Aldi Süd treibt seine Zentralisierung nach vorn. Rund 1.250 Arbeitsplätze fallen weg.

Der Discounter Aldi Süd steht wohl vor einem der größten Umbauprogramme seiner jüngeren Unternehmensgeschichte. Wie vor kurzem erst bekannt wurde, plant der Konzern bis Ende 2027 den Abbau von rund 1250 Arbeitsplätzen am Stammsitz in Mülheim an der Ruhr. Besonders stark betroffen ist dabei die Digitalsparte Aldi DX, in der mehr als 1000 Stellen wegfallen sollen. Damit fällt der Stellenabbau deutlich umfangreicher aus als man zunächst erwartet hatte.
Nach Unternehmensangaben soll der Schritt Teil einer langfristigen Neuausrichtung sein. Aldi Süd begründet den Schritt mit der Notwendigkeit, Prozesse zu vereinfachen, Strukturen effizienter zu gestalten und internationale Abläufe stärker zu zentralisieren. Der Konzern reagiert damit auch auf steigenden Wettbewerbsdruck im Lebensmittelhandel sowie auf höhere Kosten in Verwaltung, IT und in der Logistik.
Es sieht so aus, dass bei den Einsparungen die Tochtergesellschaft Aldi DX, die zur internationalen Serviceeinheit Aldi International Services gehört, am stärksten von den Einsparungen betroffen ist. Schon in den vergangenen Jahren hatte Aldi diesen Bereich massiv ausgebaut, um digitale Projekte voranzutreiben und internationale Systeme zu vereinheitlichen. Nun folgt eine noch deutlichere Einsparung.
Einsparungen auch im Einkaufsbereich.

Foto: Aldi Süd
Neben der Digitalsparte ist auch der Einkaufsbereich Aldi International Buying von den zukünftigen Sparmaßnahmen betroffen. Hier will Aldi seine Abläufe stärker bündeln und internationale Beschaffungsprozesse stärker zentral steuern. Beobachter sehen darin einen weiteren Schritt weg von den traditionell dezentralen Aldi-Strukturen hin zu einer stärker global ausgerichteten Organisation.
Es sieht so aus, dass laut Berichten ein großer Teil der Arbeitsstellen über freiwillige Programme abgebaut werden soll. Dazu sind weitere Angebote für Aufhebungsverträge geplant, wie auch interne Möglichkeiten für Beschäftigte, Arbeitsplätze zu wechseln. Aldi will hier den geplanten Personalabbau so sozialverträglich wie möglich gestalten. Dazu laufen auch Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen. Fakt ist, dass der aktuelle Stellenabbau nicht überraschend kommt. Aldi Süd hatte schon vor mehreren Monaten angekündigt, in mehreren Bereichen Stellen abzubauen. Damals war von ca. 1.000 Arbeitsstellen die Rede, nun sind es wohl doch mehr geworden.
Reaktion auf Veränderungen im Markt.

Aldi Süd reagiert also nun auf den immer härter werdenden Wettbewerb und auf veränderte Marktbedingungen. Hatten noch vor einigen Jahren (auch Corona- bedingt) viele Handelsunternehmen stärker in ihre Digitalisierung, Lieferketten und Onlineprozesse investiert, stehen nun wieder mehr betriebswirtschaftliche Aspekte wie Kosten, Ertrag und Effizienz stärker im Fokus. Problematischer sieht es bei solchen größeren Umstrukturierungen immer für die Beschäftigten aus, da Unsicherheit vorherrscht. Besonders im IT- und Digital- Bereich galt Aldi Süd längere Zeit als ein eher wachsender Arbeitgeber, der auch gute Perspektiven bot. Nun stehen zahlreiche Projekte und Positionen auf dem Prüfstand.
Aldi will auf jeden Fall weiterhin auf sein Kerngeschäft setzen und hier auch investieren. Filialen sollen modernisiert und es soll auch in die eigene Logistik investiert werden. Die jetzt angekündigten Maßnahmen sollen helfen und beitragen, das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig besser und effektiver aufzustellen.
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