EDEKA und REWE wollen Feneberg!

Rewe und Edeka kämpfen um den Nachlass von Feneberg. Kaufland und V-Markt lauern auf ihre Chance.

Eine traditionsreiche Supermarktkette aus dem Allgäu steckt in der Insolvenz und vorrangig zwei der größten Lebensmittelhändler Deutschlands liefern sich einen harten Bieterkampf um die ca. 70 Filialen im Allgäu.

Die Feneberg Lebensmittel GmbH aus Kempten hatte vor einigen Monaten  Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen betreibt aktuell rund 70 Märkte und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro und ist damit der größte EDEKA-Kaufmann. Trotz mehrerer Sanierungsversuche konnte Feneberg keine nachhaltige Ertragsbasis aufbauen. Nun entscheidet ein Schutzschirmverfahren über die Zukunft der Kette. So ist man gezwungen einen Verkaufsprozess in die Wege zu leiten. 

Nach ersten Informationen haben sowohl Edeka als auch Rewe dem Gläubigerausschuss erste Gebote vorgelegt. Damit konkurrieren die beiden Handelsgiganten um alle Standorte des Familienbetriebs im Allgäu. Problem kann sein, dass mögliche Interessenten voraussichtlich für den gesamten Feneberg-Verbund bieten müssen. Das Ziel des Verfahrens soll sein, dass Feneberg wirtschaftlich stabilisiert werden kann und möglichst viele Filialen und Arbeitsplätze erhalten zu können. Auch Kaufland und V-Markt haben bereits Kaufinteresse gezeigt, hier gibt es aber keine genaueren Informationen.

Unterschiedliche Ausgangslage für Edeka und Rewe.

Das Allgäu ist für jeden Käufer interessant, denn hier ist die Bevölkerung besonders kaufkräftig. Laut einer Studie von MB-Research hatten die Menschen in der Region im letzten Jahr durchschnittlich  30.000 bis 33.000 Euro zur Verfügung. Für Edeka wird es nicht einfach, hatte der Händler bereits  2018 ein unbesichertes Nachrangdarlehen in Höhe von 20 Millionen Euro an Feneberg gegeben. Dieses Darlehen wird im laufenden Schutzschirmverfahren nachrangig behandelt. Ein Zuschlag für Edeka käme damit faktisch einem Einstieg mit einem Negativsaldo in Höhe des Darlehens gleich.

Für Rewe wäre die Übernahme strategisch wesentlich attraktiver. Der Kölner Konzern könnte seinen Umsatz mit einem Schlag um rund eine halbe Milliarde Euro steigern und seinem Konkurrenten in einem Gebiet, das bislang von Edeka dominiert wird, das Leben schwer machen. Edeka “betreibt” neben den 61 Feneberg-Filialen auch noch ca. 100 eigene Märkte in der gesamten Region. Rewe kommt hier im Allgäu aktuell nur auf 56 Häuser.

Kaufland und V- Markt zeigen Interesse.

Kaufmarkt die Großfläche von Feneberg / Foto: Supermarkt-Insside.de

Noch sind die Händler Kaufland und V- Markt mehr oder weniger interessierte Zuschauer. Das kann sich jedoch noch ändern. V-Markt, hat den Vorteil, dass die Zentrale nur wenige Kilometer von der Feneberg- Zentrale entfernt liegt. Problematisch wird es allerdings, wenn Feneberg nur seine Häuser als Gesamtpaket verkaufen wird. Hier wird der Preis für V- Markt jedoch zu hoch sein und außerdem möchte V-Markt ebenfalls wie Kaufland höchstwahrscheinlich nur die großen Märkte haben. Für Kaufland wird es interessant sein, sich einige der größeren Filialen von Kaufmarkt zu sichern, kommt es zu einer Aufspaltung wie bei Real.

Fakt ist, dass wohl voraussichtlich ein Familienunternehmen, dass bereits in vierter Generation geführt wird, aus der Handelslandschaft verschwinden wird. 

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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet

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