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Verbraucher in Schockstarre, aber Kondome machen 56% plus

Die Unsicherheit der Verbraucher wächst – Kunden in Schockstarre – Konsumklima kippt

Die Kauf-Laune der Verbraucher rutscht in den Keller. Die Angst vor Jobverlust und Kurzarbeit drückt die Kaufbereitschaft auf einen historischen Tiefstand. Viele Konsumenten befürchten, dass die Corona-Krise die Wirtschaft in eine schwere Rezession stürzen wird. Diese Erwartungshaltung bestätigt auch der Nürnberger Marktforscher GfK. Er ermittelt monatlich den Konsumklimaindex für den kommenden Monat. Nach seinen Angaben rutscht der Index im Mai deutlich unter die Null-Linie. Einen Negativ-Index gab es bislang nur ein einziges Mal. Und zwar 2003, als die sogenannte Dot-Com-Blase platzte. Selbst während der Finanzkrise 2008/ 2009 rutschte die Zahlen nicht ins Minus.

Konsumbereitschaft im freien Fall

Der private Konsum gilt als stabiler Indikator für die Wirtschaftslage. Die Einkäufe machen ca 55 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus. Demzufolge haben sie eine extreme Bedeutung für die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes. Doch während der Corona-Krise bleiben die Käufer zurückhaltend aufgrund der ungewissen Einkommenserwartung. Zusätzlich wächst die Angst vor Kurzarbeit oder sogar Jobverlust. Und das nicht ohne Grund. Laut Bundesagentur für Arbeit haben 718000 Betriebe für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet.

And the Winner is…

Aber natürlich gibt es auch Gewinner in der Krise. Die Auswahl der Produkte, die gekauft werden, hat sich extrem gewandelt. Aufgrund von vermehrtem Homeoffice sind die Umsatzzahlen bei Computern und Zubehör durch die Decke gegangen. Marktforscher haben in den fünf großen europäischen Märkten (Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien) folgende Zahlen in der Zeit von 08 März bis 05 April 2020 ermittelt: Computerbildschirme (plus 120 Prozent), Notebooks (plus 62 Prozent), Drucker (plus 68 Prozent). Doch nicht nur im Computergeschäft hat es geknallt. Allein in Deutschland ist der Verkauf an Gefrierschränken und -truhen um 185 Prozent gestiegen. Krisenzeit ist ja bekanntlich Vorratszeit.

Lage im LEH normalisiert sich…

Dagegen hat sich die Lage im LEH nach den anfänglichen Hamsterkäufen wieder normalisiert. Das Hamstern von Toilettenpapier war dem Statistischen Bundesamt sogar eine Sonderauswertung wert. Demnach lag der Absatz von Klopapier in der Woche nach Ostern fast zwei Drittel (Minus 65 Prozent) unter dem Durchschnittswert von August 2019 bis Januar 2020. Ähnliche Ergebnisse gab es auch bei Nudeln, Mehl und passierten Tomaten. Ein Umsatzplus dagegen gab es bei Bier (plus 26 Prozent) und Wein (plus 3 Prozent). Doch unangefochtener Sieger im Ranking sind Kondome. Allein in den Tagen von 12 März bis 22 März waren sie das erklärte Objekt der Begierde (plus 56 Prozent).

Die Corona-Pandemie hat Folgen für die gesamte Wirtschaft. Welche Auswirkungen spürt ihr als die Händler oder Verbraucher? Schreibt uns eure Erfahrungen hier auf Supermarkt Inside oder bei uns auf Facebook

Bilder: Archiv Supermarkt Inside

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