Unsere Mitarbeiter

Der LEH – eine systemrelevante Branche mit vielen Frauen

Dieser Beitrag ist Teil 36 von 80 in der Serie Corona

Applaus für systemrelevante Berufe

Die Coronakrise stellt die Gesellschaft grundlegend auf den Kopf. Dazu gehört auch, dass plötzlich genau zwischen verschiedenen Berufsgruppen differenziert wird. Früher standen eher Gehälter, Attraktivität und Prestige im Vordergrund. Nun ist die einzige Frage die zählt, ob es systemrelevante Berufe sind. Man könnte meinen, dass plötzlich nur noch diese Berufsbereiche eine Bedeutung haben. Dazu gehören ganz klar alle Jobs in der Lebensmittelbranche. Unsere Mitarbeiter im Verkauf der Lebensmittel stehen dabei an vorderster Front. Außerdem betrifft es natürlich auch alle medizinischen Berufe, sowie einige soziale Berufe wie Erziehung und Sozialarbeit. Spannend ist, dass diese Berufsgruppen alle etwas gemeinsam haben. Und zwar eine sehr hohe Frauenquote.

Die systemrelevante Frau

Bei Arzt- und Praxishelferinnen ist es ganz extrem. Da liegt der Anteil an Frauen bei 98,6 Prozent. Aber auch beim Verkauf von Lebensmitteln sind die Frauen mit 93,2 Prozent überproportional vertreten. Im Bereich Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege liegt der Frauenanteil bei 88,4 Prozent. Es zeigt sich also, dass systemrelevante Berufe in der Mehrheit vom weiblichen Geschlecht getragen werden. Frauenpower pur. Ganz so ist es nicht. Denn wenn man zum Beispiel die IT-Branche nimmt, zeigt sich ein umgekehrtes Bild. In Coronazeiten nehmen die Berufe im IT-Bereich natürlich ebenfalls einen hohen Stellenwert ein. Homeoffice und Online-Handel florieren. Ganz abgesehen von den IT-Abteilungen im LEH und in den Krankenhäusern. Bei der IT überwiegt mit 87 Prozent deutlich der Männeranteil.

Mehr Geld für systemrelevante Berufe

Wenn wir jetzt mal von der IT-Branche absehen, ist deutlich zu erkennen, dass systemrelevante Berufe häufig genau die sind, die schlechter entlohnt werden. Weder die Arzthelferin, noch die Krankenschwester oder die Mitarbeiterin im Verkauf von Lebensmitteln bekommt ein hohes Gehalt. Dabei sind sie am meisten den Viren ausgesetzt. Und Arbeitszeiten und körperliche Anstrengung sind oftmals sehr hoch. Das Einräumen und Umwälzen der Regale fordert täglich die Kraftreserven der Mitarbeiter. Vor allem in Coronazeiten, wo die Regale ständig leer gekauft werden. Der Lohn am Ende des Monats ist dafür bei einigen Händlern ziemlich überschaubar. Vielleicht ist die Coronakrise ja auch die Chance daran etwas zu ändern. Die momentane Situation zeigt uns, wie wichtig die Mitarbeiter systemrelevanter Berufe sind. Applaus von der Bevölkerung und den Politikern ist schön. Eine Anerkennung auf dem Lohnzettel wäre indes noch schöner.

Beispiel-Foto Rewe München

Das Thema Corona bringt also auch Zündstoff in gesellschaftliche Diskussionen. Wie hoch muss ein faires Gehalt sein? Ist es nicht an der Zeit die systemrelevante Arbeit, die vornehmlich Frauen leisten, auch finanziell besser zu würdigen? Schreibt uns eure Meinung dazu auf Supermarkt Inside oder bei Facebook.

Fotos: Archiv Supermarkt-Inside

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