Absatzzahlen

„Umsatz- Rekordjahr” für die Pyrotechnik-Industrie!

Dieser Beitrag ist Teil 72 von 112 in der Serie Basics des LEH

Rekordumsätze mit Pyrotechnik im LEH! Aber, welche Auswirkungen hat die Silvester Randale 2022 auf den Handel?

Foto: Kaufland Werbung KW 52 2020

Die massiven Attacken auf Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei in der Silvesternacht sorgten für viel Aufregung und vor allem Bestürzung und haben in Deutschland eine neue Debatte über ein Böllerverbot angetrieben.

Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte waren in Berlin und anderen Städten sogar teils direkt mit Böllern und Raketen beschossen worden. Ein wirklich beängstigendes Szenario. Aber auch in anderen Städten gab es ungewohnte Krawalle, die bisher in Deutschland in dieser Größenordnung nicht vorkamen. Dabei hätte es für alle, Hersteller und den Bürgern und Bürgerinnen ein tolles Silvester sein können, durfte doch in der Corona- Pandemie zwei Jahre lang nicht „geknallt“ werden.

Für Weco war es mal wieder ein tolles Umsatzjahr.

Lidl-Werbung 2019

Deutschlands größter Pyrotechnik-Produzent hatte in 2022 nach den ersten Schätzungen zufolge, einen sehr guten Verkauf, was sicher auch der zweijährigen Corona– Pause zu verdanken ist. Auch konnte Weco mehr Feuerwerk, als Böller verkaufen. Genaue Zahlen gebe es bisher noch nicht, diese sollten erst in den  kommenden Wochen kommen. Vor allem sei der erste Verkaufstag am 29. Dezember laut Unternehmensangeben besonders gut gewesen. Neben dem guten Umsatz, konnte Weco auch seine Lagerbestände abbauen. Die Weco Pyrotechnische Fabrik GmbH ist ein 1948 gegründeter Hersteller von Feuerwerkskörpern mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Eitorf. „Aufatmen“ ist bei Weco sicher das richtige Stichwort, hatte man durch die zweijährige „Verkaufspause“ schon große Probleme und kämpfte bereits ums „Überleben“ des Unternehmens. In der Pandemie war der Verkauf von Feuerwerk zu Silvester gesetzlich verboten worden, damit mögliche Verletzte nicht die Notaufnahmen überlasten. Auch musste unter anderem die Produktion im sächsischen Freiberg mit 100 Mitarbeitenden schließen. Fast alle der verbliebenen 200 Mitarbeiter waren 2021 in Kurzarbeit. Um die Finanzierung von Produktion und Einlagerung zu stemmen, hatte Weco seit ca. zweieinhalb Jahren einen Kredit über 150 Millionen Euro abzuarbeiten. Um die Finanzierung künftig zu erleichtern, sucht  Weco bereits einen Investor.

Pyrotechnik: Große Diskussionen nach den Randalen.

Kaum hat das neue Jahr begonnen, nehmen die Diskussionen um ein Böllerverbot wieder große Fahrt auf. Dies auch nicht nur aus Gründen der Klimafreundlichkeit, sondern auch wegen dem Schutz von Tier und Mensch. Die Zahl der Vorfälle am letzten Silvester mit  Gewalt und schweren Verletzungen lassen die Diskussion immer stärker werden. Ärzte, Umwelt- und Tierschützer fordern schon länger ein Feuerwerksverbot, bis hin zu einem endgültigen Verbot.

Die Deutsche Umwelthilfe sagt deutlich, dass Raketen und Böller umwelt- und gesundheitsschädlich seien. Dazu kommen Millionen von Asthmatikern, die besonders in den ersten Tagen des neuen Jahres mehrtägige Beschwerden haben. Der Grund: An keinem anderen Tag im Jahr ist die Feinstaubbelastung so hoch wie Silvester.

Dagegen gibt es seitens der Hersteller andere Aussagen gegen ein Böllerverbot. Ein Argument gegen ein Verbot ist, dass Silvester eine hohe Bedeutung hat und auch ein Kulturgut ist. Die Feinstaubbelastung richtet weniger Schaden an, als Autoabgase oder die Industrie, da es sich ja auch nur um einen Tag im Jahr handelt. Das ist zwar richtig, jedoch erwidert hier das Umweltbundesamt,  dass die Feinstaubbelastung an Neujahr vielerorts höher sei als an jedem anderen Tag des Jahres.

Es bleibt nun erst einmal abzuwarten, wie die Politik nach den Randalen in der Silvesternacht in einigen Städten reagiert.

Sollte alles weiterhin erlaubt sein, wird das Silvester 2023 auch spannend, was die Verkäufe betrifft. Denn auch Weco hat bereits massive Preissteigerungen in diesem Jahr angekündigt. Die Ursache dafür sind neben allgemeinen Kostensteigerungen wie auch deutlich höhere Frachtraten für Importe aus China. Ca. 75 Prozent der Pyrotechnik importiert Weco aus dem Ursprungsland des Feuerwerks.

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Foto: Archiv Supermarkt-Inside

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