Aldi

Aldi macht richtig Tempo und provoziert den Wettbewerb!

Dieser Beitrag ist Teil 70 von 79 in der Serie Discounter

ALDI hat bei allen Wettbewerbern die Nase vorn – dementsprechend konnte ALDI Süd und Nord die Preishoheit zurück gewinnen. Lidl hält dagegen, der 50. Geburtstag verliert aber an Power.

Foto: Aldi Süd

Im letzten Jahr konnten alle Discounter durch steigende Preise gewinnen. Das hat sich in den letzten Monaten bei einigem Händlern wieder etwas normalisiert. Nur bei ALDI sieht es ungebrochen positiv aus und laut Marktdaten konnte der Discounter um ca. 20 Prozent wachsen. Der Durchschnittsbon konnte gesteigert werden, wie auch die Kundenfrequenz.

Laut Gfk konnte ALDI sogar im eigenen Segment des Discount alle Mitbewerber hinter sich lassen und legte um 14 Prozent zu. Der Hauptgrund ist unter anderem darin zu finden, dass ALDI Nord, wie auch Süd, aus Verbrauchersicht und die Preisführerschaft zurück gewonnen hat. Besonders sind hier die aggressiven Preise bei Gemüse und Obst zu nennen. Des Weiteren zahlten sich verschiedene Preissenkungen in den Warengruppen Reinigungsmittel und Tiefkühlkost aus. Auch gab es eine vierwöchige Coupon- Aktion, die ca. 100 Millionen Euro eingebracht haben sollen. Eine neue Aktion ist auch von ALDI Nord, dass immer Samstags ausgewählte Markenartikel mit Sonderrabatten unter dem Motto „Sparsamstag“ angeboten werden.

Hohes Umsatzwachstum auch in den Auslandsmärkten.

ALDI Nord hatte sein Geschäftsjahr 2022 mit einem Plus von 7 Prozent abgeschlossen, was einen Nettoumsatz von 12,6 Milliarden Euro bedeutete. Eine stolze Zahl, die auch durch die höhere Inflationsquote seit dem August 2022 von über 10 Prozent zustande kam. In den Auslandsmärkten  Polen und Spanien konnte ALDI sogar zweistellig zulegen, was auch an zahlreichen Neueröffnungen lag.

So konnte das Gesamtunternehmen auf einen Gesamtumsatz in 2022 von ca. 27 Milliarden Euro Nettowert zurück blicken. In den Bilanzen ist auch noch eine halbe Million an Umsätzen aus dem Dänemarktgeschäft enthalten. Hier hatte sich ALDI im Februar diesen Jahres komplett zurück gezogen und einen  Großteil an die norwegische Supermarktkette Rema 1000 abgegeben.

In Deutschland wir hart gekämpft…

Der deutsche Markt ist auch für ALDI hart umkämpfter, was natürlich auch am stärkerem Wettbewerb liegt. Jedoch konnte ALDI Nord nach zwei Geschäftsjahren mit Verlusten, wieder schwarze Zahlen veröffentlichen. Es wurde besonders an der Profitabilität gearbeitet, was sich jüngst auch  an der guten Handelspanne mit knapp 25 Prozent zeigt. Hier liegt ALDI mit über einem Prozentpunkt höher als noch im Vorjahr. Auch wenn es keine „roten“ Zahlen mehr gibt, ist die Ertragslage, wie in vielen anderen Unternehmen, immer noch angespannt. Aufgrund noch hoher Abschreibungen liegt immer noch eine beträchtliche Differenz zwischen Ebitda (betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den nachhaltigen operativen Cashflow vor Steuern eines Unternehmens beschreibt) und dem Ebit ( betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den operativen Gewinn aus dem Leistungsbereich eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum beschreibt. Andere Bezeichnungen wie Betriebsergebnis, Operating Profit oder Operating Income sind ebenfalls geläufig).

Höhere Spanne durch bessere Einkaufspolitik.

ALDI konnte es trotz Umsatzverlusten im Coronajahr 2021 jetzt wieder schaffen, höhere Roherträge zu erzielen. Gleiches gilt auch für ALDI Süd, die noch in 2021 rund 3,6 Prozent an Umsatz einbüßen mussten. Verschiedene Gründe sind dafür verantwortlich, dass man trotz Umsatzverlusten, wieder bessere Erträge erzielen konnte. Ein wichtiger Grund sind u.a. die verbesserten Einkaufspreise. Dies kam dadurch zustande, dass ALDI Nord mit Süd die Einkaufskooperation stärker bündelte. So konnte der Discounter trotz Umsatzverlusten, höhere Roherträge erwirtschaften. Ein weiterer Pluseffekt für die bessere Marge lag auch an der moderaten Preispolitik, im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern.

Das Jahr 2021 war noch von den Corona- Effekten stark geprägt, so dass ALDI Nord sogar 10,3 Prozent in seiner Kundenfrequenz verlor. Gründe waren in dieser Periode sicher auch die Lieferengpässe und zum Teil auch Ausfälle bei Nonfood- Lieferungen.  Dazu kamen noch unterdurchschnittliche Geschäftsergebnisse aus mehreren Regionen in Ostdeutschland. Hier sind die Menschen wesentlich preissensibler, als Verbraucher und Verbraucherinnen in Westdeutschland. Für ALDI Nord sind die östlichen Regionen ein sehr wichtiger Umsatzfaktor und man will aktuell mehr in die Verkaufsflächen und in bessere Standorte investieren.

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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside

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