Einnahmequellen über Nacht – wie der LEH mehr Erträge generiert

Eine weitere Einnahmequelle für den LEH ist – Parken über Nacht. Aldi und Lidl vermieten Parkplätze an Anwohner außerhalb der Öffnungszeiten.

Das Problem ist lange bekannt. Parkplätze sind rar gesät und vor allem mehr als schwierig, das Auto über Nacht abzustellen, wenn man keine eigene Garage oder einen Stellplatz hat. Die über Nacht leeren Plätze an Supermärkten oder Discountern galten Anwohnerinnen und Anwohnern lange Zeit als günstige bzw. kostenlose Möglichkeit, das Auto über Nacht abzustellen. Denn meist sind nach Ladenschließung die Parkflächen leer und nicht immer durch Schranken versperrt. 

Doch auch diese Möglichkeit scheint nun nach und nach wegzufallen. Der Discounter Lidl hatte bereits vor wenigen Wochen damit begonnen, im Rahmen eines Testlaufs Stellplätze einer Hamburger Filiale zur nächtlichen Nutzung kostenpflichtig zu vermieten. Anwohner und Besucher können täglich von 18:00 Uhr bis 08:00 Uhr des Folgetags insgesamt zehn kostenpflichtige Pkw-Stellplätze auf dem Lidl Parkplatz über die App des Anbieters Wemolo buchen. Pro Nacht kostet der Stellplatz 3 Euro. Für ein Wochenpaket verlangt Lidl 12 und für das Monatspaket (30 Nächte) werden 30 Euro fällig. Die Parkplatzbuchung ist unkompliziert. Man mietet sich über einen ausgehängten QR-Code, die Webseite oder App des entsprechenden Anbieters einfach einen Stellplatz. Dabei gibt man auch das Kennzeichen seines Fahrzeuges an. Fährt man auf den Parkplatz, wird das Kennzeichen durch ein intelligentes Kamerasystem erfasst.

Aldi vermietet Plätze schon seit 2024.

Foto: ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH & Co. oHG

Mitbewerber Aldi bietet das sogenannte Feierabendparken an Standorten in Düsseldorf, Krefeld, Köln und Bonn teils schon seit 2024 an. Auch hier übernimmt  Wemolo die technische Abwicklung der Parkplatzvermietung. Autofahrer können die Stellplätze über eine Web-App oder einen QR-Code vor Ort buchen. Eine KI-gestützte Kennzeichenerkennung erfasst das Fahrzeug und kontrolliert die Einhaltung der Rahmenbedingungen. Die Parkflächen stehen von Montag bis Samstag zwischen 18:30 und 8:30 Uhr zur Verfügung, sonntags ist die ganztägige Nutzung möglich. Der Kostenpunkt pro Nacht liegt wie im Fall von Lidl bei 3 Euro. Wer für eine ganze Woche bucht, zahlt 12 Euro, und den kompletten Monat gibt es im Abo für 30 Euro. Für die Aldi-Kundschaft stehen die Parkplätze tagsüber weiterhin kostenlos bereit. Ob und in welchem Tempo Aldi das Angebot ausbaut, bleibt offen. 

Erst kürzlich weitete etwa Aldi Süd das Feierabendparken weiter aus. In Südbayern (unter anderem in Augsburg, Allgäu und Oberland) können Anwohner an inzwischen neun Standorten nachts und auch sonntags, sogar tagsüber die Stellplätze mieten. Eine Nacht kostet drei Euro, ein Monatsabo gibt es für 30 Euro. 

Ist die Parkplatzvermietung die Zukunft?

Aktuell ist es noch nicht sicher, ob es ein flächendeckendes Parkplatzangebot seitens Aldi oder auch Lidl geben wird. Denn es gibt auch organisatorische und behördliche Problematiken, wie Lärmbelästigung durch Parkbewegungen in der Nacht, die die Nachtruhe stören könnten. Dazu müssen in vielen Fällen auch immer  baurechtliche Belange eingehalten werden.

Bei Edeka, die mehr genossenschaftlich strukturiert ist, sieht es in der Thematik so aus, dass die ca. 3.400 selbstständigen Kaufleute eigenständig über das Angebot und die Ausstattung ihrer Märkte entscheiden.

Das heißt, dass es von Konzernebene keine Vorgaben darüber gibt, wie etwa Parkplätze zu nutzen sind, und die Inhaber oder Inhaberinnen der einzelnen Edeka-Filialen selbst entscheiden können, wie sie die Dinge handhaben.

In Düsseldorf gibt es zum Beispiel einen Edeka-Markt, der über ein Parkdepot seit einigen Jahren Anwohnerparken anbietet. Hier bietet eine Kaufmannsfamilie über eine Webseite Parkplätze zur Buchung an.

Auch wenn die bisher noch wenigen Parkplatzvermietungen sicher nur ein „Tropfen auf dem heißen Stein“ bedeuten, ist generell die Vermietung von unnötig leerstehenden Flächen eine gute Idee. Denn durch die Belegungen in späteren Tageszeiten gibt man den Anwohnern und Anwohnerinnen einen echten Mehrwert.

Besonders in den immer stärker wachsenden Großstädten mit begrenztem Raum gewinnen flexible und kurzfristige Vermietungsmodelle zunehmend an Bedeutung. Digitale Plattformen, Echtzeit-Informationen und smarte Bezahlmöglichkeiten machen Parken effizienter und nutzerfreundlicher. Gleichzeitig verändern Trends wie Sharing-Modelle und neue Mobilitätskonzepte die Nachfrage nach Stellplätzen. 

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