Noch viele Fragezeichen bei der Tegut-Übernahme an Edeka. Monopolkommission will eine intensive Prüfung.

Der bisherige Tegut-Eigentümer, der Schweizer Handelskonzern Migros, hatte vor einiger Zeit angekündigt, sich aus Deutschland zurückziehen zu wollen. Rund 200 der mehr als 300 Filialen von Tegut sowie unter anderem das Logistikzentrum im hessischen Michelsrombach sollen an Edeka verkauft werden. Beide Seiten haben bereits eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Auch Rewe und Aldi Nord haben bereits Interesse an mehreren Filialen gezeigt. Nun gibt es wohl doch noch einige Hürden zum geplanten Verkauf zu überwinden. Der Vorsitzende der Monopolkommission forderte nun das Bundeskartellamt auf, die geplanten Verkäufe von Tegut- Standorten an Edeka und auch Rewe zu prüfen. Hierbei wird eine intensive Überprüfung gefordert, da übergreifende Probleme durch die Marktmacht im Lebensmittelhandel auftreten könnten. Beispiel Region Frankfurt. Wo Tegut aktuell beim Marktanteil noch vor Edeka liegt. Dies würde sich ändern, wenn Edeka hier einen Großteil der Tegut-Märkte übernehmen sollte.
Markenverband schließt sich Bedenken an.

Auch der Markenverband kündigte bereits Kritik und Bedenken zur möglichen Übernahmen von Edeka für Tegut- Filialen an.
Das Bundeskartellamt steht somit vor einer komplexen Abwägungsentscheidung. Einerseits soll ein funktionierender Wettbewerb gewährleistet werden, andererseits spielen auch die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Stabilität der Nahversorgung eine wichtige Rolle. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Behörde die Übernahme nicht uneingeschränkt genehmigen wird, sondern mögliche Auflagen verhängt, etwa die Abgabe einzelner Filialen in besonders sensiblen Regionen, wie in Hessen.
Auch der Kartellrechtler Rupprecht Podszun nimmt Bezug auf ein kürzlich veröffentlichtes Gutachten der Monopolkommission. Das fünfköpfige Gremium berät unter anderem die Bundesregierung auf den Gebieten der Wettbewerbspolitik, des Wettbewerbsrechts und der Regulierung. Podszun ist Professor für Wettbewerbsrecht an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und Mitglied der Monopolkommission und rechnet auch nun mit einer besonders intensiven Prüfung.
Seine Auffassung ist u.a , dass bisher häufig argumentiert wird, das es ausreicht, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher in einer Region genügend Auswahl zwischen verschiedenen Supermärkten haben. Diese Sicht greift jedoch meist nur kurz, weil die Marktmacht der großen Handelsketten nicht mehr nur regional wirkt und die Unternehmen zunehmend selbst in die Lebensmittelproduktion drängten.
Ein Ausblick.

Eröffnung tegut…teo, Fulda
Fakt ist, dass sich im März 2026 einiges im deutschen Lebensmitteleinzelhandel in einer Umbruchphase befindet. Insbesondere durch die geplante Übernahme zahlreicher Filialen der Supermarktkette Tegut durch Edeka, aber auch durch die aktuelle Situation von Feneberg. Trotz mehrerer Sanierungsversuche konnte Feneberg keine nachhaltige und zukunftsfähige Ertragsbasis aufbauen. Nun entscheidet ein Schutzschirmverfahren über die Zukunft der traditionellen Kette. So ist man gezwungen einen Verkaufsprozess in die Wege zu leiten.
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