Hohe Quoten bei den Plastikverpackungen machen dem LEH zu schaffen

Immer noch hohe Quote bei den Plastikverpackungen. Biomärkte mit den besten Verpackungsquoten.

Aktuell dominieren immer noch Plastikverpackungen die deutschen Supermärkte und Discounter. Eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zeigt auf,, dass sich in den letzten Jahren hier wenig zum Positiven verändert hat.

Zwischen April und August 2026 wurden insgesamt 48 Filialen von zwölf Supermarkt-, Discounter- und Biomarktketten untersucht. Hier kam die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass immer noch vorrangig bei Obst und Gemüse der Anteil verpackter Ware weiterhin sehr hoch ist. Bei den Discountern lag er im Durchschnitt bei rund 68 Prozent, bei den klassischen Vollsortimentern wie Rewe, Edeka und Kaufland bei etwa 58 Prozent. Die Untersuchung ist allerdings ausdrücklich nicht repräsentativ. Negativ fiel hier besonders  Netto Marken-Discount auf. Dort waren 74 Prozent des untersuchten Obstes und Gemüses verpackt. Es folgten Aldi Süd mit 72 Prozent und Aldi Nord mit 69 Prozent. Penny kam auf 68 Prozent, Lidl und Kaufland auf jeweils 66 Prozent. Norma und Rewe lagen bei 56 Prozent, Edeka bei 51 Prozent. Besonders häufig in Plastik verpackt sind Karotten (72 Prozent), Paprika (69 Prozent) und Tomaten (68 Prozent). 

Biomärkte mit den besten Quoten.

Alnatura in Köln Foto: Supermarkt-Inside

Im Gegensatz zu den Supermärkten und Discountern konnten die Biomärkte am besten abschneiden.

Bei Alnatura waren lediglich 11 Prozent, bei Denns 17 Prozent und bei Bio Company 21 Prozent des Obstes und Gemüses verpackt. Im Durchschnitt kamen die drei Biomarktketten damit auf etwa 16 Prozent.  Dazu wurde jedoch auch festgestellt, dass sich die Werte seit der Untersuchung 2022 verschlechtert hatten.

 Bei Alnatura lag der Anteil gegenüber dem ersten DUH-Test von 2022 um zehn Prozentpunkte höher, bei Denns um sieben und bei Bio Company um sechs Prozentpunkte. Die DUH kam somit zu dem Schluss, dass es im deutschen Lebensmittelhandel keine grundlegende Verpackungswende gegeben hat. Bei Netto stieg der Anteil verpackten Obstes und Gemüses seit dem ersten Test sogar um 16 Prozentpunkte. Auch bei Lidl und Rewe nahm er zu.

Auch bei Getränken gibt es ein Problem.

In den untersuchten Filialen von Aldi Nord, Aldi Süd und Lidl wurden Wasser, Saft, Softdrinks und Bier laut DUH ausschließlich in Einwegflaschen angeboten. Über alle klassischen Supermärkte und Discounter hinweg lag die Mehrweg-Angebotsquote bei Getränken lediglich bei 30,5 Prozent.

 Der Verpackungscheck zeigte somit ein mehr als ernüchterndes Bild. Fünf Jahre nach Beginn der Untersuchung ist Plastik aus den Regalen deutscher Supermärkte und Discounter noch lange nicht verschwunden.

Ob Tomaten, Karotten, Äpfel, Wurst, Brot, Dosen oder Einweggetränke: In deutschen Supermärkten und auch Discountern werden immer noch viele Produkte u.a. auch in umweltschädlichen Verpackungen verkauft. 

Für Kunden und Kundinnen bedeutet das auch, dass diese genauer hinschauen müssen, wenn sie unnötige Verpackungen vermeiden möchten. Aber die Auswahl ist nicht immer gegeben, da es manchmal keine Alternativen zur vorverpackten Ware gibt.

Für den Einzelhandel bliebt nicht mehr viel Zeit, dass zu ändern. Denn die EU-Verpackungsverordnung verbietet ab 2030 EU-weit Einwegkunststoffverpackungen für frisches, unverarbeitetes Obst und Gemüse. Die EU-Kommission hatte ursprünglich ein materialunabhängiges Verbot vorgeschlagen, dann wurde das Verbot im Verlauf des Gesetzgebungsprozess auf Kunststoff reduziert.

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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet

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