Absatzzahlen

Strategien gegen die Jahrhundert Rezession

Nach Panikkäufen droht nun die Rezession

Die Corona-Krise bescherte dem LEH riesige Umsätze durch Panik- und Hamsterkäufe. Die Läden brummten wie an Ostern und Weihnachten zusammen. Doch jetzt fürchten vor allem die Händler in Südeuropa sinkende Umsätze durch eine mögliche Rezession. Während in Frankreich die Händlergenossenschaft Leclerc über den künftigen Einsatz von Robotern auf der Verkaufsfläche nachdenkt, stürzt sich Aldi UK auf das boomende Onlinegeschäft. Aldi UK zieht bereits ausgearbeitete Pläne vor, um das bisher überschaubare Food-Angebot seines Online-Heimlieferservices auszubauen. Aldi.com verschickt jetzt auch Boxen mit gewöhnlichen Markenprodukten für Menschen in Quarantäne oder Risikogruppen. Bisher lieferte Aldi.com nur an Weihnachten einige ausgewählte Premiumartikel.

Heftige Umsatzeinbrüche auf der “Grünen Wiese”

Besonders in Italien spüren SB-Warenhausbetreiber wir Esselunga die Auswirkungen von Corona. Esselunga hat seine Standorte auf der Grünen Wiese, außerhalb der Städte-Zentren. Während der letzten Wochen haben die Verbraucher allerdings ihre Einkäufe vermehrt in die Nachbarschaftsmärkte verlegt.

Dieses veränderte Konsum-Verhalten bescherte Esselunga gewaltige Umsatzeinbrüche. Laut Handelsmarktforscher Kantar ist nicht auszuschließen, dass sich die Verbraucher auch in Zukunft auf die Läden in der Nachbarschaft besinnen und die großen Einkaufzentren eher meiden. Folglich müssen die Händler durch den Konjunktureinbruch ihre Kosten und Investitionspläne genau unter die Lupe nehmen.

Rezession oder Startschuss für neue Wege im LEH?

Der Schock durch die Corona-Pandemie hat aber auch ein Umdenken in Gang gesetzt. Neue Wege werden erforscht und bereits vorhandene Pläne aus den Schubladen gezogen. Demzufolge kann die Krise auch der Startschuss für ein Umdenken im LEH sein. Ein großes Thema ist zur Zeit die Regionalität. Denn Produkte aus der Nachbarschaft vermindern hohe Transportkosten. Ein weiterer Weg, der Rezession zu entkommen, ist ein intensives und persönliches Kundenmarketing. So hat sich zum Beispiel der britische Marktführer Tesco etwas Besonderes einfallen lassen. CEO Dave Lewis hat an alle Inhaber der Tesco “Clubcard”  ein persönliches Schreiben geschickt. Lewis wollte auf diesem Wege persönlich die Neuerungen seines Konzerns vorstellen. Dazu gehören längere Öffnungszeiten, um Schlangenbildung an den Kassen zu vermeiden. Die Erhöhung des Rechnungsbetrags zum kontaktlosen Zahlen. Außerdem Einbahnstraßen in den Ladengängen, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Der CEO kümmert sich “persönlich” um das Wohlergehen seiner Kunden – und das kommt gut an.

Die außergewöhnliche Situation zwingt Händler in Südeuropa, ihre bisherigen Strategien der Kundenbindung zu überdenken.Liefern sie sich bald eine Marketingschlacht? Was meint ihr? Schreibt uns doch eure Meinung auf Supermarkt Inside oder auf unserem Facebook Account

Bilder: Archiv Supermarkt Inside

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