In den letzten zwei Jahren hat REWE seinen Online-Lieferdienst auf einen substanziellen Teil der deutschen Haushalte ausgeweitet.

Rewe Bad Wimpfen / Foto: Supermarkt-Inside
Da sich 2026 die Nutzung von Lebensmittellieferdiensten voraussichtlich steigern wird, ist das Investment der großen Supermarktkette nicht verwunderlich. Das Wachstum im Bereich der Lebensmittellieferungen hat einerseits mit der gestiegenenAkzeptanz von Online-Einkäufen zu tun, wird aber auch durch demografische Verschiebungen angetrieben. Denn bei näherer Betrachtung fällt eine Gruppe bei diesem Anstieg besonders auf: Senioren über 70 Jahre.
Unterschiedliche Anbieter berichten von zweistelligen Zuwachsraten in dieser Altersgruppe, wobei die genauen Zahlen je nach Region und Quelle variieren. Die operative Konsequenz aus diesen Zahlen ist trotzdem klar: Supermärkte müssen beim Lebensmittel-Lieferdienst mitziehen, um mit der demografischen Veränderung mithalten zu können.
Die Geschenk-Lücke für Senioren optimal nutzen

Bisher beschränkten sich Geschenkratgeber für Senioren auf traditionelle Präsente: Blumen, Pralinen und Wein oder Spirituosen. Diese Geschenktraditionen waren aber schon vor zwanzig Jahren problematisch und nicht altersgerecht. Blumen kommen immer mit Mehraufwand, da das Wasser regelmäßig gewechselt werden muss und die Pflanzen irgendwann entsorgt werden. Pralinen und Wein passen selten in eine altersgerechte Ernährung und sind daher bei Senioren unerwünschte Geschenke, die beim nächsten Besuch auf den Tisch kommen. Gleichzeitig werden die täglichen Bedürfnisse außer Acht gelassen: Lebensmittel, Hygieneartikel und ein hohes Maß an Selbstbestimmung.
Die Supermarkt-Geschenkkarte als Brücke
Eine Rewe-Geschenkkarte oder ein vergleichbarer Supermarkt-Gutschein bedient genau diese Lücke und bietet dennoch den gewünschten Effekt auf emotionaler Ebene. Die Karte funktioniert sowohl vor Ort an der Kasse wie auch über den Lieferdienst, was für Senioren mit eingeschränkter Mobilität eine Lieferung der Einkäufe bis vor die Haustür bedeutet.
Multi-Brand-Plattformen wie geschenkkarten.de bündeln mehrere Lebensmittelketten wie Rewe oder Edeka unter einem Dach. So kann man als Schenkender den vom Beschenkten präferierten Supermarkt wählen. Für die Lebensmittelbranche sind Geschenkkarten interessant, da diese oft als Wiedereintritt in den Markt fungieren. Wird mit der Nutzung der Karte ein positives Gesamterlebnis verbunden, bestellt der Beschenkte häufiger. Dadurch gelten Geschenkkarten bei Branchenanalysten als stark unterschätzter Wachstumhebel.
Branchenausblick und Sortiments-Implikationen

Foto: Aldi
Es ist daher wenig verwunderlich, dass Penny, Aldi und Lidl in den letzten Quartalen ihr Geschenkkartensortiment erweitert haben, oft in Kooperation mit Multi-Brand-Plattformen wie geschenkkarten.de. Durch einen proaktiven Ausbau des Geschenkkarten-Segments winkt doppelter Profit: direkt durch den Kartenumsatz und indirekt durch wiederkehrende Nutzer der Geschenkkarten, besonders bei Online-Bestellungen.
Geschenkkarten-Käufer repräsentieren häufig eine andere Demografie als der klassische Einkäufer. Meist sind es Kinder oder Enkelkinder, die solche Karten für die ältere Verwandtschaft kaufen. Für die Filialleitung ist es daher relevant, dass die Karten sichtbar in Kassennähe positioniertund vor Feiertagen wie Muttertag, Vatertag oder Weihnachten im Vertrieb stärker priorisiert werden.
Lieferdienst-Boom 2026
Für Branchenspezialisten ist der REWE-Lieferdienst-Boom 2026 keine Überraschung. Es ist auch bei weitem keine isolierte Erfolgsstory, denn der demografische Wandel bringt eine Veränderung der Branche mit sich. Nur Lebensmittelhändler, die diese Veränderung erkennen und als Chance nutzen, profitieren langfristig davon, dass Familien in einer einfachen Karte die Schließung der Geschenklücke für Senioren sehen.
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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet


