Digitalisierung

Auswirkungen gesetzlicher Änderungen auf die Digitalisierung im Einzelhandel

Dieser Beitrag ist Teil 111 von 112 in der Serie Basics des LEH

Auch auf den Einzelhandel haben die Digitalisierung und entsprechende gesetzliche Änderungen einen großen Einfluss. 

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Da mit der Digitalisierung die Erhebung von großen Datenmengen einhergeht, müssen Unternehmen insbesondere auf den Bereich Datenschutz und -sicherheit achten. Dabei bringt die Digitalisierung einige Vorteile für den Einzelhandel mit sich, birgt aber auch gewisse Herausforderungen. 

Welche Vorteile die Digitalisierung mit sich bringt

Die Digitalisierung im Einzelhandel bietet Unternehmen in dieser Branche einige große Vorteile. Hier ist vorwiegend die Steigerung der Effizienz zu nennen, die durch die Optimierung von betrieblichen Prozessen erreicht wird. Dabei lassen sich digitale Tools in verschiedenen Bereichen des Unternehmens nutzen, um die Produktivität entsprechend zu erhöhen. Auch die Kundenerfahrung kann durch die Digitalisierung verbessert werden, indem personalisierte Kundenerlebnisse geboten werden, welche sich positiv auf die Zufriedenheit sowie die Bindung des Kunden ans Unternehmen auswirken. Im Rahmen von Automatisierungen können Unternehmen die Fehleranfälligkeit bestimmter Prozesse reduzieren und gleichzeitig einiges an Kosten sparen. 

Die Digitalisierung im Einzelhandel führt zu einer größeren Reichweite bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Grund hierfür ist, dass es durch digitale Plattformen einfacher ist als in der Vergangenheit, neue Märkte zu erschließen und die eigenen Produkte und Dienstleistungen auch in anderen Ländern anzubieten. Da sich Softwares leicht an neue Rahmenbedingungen anpassen lassen, bietet die Digitalisierung Einzelhandelsunternehmen eine verbesserte Flexibilität.

Erhebung und Analyse von Daten

Im Rahmen der Digitalisierung erheben Einzelhandelsunternehmen zahlreiche Daten, für deren Sammlung und Analyse wiederum einige digitale Tools bereitstehen. Die Analyse der erhobenen Daten sorgt für wertvolle Erkenntnisse über Kundenpräferenzen, sodass sich aus ihr fundierte Entscheidungen ableiten lassen. Dabei ist es wichtig, dass keine Dritten Zugriff auf sensible Daten von Kunden erlangen. Hierfür gibt es mehrere Gründe, darunter:

  • potenzieller Vertrauensverlust der Mitarbeiter und Kunden
  • Rechtliche Komplikationen
  • nachhaltiger Imageschaden

Wenn sensible Daten von Kunden gestohlen werden, führt dies zu einem Vertrauensverlust von bestehenden Kunden, die aufgrund dieser negativen Erfahrung unter Umständen zur Konkurrenz wechseln werden. Aber auch der Imageschaden in der breiten Öffentlichkeit kann erheblich sein und potenzielle Neukunden davon abhalten, Dienstleistungen oder Produkte des Unternehmens zu erwerben. Zusätzlich dazu gilt es, bei der Erhebung und der Aufbewahrung von Daten alle rechtlichen Anforderungen zu erfüllen. In diesem Bereich greift die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), welche den Umgang mit Daten regelt. Unternehmen sollten sich unbedingt an diese bestehenden Regelungen halten, da ansonsten empfindliche Strafen drohen. Das bedeutet, dass Unternehmen in ihre IT-Infrastruktur und Maßnahmen zum Datenschutz investieren müssen. 

Herausforderungen der Digitalisierung

Neben den Vorteilen entstehen durch die Digitalisierung allerdings auch gewisse Herausforderungen. Hierzu zählt, dass die Implementierung von neuen Technologien nicht unerhebliche Anfangsinvestitionen nach sich ziehen kann. Dies kann insbesondere für kleine Einzelhändler eine finanzielle Herausforderung darstellen. Da Einzelhändler mittlerweile eine große Anzahl an digitalen Tools einsetzen, besteht des Weiteren ein größeres Risiko bezogen auf Cyber-Angriffe. Mitarbeiter müssen regelmäßig geschult werden, damit sie die zum Einsatz kommenden digitalen Tools effizient nutzen können. Der technologische Fortschritt kann ferner dazu führen, dass die vor Kurzem noch aktuelle Technologie schnell veraltet ist, sodass entsprechende Aktualisierungen erforderlich werden. Auch durch den Einsatz moderner Kommunikationsformen entstehen Risiken. 

Digitalisierung im Bereich der Buchhaltung

Foto: PR KONSTANT, Presseagentur von Roqqio.

Auch im Einzelhandel kommt der Buchhaltung eine zentrale Rolle zu – schließlich müssen die finanziellen Daten des Unternehmens professionell und sicher verwaltet werden. Da die Buchhaltung gesetzlich vorgeschrieben ist und auf Basis der erhobenen Daten Steuern an das Finanzamt gezahlt werden müssen, können fehlerhafte Buchhaltungsdaten zu schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen führen. Geeignete Buchhaltungssoftwares schaffen hier Abhilfe, indem die Daten automatisiert erhoben werden. Auf diese Weise lassen sich manuelle Fehler bei der Abwicklung von buchhalterischen Prozessen deutlich reduzieren. Zudem kann die Buchhaltung mit anderen Geschäftsprozessen verknüpft werden, wenn eine entsprechende Buchhaltungssoftware verwendet wird. 

Digitale Auftragsbearbeitung

Auch die Auftragsbearbeitung gehört zu den Bereichen, die durch die Digitalisierung profitieren. Die manuelle Bearbeitung von Aufträgen ist mit einem großen Zeitaufwand verbunden, wohingegen Einzelhändler durch die Implementierung von digitalen Tools die Auftragsbearbeitung fehlerfrei und schneller durchführen. Dies bringt wiederum verkürzte Lieferzeiten mit sich, was einen großen Wettbewerbsvorteil darstellen kann. 

Einsatz von digitalen Tools in der Warenwirtschaft

Einzelhandelsunternehmen können Unternehmenssoftware in der Warenwirtschaft nutzen, um die hier bestehenden Prozesse zu optimieren. Hierzu zählen unter anderem:

  • Bestandskontrolle
  • Bestellungsmanagement
  • Lagerverwaltung

Auf diese Weise lassen sich Lagerbestände effizient verwalten und womöglich eintretende Engpässe können frühzeitig erkannt werden, sodass entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Somit unterstützen digitale Tools Einzelhändler dabei, stets ausreichende Warenbestände vorrätig zu halten. Dies kann sich positiv auf die Kundenzufriedenheit und die Bindung der Kunden ans Unternehmen auswirken, da diese jederzeit die gewünschten Artikel vorfinden. 

Digitalisierung in der Lohnabrechnung

Im Bereich der Lohnabrechnung gibt es einige Anbieter von Unternehmenssoftware, mit welcher sich Gehaltsabrechnungsprozesse automatisieren lassen. Auf diese Weise wird die Fehleranfälligkeit reduziert, was insbesondere bei der Berechnung von Gehältern einen großen Vorteil darstellt. Grund hierfür ist, dass eine fehlerhafte Abrechnung von Mitarbeitergehältern einige Nachteile nach sich ziehen kann, zu denen neben rechtlichen Konsequenzen auch ein Vertrauensverlust der Mitarbeiter zählt. 

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Foto: Archiv Supermarkt-Inside

 

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