vor allem hohe Energie-, Miet- und Personalkosten, eine schwache Konsumnachfrage sowie der anhaltend starke Wettbewerb durch den Onlinehandel viele Unternehmen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahmen die Unternehmensinsolvenzen 2025 gegenüber dem Vorjahr um 10,3 Prozent zu. Auch 2026 setzte sich dieser Trend zunächst fort und im März wurden 15,8 Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen registriert als im Vorjahresmonat. Besonders betroffen sind Handelsunternehmen mit hohen Fixkosten und geringen Gewinnmargen. Bekannte Insolvenzen von Handelsketten wie neben Kodi und Mäc- Geiz betraf dies auch bekannte Firmen wie Depot oder Hammer.
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