Lebensmittelhandel gewinnt Marktanteile im DIY- Markt. Auch Discounter wie Lidl, Action und Co. gewinnen weiter.

Im Jahr 2025 zeichnet sich im deutschen Einzelhandel ein klarer Trend ab. Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) baut seine Stellung als dominierende Handelsbranche weiter aus und gewinnt gegenüber klassischen Baumärkten Marktanteile, auch wenn beide Segmente unterschiedliche Geschäftsmodelle bedienen. Während der LEH nicht direkt in dieselben Produktkategorien wie Baumärkte wie Hornbach, Toom oder Hagebau konkurriert, zeigt sich doch, wie stark der Lebensmittelhandel in der täglichen Kaufkraft der Konsumenten verankert ist und wie eher traditionelle Supermärkte andere stationäre Handelssegmente übertrumpfen, wenn es um Frequenz, Umsatzvolumen und Relevanz im Einkaufsalltag geht. Auch die Discounter wie Lidl und die niederländische Kette Action nehmen den Baumärkten weiter Anteile ab.
Laut Branchenanalysen ist der LEH-Umsatz 2024 auf über 270 Milliarden Euro angestiegen, was die hohe Bedeutung dieses Sektors für den Einzelhandel unterstreicht. Im Gegensatz dazu ist der DIY-/Baumarktsektor 2025 von Stagnation bis leichten Rückgängen geprägt. Branchenzahlen zeigen, dass die Gesamtumsätze vieler Baumarktbetreiber nominal teils unter dem Vorjahresniveau liegen oder nur moderat wachsen, während die Branche insgesamt nur ein sehr geringes oder sogar negatives Wachstum verzeichnet. Experten prognostizieren für 2026 beispielsweise nur ein minimales Wachstum von 0,2 Prozent für den DIY-Handel, im Jahr 2025 liegt der Rückgang laut Beobachtern bei rund 1,3 % beim Gesamtumsatz der Baumärkte.
Lidl, Kaufland und Action besonders erfolgreich.

Lidl und Kaufland haben sich mittlerweile mit ihrer Eigenmarke „Parkside“ einen guten Namen gemacht. Kaufland betreibt schon 30 Shop- in- Shop- Flächen mit bis zu 120 qm mit einem Werkzeug- und Baumarktsortiment.
Auch der niederländische Non-Food-Discounter Action macht seit einiger Zeit Furore und zählt schon heute zu den am schnellsten wachsenden Einzelhandelsunternehmen Europas und ist inzwischen ein zentraler Akteur im Discount-Segment. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Action einen Netto-Umsatz von rund 13,8 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 21,7 % gegenüber 2023 entspricht. Auch im laufenden Jahr 2025 setzt sich dieses Wachstum fort.
In den ersten neun Monaten stieg der Nettoumsatz auf rund 11,2 Milliarden Euro, was einem Plus von 17,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht, während 221 neue Filialen eröffnet wurden und Action nun mehr als 3 139 Stores in Europa betreibt. Der Erfolg von Lidl und Co. liegt auch daran, dass sich diese mehr auf spannenstarke Produkte und Sortimente konzentrieren, die sich auch schnell abverkaufen können.
Konsumenten verändern sich.

Großer PARKSIDE Shop-in-Shop in der Kaufland-Filiale Neckarsulm. Foto: Kaufland
Ein weiterer Faktor für Verluste bei den traditionellen Baumärkten ist auch das veränderte Einkaufsverhalten der Konsumenten. Die anhaltend wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Energiekosten und vorsichtiges Ausgabeverhalten der Haushalte lassen viele Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Prioritäten neu setzen. Alltagseinkäufe von Lebensmitteln und Drogerieartikeln bleiben stabil oder wachsen, während investitions- oder projektbezogene Käufe (wie im DIY-Bereich) zurückhaltender ausfallen. In der Konsequenz verteidigen und erhöhen LEH-Aktoren ihre Marktposition, während DIY-Händler stärker um jeden Quadratmeter Verkaufsfläche, jede Kundenfrequenz und jeden Euro Umsatz kämpfen müssen.
Der Discount- und LEH-Bereich profitiert zudem von Trends wie Private-Label-Wachstum, digitalen Services und Convenience-Konzepten, die auch traditionelle Supermärkte konkurrenzfähig halten und das Einkaufserlebnis für Kunden und Kundinnen attraktiver machen. Diese Faktoren stärken die Marktposition des LEH gegenüber „selteneren“ Sortimentskäufen, zu denen viele Baumarktprodukte gehören.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Lebensmitteleinzelhandel und die Discounter gegenüber den klassischen Baumärkten wohl auch im neuen Jahr weiter Marktanteile gewinnen werden und dem Baumärkten weiter zusetzen werden.
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