real-News

Real Märkte stehen vor einer ungewissen Zukunft

Das Real Filialnetz ist vielerorts nicht mehr Wettbewerbsfähig!

In den letzten fast dreißig Jahren haben die unterschiedlichsten Top-Manager der Metro aktiv das Filialnetz von Real erweitert. Dabei war die organische Expansion nicht im absoluten Fokus. Das Standortwachstum wurde im Großen und Ganzen durch Zukäufe und Übernahmen absolviert. Genau diese Art des Wachstums hat auch offensichtlich dazu geführt, dass Real als zweit größtes deutsches SB-Warenhaus Unternehmen in Schieflage geraten ist.

Rückblick auf die Wachstumsphase:

Real entstand 1992 aus der Zusammenführung der Marktketten divi, basar, Continent, esbella und real-kauf. Später folgten massa, massa-Mobil, Meister, BLV, Huma und Suma. Jedes dieser Unternehmen war über Jahrzehnte regional erfolgreich. 1998 kamen 94 SB-Warenhäuser der Allkauf- und 20 SB-Warenhäuser der süddeutschen Kriegbaum-Gruppe hinzu. Im Mai 1999 wechselten noch weitere fünf Extra-Verbrauchermärkte zu Real.

Kostensenkungsprogramm hat nicht die Wende gebracht

2000 versuchte der Metro-Konzern mit dem Kostensenkungsprogramm „Strategie 2006“, seine Tochtergesellschaft Real im Inland wieder profitabler zu machen. Dazu sollten sich die Personalkosten um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag reduzieren. 2003 begann der Konzern, wesentliche Aufgaben in der zentralen Verwaltung der bis dahin selbstständigen Unternehmen real,- SB-Warenhaus GmbH und extra Verbrauchermärkte GmbH zusammenzuführen. Im Zusammenhang mit einem Skandal um verdorbenes Hackfleisch und dem mäßigen Erfolg der teuren Werbekampagne „Besorg’s dir doch einfach“ wurde im Jahr 2005 die Geschäftsführung des Unternehmens ausgetauscht.

„Besorg’s dir doch einfach“

Die Real SB-Warenhäuser in Polen, Rumänien, Ukraine und der Türkei konnte das Management noch rechtzeitig verkaufen und damit noch größeren Schaden vom Unternehmen abwenden. Allerdings war offensichtlich auch mit diesen Erlösen das marode Deutschlandgeschäft nicht mehr zu retten. Das extrem heterogene zusammengekaufte Filialnetz war demzufolge nicht mehr in eine profitable Struktur überzuleiten. Die aggressiven Großflächenwettbewerber wie Globus, Kaufland und Hit haben Woche für Woche mit extremen Werbepreisen einen Sargnagel nach dem anderen eingeschlagen. Auch die starken Discounter wie Aldi, Lidl und Netto haben dem großen schwerfälligen Real zugesetzt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Besuch in einem echten Handels-Fossil

Auf einer Reise durch Franken haben wir bei Real in Neustadt an der Aisch halt gemacht. Schon von außen ist zu erkennen, dass der Markt aus den siebziger Jahren ist. Unser Taxifahrer erinnerte sich definitiv an vier unterschiedliche Vorbetreiber. Auf ca. 5000 qm Verkaufsfläche und mit einem separaten Getränkemarkt versucht Real sich gegen einen modernen E-Center und einem starken Kaufland zu behaupten.

Hier ein live Kommentar vom 21.1.2020 eines unserer Leser auf Facebook:

“Hallo, der real in Neustadt ist nicht aus den 70ern.
In den 70ern stand auf dem jetzigen Standort ein BLV, dann Meister. Dieser hatte noch einen Asphaltboden im Innenraum und verkaufte überwiegend Großpackungen.
In den 90ern wurde dahinter ein extra – Markt gebaut und daraufhin der Meister abgerissen und damit der Parkplatz vergrößert.
Aus der Meister – Zeit stammt noch die Tankstelle und der Getränkemarkt”.

Oller Real-Markt, aber gute Handelsleistung

Die lokalen Führungskräfte auf der Fläche versuchen mit allen möglichen Bordmitteln den Verkauf zu organisieren. Das riesige Non-Food Sortiment ist auch in Neustadt im absoluten Fokus. Offensichtlich wollte der Metroableger  hier eine Landkaufhausfunktion übernehmen. Gigantische Warenbestände werden da vom neuen Betreiber zu organisieren sein.

Die Frische-Bereiche wirken allerdings etwas müde, aber es sind auch fast keine Kunden auf der Fläche.  Der restliche Foodbereich steht für die Kundschaft recht ordentlich zur Verfügung. Die Mitarbeiter bemühen sich jedoch in Anbetracht der Umstände noch das Beste aus der Fläche raus zu holen, echt nicht einfach.

Die Macher von X+Bricks werden höchstwahrscheinlich Real in den nächsten Wochen im Ganzen übernehmen, es bleibt jedoch für alle Beteiligten, definitiv viel Arbeit.

Was haltet ihr von dieser gesamten Aufgabe? Bitte kommentiert hier oder bei uns auf Facebook.

 

Fotos: Archiv Supermarkt-Inside

Kursive Texteile: Wikipedia von 20.1.2020

 

 

 

Serien Navigation<< Real Deal – Blankes Entsetzen im GesamtbetriebsratShow-Down bei Real, x+Bricks greift mit Kaudewitz an >>

Trend

Nach Oben