Frischetheken bleiben das Highlight im Lebensmittelhandel.

Frischetheken bleiben das Highlight im Lebensmittelhandel – Fleisch und Wurst mit den höchsten Umsatzanteilen.

Auch die Freiburger Fischtheke wurde durch die Fachzeitschrift „Lebensmittel Praxis“ mit Bronze prämiert. Foto: Kaufland

Trotz wachsender Selbstbedienungsbereiche, digitaler Einkaufsmöglichkeiten und einer zunehmenden Preissensibilität der Verbraucher und Verbraucherinnen bleiben auch aktuell die Frischetheken das emotionale Herzstück des deutschen Lebensmitteleinzelhandels. Ob Fleisch, Wurst, Käse, Fisch oder Feinkost,  kaum ein anderer Bereich vermittelt so deutlich die Werte Frische, Qualität, Beratung und Vertrauen. Gerade in Zeiten, in denen sich viele Sortimente immer stärker ähneln, bieten gut geführte Frischetheken den Märkten eine echte Möglichkeit, sich vom Wettbewerb zu differenzieren.

Nun zeigt eine aktuelle Yougov- Studie „Frische im LEH- der Thekenkompass“ auf, wie bedeutend der Frischebereich für die unterschiedlichen Käufergruppen ist. Dafür wurden 1000 Personen ab 18 Jahren befragt. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie sagt aus, dass 83 Prozent aller Befragten aussagten, dass die Frischetheken als ein wichtiges Argument für den Gesamteidruck über das Frische- und Qualitätsniveau des gesamten Geschäfts gilt. Auch 81 Prozent sehen die Frische als wichtig, für den Gesamteindruck des Sortiments an.  Dazu gilt für  78 Prozent der Befragten der Frischebereich, Vertrauen in ein Geschäft zu haben.

Die Rolle der Bedientheke im Wandel.

Interessant ist auch in der Studie herausgekommen, dass sich die Bedientheke stark verändert hat, was u.a. an der sinkenden Reichweite liegt. 

Die Daten der Befragung ergaben auch, dass die Käuferzahlen seit 2022 um 2,5 Prozent gesunken sind. Dazu ist die Zahl der Einkaufswege um 1,6 Prozent zurück gegangen. Ein Ergebnis ist, dass die Theken vermehrt  für geplante Mahlzeiten oder Besuche genutzt werden. Also mehr zu einem Mehrwertmoduls, anstatt wie früher zu einem reinen Versorgungspunkt. Das bedeutet, dass sich der Lebensmittelhandel  mehr Gedanken um den Thekenbereich machen sollte, als bisher. Weg vom Massenkanal- hin zu einem echten inspirationspunkt für die Kundschaft.

Fakt ist aus der Umfrage auch, dass die höchsten Umsatzanteile bei Wurst und Fleisch lagen. Hier lagen die  TOP 3 der Einkäufe bei Rind- und Schweinefleisch, sowie Hackfleisch. Der Käseanteil lag bei nur 9 Prozent, wobei Spezialsorten eine wichtige Rolle spielen. Bei den Thekenverkäufen von Fisch und Feinkost lagen die Anteile bei jeweils 4 Prozent.

Ein Ausblick.

Innerhalb des Lebensmittelhandels übernehmen die Frischetheken eine weiterhin wichtige, wenn nicht sogar entscheidende Rolle für die Menschen bei ihren Einkäufen. Zumindest ist das Ergebnis der Yougov- Studie eindeutig.

Frischetheken sind weit mehr als reine Verkaufsflächen. Viele Kunden und Kundinnen verbinden den Einkauf an der Bedientheke mit persönlicher Beratung, individueller Produktauswahl und einem höheren Qualitätsanspruch. Während verpackte Ware häufig über den günstigeren Preis verkauft wird, stehen an der Frischetheke Kompetenz, Vertrauen, Image und Service im Mittelpunkt. Gerade bei hochwertigen Fleisch- und Wurstwaren, regionalen Spezialitäten oder Käse aus der Bedienung wünschen sich viele Menschen mehr Informationen zur Herkunft, Zubereitung oder Nachhaltigkeit, was die “normale“ Selbstbedienung  nicht leisten kann.

Auch ist der Frischebereich wichtig, um den Warenkorb zu erhöhen und die Kundschaft länger im Geschäft zu halten. Dazu ein weiterer Vorteil ist, dass es  häufig so ist, dass die Kunden und Kundinnen, die frische Waren in einem Geschäft kaufen, auch die restlichen Produkte hier mitnehmen.

Deshalb investieren viele Handelsunternehmen trotz hoher Personalkosten weiterhin in moderne Bedientheken, attraktive Warenpräsentationen und qualifiziertes Personal.

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