Rossmann eröffnet ersten IT- Standort im Ausland

Rossmann eröffnet ersten IT- Standort im Ausland. Neue Tochtergesellschaft in Albanien gegründet.

Die Drogeriemarktkette Dirk Rossmann GmbH mit Sitz in Burgwedel treibt ihre internationale Digitalisierung voran und eröffnet erstmals einen eigenen IT-Standort außerhalb Deutschlands. Wie das Unternehmen am 11. Juni 2026 bekannt gab, nimmt die neu gegründete Tochtergesellschaft „Rossmann Digital Services“ in der albanischen Hauptstadt Tirana ihren Betrieb auf. Damit reagiert das Unternehmen auch auf die weiter steigenden Anforderungen an seine digitale Infrastruktur und setzt zugleich ein deutliches Zeichen für die weitere Internationalisierung des Unternehmens. Schon vor mehreren Monaten startete Rossmann die Vorbereitungen und hatte auch mit der Rekrutierung von Fachkräften begonnen.

Der neue Standort ist der erste reine IT-Hub von Rossmann im Ausland. Zum Start sollen dort rund 30 internationale IT-Fachkräfte beschäftigt werden und ist Teil einer internationalen IT- Organisation. Die Mitarbeitenden sollen dann auch digitale Dienstleistungen für die gesamte Unternehmensgruppe in Deutschland und im Ausland entwickeln und betreuen. Dazu gehören unter anderem die Weiterentwicklung von E-Commerce-Plattformen, Anwendungen für Kunden und Kundinnen, interne Softwarelösungen, wie auch die Unterstützung der digitalen Prozesse in den verschiedenen Landesgesellschaften.

Rossmann stärkt weiter seine IT- Strukturen.

 

Die Expansion der IT-Strukturen spiegelt auch die internationale Entwicklung des Unternehmens wider. Denn Rossmann ist inzwischen in zahlreichen europäischen Ländern vertreten und betreibt mittlerweile mehr Filialen im Ausland als in Deutschland. Das Unternehmen erwirtschaftete 2025 einen Gruppenumsatz von rund 16,6 Milliarden Euro und beschäftigt europaweit mehr als 67.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die Bedeutung der IT wächst bei Rossmann kontinuierlich, was sich auch organisatorisch zeigt. Seit Anfang 2026 verantwortet Geschäftsführer Christian Metzner die Bereiche IT und Human Resources

Erst vor kurzer Zeit hatte Rossmann damit begonnen, ein eigenes ERP-System (Enterprise Resource Planning) zu entwickeln ERP bezeichnet die integrierte Planung, Steuerung und Verwaltung aller wichtigen Geschäftsprozesse eines Unternehmens mithilfe einer zentralen Softwareplattform. Hier wird ein Zeitraum von fünf bis acht Jahren eingeplant. Die acht Auslandsgesellschaften sollen dazu eine einheitliche ERP-Lösung erhalten, die von Microsoft- Dynamics kommt. Spanien und die Schweiz dienen aktuell als Vorreiter bei der Einführung standardisierter Geschäftsprozesse und digitaler Plattformen. In Albanien ist auch Anfang 2026 eine reduzierte Version am Start. Rossmann hat bereits gute Erfahrungen mit dem Balkanstaat Albanien gemacht. Immerhin ist man mit 25 Filialen seit 2008 dort vertreten, die von dem ehemaligen albanischen Fußballprofi Altin Lala unter dem Namen Rossmann & Lala“ betrieben werden.

LEH sucht verstärkt den Weg nach Osteuropa.

Żabka stationärer Markt in Polen

Rossmann befindet sich auf seinem Weg mit dem Aufbau seiner IT- Organisationen nicht allein. Mehrere große Lebensmitteleinzelhändler und Handelskonzerne haben in den vergangenen Jahren IT-Hubs bzw. Digitalzentren in Osteuropa aufgebaut, um Softwareentwicklung, ERP-Projekte, E-Commerce, Data Analytics und Cloud-Lösungen zu bündeln.

Dabei gilt die Schwarz Gruppe als Vorreiter unter den deutschen Händlern. Bereits 2018 wurde in Bukarest ein internationales IT-Zentrum aufgebaut, das zunächst als Lidl Digital Romania startete und später in Schwarz IT Romania umgewandelt wurde. 

Die Metro AG nutzt Entwicklungs- und Shared-Service-Strukturen in Polen, Rumänien und Tschechien. Die Standorte unterstützen unter anderem ERP-, SAP- und Supply-Chain-Projekte.

Wettbewerber Drogerie Müller ist aktuell dabei, im rumänischen Bukarest ein Hub zu eröffnen. Auch Händler Rewe und Aldi bauen ihre Digital- und Technologiekompetenzen zunehmend international aus. 

Fazit:

Der Aufbau von IT-Hubs in Osteuropa dürfte sich in den kommenden Jahren auch weiter noch beschleunigen. Besonders die Länder wie Rumänien, Polen, Bulgarien, Tschechien und Albanien verfügen über gut ausgebildete Fachkräfte, international ausgerichtete Universitäten und vergleichsweise wettbewerbsfähige Kostenstrukturen. Hinzu kommen die geografische Nähe zu den europäischen Kernmärkten sowie eine hohe kulturelle und wirtschaftliche Integration in den europäischen Binnenmarkt. 

Für den Lebensmitteleinzelhandel und die Drogeriebranche bedeutet das auch  einen grundlegenden Wandel. Es ist so, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Zukunft nicht mehr allein über Filialnetze, Sortimente oder Einkaufsmacht entschieden wird, sondern immer stärker über digitale Fähigkeiten. 

Osteuropa dürfte dabei immer mehr eine Schlüsselrolle als Technologie- und Innovationsstandort für den europäischen Handel einnehmen.

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