Alnatura sucht neben EDEKA weitere Partner im LEH

Alnatura will sich unabhängiger von Edeka machen. Gespräche mit Rewe für erweitertes Großhandelsgeschäft laufen.

Eigentlich sieht alles gut beim Biospezialisten Alnatura aus. Der Umsatz im vergangenem Geschäftsjahr ( 01.10.2024 bis 30.09.2025) ergab ein Plus von  6,6 Prozent bei einem Gesamtumsatz von 1,274 Milliarden Euro netto.

Nun bemüht sich der Biohändler darum, sein Großhandelsgeschäft zu erweitern. Laut Presseberichten soll es bereits Gespräche mit Rewe geben, um seine Hauptmarke in die Rewe-Märkte zu bringen. Hierbei ist noch nicht sichergestellt, ob es um eine gesamte Listung geht oder nur um bestimmte Top-Produkte des Bio-Spezialisten. Für Rewe wäre die Erweiterung von beliebten und preisgünstigen Büroartikeln eine gute Bereicherung im Sortiment. Immerhin ist Alnatura laut Nielsen IQ die drittbeliebteste Biolebensmittelmarke hinter den Eigenprodukten von Rewe und Edeka.  

Interessant bei den aktuellen Überlegungen dabei ist, dass Alnatura bereits seit über 10 Jahren mit der Edeka in einer Kooperation steht. Aktuell ist in den Rewe- Regalen nur mit der glutenfreien Marke Alnavit zu finden. Zusammengerechnet bezieht Rewe ca. 70 Artikel  und verschiedene saisonale Produkte von Alnatura bisher. Ein Grund, jetzt nach einem weiteren Partner zu schauen, könnte auch daran liegen, dass sich das Geschäft seit dem Geschäftsjahr 2022 und 2023 und auch im Folgejahr mit Edeka rückläufig befindet. 

Gewinnung neuer Partner auch im Ausland.

Nicht nur im Heimatland, sondern auch über Landesgrenzen hinweg, sucht Alnatura nach neuen Umsatzmöglichkeiten. Mit dem Drogerieriesen Rossmann in Polen und Tschechien wurde bereits das Großhandelsgeschäft verbreitert. Ein weitere Kooperation konnte man mit Wolt und Selgros erreichen. Auch soll es wohl Möglichkeiten in Frankreich geben.

Um die Erlöse zukünftig zu steigern will Alnatura auch wieder mit eigenen Standorten expandieren. Waren die Erlöse im Einzel- und Großhandel im Vorjahr mit 589 Millionen Euro zu 551 Millionen Euro, wurden in den eigenen Filialen im Geschäftsjahr 2023/ 2024 bereits 621,5 Millionen Euro umgesetzt. Der Umsatz mit Belieferungen betrug 563 Millionen Euro.

Edeka sollte 2015 die Marke Alnatura wieder mehr stabilisieren. Für Edeka war es wichtig, dass die preisliche Orientierung die Menschen wieder mehr zu den Bio-Sortimenten von Edeka führen sollte. Wermutstropfen war und ist allerdings die noch vergleichsweise zu geringe Spanne, die bei sogenannten Renner Artikeln oft unter 20 Prozent liegt.

Zur Historie.

Das es vor ca. 11 Jahren überhaupt zur Partnerschaft von Alnatura und Edeka kam, liegt vorrangig an der damaligen Trennung von Alnatura und dm. Die Gründer waren damals in den 80er- Jahren  Götz Rehm und Götz Werner von dm. Diese Partnerschaft galt lange als Erfolgsmodell im deutschen Einzelhandel, da dm als starker Vertriebspartner wesentlich zur Verbreitung der Alnatura-Produkte beigetragen hatte.

Grund für die Trennung war ein Rechtsstreit um die Markenrechte.

Dadurch war es notwendig für das Unternehmen, neue strategische Partnerschaften aufzubauen, um die eigene Marktpräsenz und Anteile  zu sichern und weiter auszubauen. In dieser Phase der Neuorientierung bot sich die Zusammenarbeit mit Edeka als guter und auch logischer Schritt an.  So war die vom Drogerieprofi nicht nur ein wirtschaftlicher Einschnitt, sondern auch ein Wendepunkt in der weiteren Vertriebsstrategie von Alnatura. Während die Produkte zuvor stark im Drogerieumfeld positioniert waren, verlagerte sich der Fokus nun stärker in den klassischen Lebensmitteleinzelhandel. 

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