Edeka und Getränke Hoffmann starten die Kooperation.

Edeka und Getränke Hoffmann starten die Kooperation. Bundeskartellamt bisher nur vorläufige Prüfung.

Edeka und der Getränkehändler Hoffmann starten nun rund ein Jahr nach der ersten Ankündigung ihre gemeinsame Kooperation bei der Warenbeschaffung für international und überregional tätige Marken. Start ist der 1. Juli diesen Jahres. Edeka soll die Einkaufsmenge von Hoffmann nun bald mitverhandeln, wenn es um die nationalen und internationalen Lieferanten geht. Edeka will dann Hoffmann die Waren zum Großhandelsabgabepreis weiter verkaufen. Die regionale Warenbeschaffung, wie auch Vertrieb und Marketing, bleibt allerdings weiterhin eigenständig.

Schon jetzt hat Hoffmann die Zusammenarbeit mit dem Einkaufsring der Deutschen Getränkemärkte zum Jahresende 2026 gekündigt. Der Vorteil ist, dass der Getränkehändler nun auch Waren theoretisch woanders kaufen könnte. Was die logistischen Begebenheiten betrifft, soll sich erst mal nichts ändern. Hoffmann betreibt eigene Läger und bezieht u.a. auch Ware von anderen Großhändlern. Auch gibt es Vereinbarungen mit der Deutsche Getränke- Logistik ( DGL), die aktuell ein neues Lager auf einem Grundstück von Edeka- Nordbayern baut. Hier würde dann nach Fertigstellung auch Hoffmann beliefert werden.

Bisher nur vorläufige Prüfung durch das Bundeskartellamt.

 (Foto: EDEKA Minden-Hannover/Christian Bierwagen)

Die Grundlagen der strategischen Allianz wurden bereits im Sommer 2025 gelegt, als sich der Druck im Getränkesektor weiter zuspitzte. Stark steigende Energie- und Rohstoffkosten sowie der anhaltende Preiskampf durch Discounter zwangen den Fachhandel zum Handeln. Nachdem die Rewe-Gruppe durch die Trinks-Übernahme ihre Position gestärkt hatte, suchte Getränke Hoffmann nach einem schlagkräftigen Partner zur Gewinnsicherung. In Edeka fand die Tochter der Radeberger Gruppe den idealen Verbündeten. Bisher hatte das Bundeskartellamt das Vorhaben von Edeka nur vorläufig prüfen können. Das liegt u.a. auch daran, dass das Amt aktuell nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung hat. Das hat auch mit dem Fusionskontrollverfahren Tegut/ Edeka  und Tegut/ Rewe zu tun, das innerhalb sechs Monaten abgeschlossen ein soll.

Getränke Hoffmann ist mit rund 600 Filialen Deutschlands größter Getränkefacheinzelhändler. In den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Bayern, Thüringen und Schleswig-Holstein ist Getränke Hoffmann aktiv.

Ein Ausblick.

Bildrechte:EDEKA / RTLFotograf:EDEKA ZENTRALE Stiftung & Co. KG

Die Kooperation von Edeka und Getränke Hoffmann zeigt eindrucksvoll, wie sich der Fachhandel neu aufstellt und aufstellen muss,  um im Preiskampf gegen Hard-Discounter und andere Großflächenmärkte konkurrenzfähig zu bleiben. Während Verbraucher und Verbraucherinnen mittelfristig von stabilen Angebotspreisen und einer hohen Warenverfügbarkeit profitieren dürften, erhöht sich der Druck auf die Markenartikelhersteller weiter, wettbewerbsfähige Margen einzuräumen.

Fakt ist sicher auch, dass die strategischen Kooperationen und Zusammenschlüsse mehr als  einen kurzfristigen Trend im deutschen Einzelhandel bedeuten. Experten gehen davon aus, dass sich dieser Konsolidierungstrend in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Für kleinere Getränkefachhändler und unabhängige Händler bedeutet dies einen weiter zunehmenden Wettbewerbsdruck, während große Handelsgruppen ihre Einkaufsmacht konsequent ausbauen. Entscheidend wird sein, ob es den Unternehmen gelingt, neben attraktiven Preisen auch mit Service, Sortiment, regionalen Produkten und innovativen Einkaufskonzepten die Kunden und Kundinnen langfristig an sich zu binden.

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