Aldi Süd Umsatzplus trotz Verlust bei Marktanteilen. Wachstumspotenzial im Heimatland schon ausgeschöpft?

Im Frühjahr 2026 präsentiert sich die Lage von Aldi Süd sehr unterschiedlich und die Mülheimer bleiben etwas hinter den Erwartungen zurück. Der Discounter verzeichnete in 2025 ein Umsatzplus von ca. 500 Millionen Euro auf nun 18,8 Milliarden, verliert jedoch gleichzeitig Marktanteile im hart umkämpften deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Posiruv ist allerdings, dass Aldi Süd in den letzten Jahren immer die Produktivität der einzelnen Filialen steigern konnte. Mittlerweile erzielt eine Filiale allein 9,3 Millionen Euro Nettoumsatz. Das Wachstumspotenzial mit neuen Märkten ist aktuell jedoch ausgeschöpft, so dass Mitbewerber Lidl sogar im eigenen Vertriebsgebiet von Aldi zuletzt erfolgreicher war. Die Zielausrichtung bleibt für Aldi Süd bestehen, immerhin war 2025 das dritte Jahr hintereinander, wo man das operative Ergebnis steigern konnte. Das Plus konnte vorrangig durch Effizienzgewinne erreicht werden, wobei die Marge im Vergleich zum Vorjahr gesunken war. Die Handelsspanne lag in den letzten Jahren immer ziemlich konstant bei etwa 23 Prozent und die Investitionen waren auf ähnlichem Niveau wie das Jahr davor. Da die Anzahl der Filialen mit 2.022. Standorten gleich geblieben ist, konnte Aldi das Plus auf bestehenden Flächen erreichen.
Preisführerschaft soll gehalten werden.

Foto: Unternehmensgruppe ALDI SÜD
Nun will sich Aldi Süd mit alten Stärken und Tugenden seine Marktanteile zurück holen. Dazu helfen u.a auch die Sparprogramme der letzten Jahre. Dazu zählen Kosteneinsparungen beim Personal in den Regionen, wie auch in der Zentrale, die laut Unternehmen auch direkt an Kunden und Kundinnen weitergegeben werden. Parallel zum Stellenabbau intensiviert der Discounter die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern. Der IT- und Outsourcing-Anbieter „Tata Consultancy Services“ (TCS) teilte kürzlich mit, die Partnerschaft mit dem Händler auszubauen
Dazu sollen die regelmäßigen Preisabsenkungen das Kundenvertrauen weiter steigern. Besonders ist das an den Dauerniedrigpreisen zu erkennen und insbesondere bei Obst und Gemüse. Ziel ist es, die Preisführerschaft zu halten, die Konkurrent Lidl immer wieder angreift. Um hier noch stärker zu sein, soll die Warenversorgung verbessert werden. Hier gibt es immer noch zu viele Fehlartikel, die Umsatz kosten. Hier soll die automatische Warendisposition helfen, die noch nicht ganz optimal läuft. So ist es bereits vorgekommen, dass beauftragte Hersteller bei Toppreisen nicht rechtzeitig und zuverlässig liefern konnten. Auch durch die Reduzierung von Lieferanten ist das Risiko vorhanden, dass man bei Ausfällen nicht kompensieren kann.
Trotz der Marktanteilsverluste bleibt Aldi Süd eine der umsatzstärksten Handelsketten Deutschlands. Das Unternehmen profitiert weiterhin von einer hohen Markenbekanntheit, einem klaren Discountprofil und einer treuen Stammkundschaft. Branchenprofis betonen jedoch, dass die kommenden Jahre entscheidend sein werden. Der Lebensmitteleinzelhandel steht vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen , sei es in der Digitalisierung über Lieferkettenanpassungen bis hin zu steigenden Anforderungen an die Warenversorgung.
Im März 2026 steht Aldi Süd sicher solide da, aber unter spürbarem strategischem Anpassungsdruck in einem Markt, der dynamischer ist als je zuvor.
Was haltet ihr von diesem spannenden Thema? Bitte schreibt uns indes eure Meinung auf Supermarkt Inside.
Fotos: Archiv Supermarkt-Inside und wie gekennzeichnet





