Non-Food-Discounter Mäc Geiz stellt Insolvenzantrag. Filialschließungen aktuell nicht ausgeschlossen.

Mäc Geiz in Berlin Foto: Sebastian Rittau
Der bekannte Non-Food-Discounter Mäc Geiz, der erst vor zwei Jahren sein 30jähriges Firmenjubiläum feiern dufte, ist in eine finanzielle Schieflage geraten und hat nun einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale) gestellt. Das geht aus dem amtlichen Portal Insolvenzbekanntmachungen.de hervor. Ebenfalls betroffen ist demnach die für die Verwaltung zuständige MTH Retail Services (Germany) GmbH. Das Unternehmen, das seit Jahrzehnten mit einem breit gefächerten Sortiment aus Haushaltswaren, Schreibartikeln, Dekoration und Saisonprodukten präsent ist, reagiert damit auf anhaltende wirtschaftliche Belastungen und strukturelle Veränderungen vorrangig im Non-Food- im Einzelhandel.
Mäc-Geiz betreibt 183 Filialen vor allem in den ostdeutschen Bundesländern und ist dort ein etablierter Bestandteil vieler Innenstädte und Einkaufszentren. Der Insolvenzantrag wirft daher nicht nur wirtschaftliche, sondern auch regionale Fragen auf. Fakt ist wohl, dass der Geschäftsbetrieb in den rund 180 Filialen vorerst weiterlaufen wird. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage sei es erforderlich, sich grundlegend neu aufzustellen, heißt es seitens vom Unternehmen, was auch bedeuten könnte, dass es Filialschließungen geben kann.
Mitarbeitende bekommen Insolvenzgeld.
Aktuell sollen nun alle Standorte hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Situation und Profitabilität überprüft werden. Dabei ist noch völlig unklar, welche Filialen und Standorte überhaupt von einer möglichen Schließung betroffen sind. Die Beschäftigten erhalten laut Mitteilung nun erst einmal für drei Monate Insolvenzgeld. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen fordern transparente Kommunikation und soziale Verantwortung im weiteren Verlauf des Verfahrens. Auch Kundinnen und Kunden reagieren mit gemischten Gefühlen, verbinden doch viele Menschen mit der Marke Mäc Geiz langjährige Einkaufserfahrungen und günstige Produkte. Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt das Management während des Verfahrens in der weiteren Verantwortung. Geschäftsführer Rüdiger Grommes, der erst kürzlich das Amt übernommen hatte, erhält Unterstützung durch Frank Tepaß, der als COO nun das operative Geschäft mitverantworten soll. Betroffen sind rund 1.175 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Firmen Mäc-Geiz Handelsgesellschaft und MTH Retail Services (Germany).
Insolvenz trotz Übernahme durch Kodi.

KODI in Duisburg / Foto: Supermarkt-Inside
Der Non-Food-Discounter hatte erst kürzlich den Besitzer gewechselt. Die Kodi Beteiligungs GmbH, zu der auch der Discounter Kodi gehört, übernahm die Kette erst Im Februar diesen Jahres. Dies schien für den angeschlagenen Non-Food-Discounter Mäc Geiz der Rettungsanker zu sein. Die Kodi Beteiligungs GmbH, zu der der Wettbewerber Kodi gehört, übernahm die Handelskette mit ihren rund 1200 Beschäftigten und beide Markennamen sollen bestehen bleiben, hieß es damals. Daraus könnte nun nichts werden. Die österreichische MTH-Gruppe, vormals Alleineigentümerin, hält seither noch 20 Prozent an der gemeinsamen Dachgesellschaft. Der erhoffte Neustart verlief jedoch nicht wie geplant, denn es wurde bekannt, dass die Warenkreditversicherung durch Allianz Trade über die Markant-Gruppe zum 31. Mai 2026 endet.
Normalerweise ist es in Zeiten der Preissteigerungen oder höheren Inflationsraten so, dass besonders die Discounter von den wirtschaftlich eher unsicheren Zeiten, stark profitieren.
Mäc Geiz aber begründete den Insolvenzantrag auch mit der anhaltenden Konsumzurückhaltung der Verbraucher und Verbraucherinnen, steigenden Lebenshaltungskosten und wirtschaftlichen Unsicherheiten. Ein weiterer Grund sei die Kündigung der Warenkreditversicherung, heißt es laut der Nachrichtenagentur dpa aus dem Umfeld des Unternehmens.
Dazu ist sicher auch die immer stärker werdende Konkurrenz mit Lidl, Aldi, Woolworth, Tedi und auch Action ein Grund, das erhoffte Umsatz- und Ertragsziele nicht erreicht wurden.
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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet


