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Ausbildung durch Corona in Gefahr?

“obs/LIDL/Lidl”

Die Suche nach der besten Ausbildung

Auch wenn uns COVID-19 ein wenig aufatmen lässt, gibt es doch immer wieder Themen, die in der Coronazeit brisant sind. So auch alles, was mit Ausbildungsplätzen zu tun hat. Im turbulenten März und Anfang April war noch nicht mal klar, ob und wie Abschlussprüfungen stattfinden können. Dementsprechend waren auch die Bewerbungen geschwind gesunken. Die Bundesagentur für Arbeit meldete einen Rückgang von 8 Prozent. Nachdem die Prüfungstermine festgesetzt waren, nahm aber die Anzahl der Bewerbungen auch gleich wieder zu. Ganz allgemein war interessant zu beobachten, dass die Bewerbung im LEH nur halb so stark eingebrochen ist, wie in anderen Bereichen. Corona machte also eine Ausbildung in systemrelevanten Berufen eher interessanter. Frage ist natürlich, wie lange dieser Trend anhält. So oder so zeigt sich, dass die Anzahl der Ausbildungsplätze trotz der Krise stabil geblieben ist.

 

Gute Aussicht auf eine Ausbildung

Im Einzelhandelsbereich werden genau wie im Vorjahr rund 30.000 Kaufleute gesucht. Wer eine Ausbildung als Verkäufer anstrebt, hat sogar bessere Chancen. Hier sind die Anzahl der Plätze um 6,4 Prozent auf insgesamt 19.500 Ausbildungsplätze gestiegen. Not haben nur die kleinen Betriebe. Viele halten sich bedeckt und wollen erst noch abwarten, wie schwer sie die Krise trifft. Durch die nach hinten verschobenen Abschlussprüfungen ist das Abwarten nicht ganz so schlimm. Denn die Schüler bewerben sich entsprechend auch später. Vor allem bei den Abiturienten rechnet der HDE mit einer Verzögerung bis in den Herbst hinein. Aber auch hier gibt es keinen Grund panisch zu werden. Die Anzahl der Stellen, für die man eine Hochschulzugangsberechtigung braucht, ist noch mal um 1500 Plätze auf insgesamt 9390 Stellen gestiegen.

Kreativität bei der Bewerbung zu einer Ausbildung

Es bleibt also zu hoffen, dass alle Absolventen ihr Plätzchen finden werden. Wenn auch der Weg bis zu einer Zusage zu einer Ausbildung sich inzwischen oftmals ganz anders gestaltet. Denn alle Bildungsmessen, Veranstaltungen am Point of Sale sowie Praktika und Schulkooperationen fielen durch Corona ins Wasser. Zum Glück hat die zunehmende Digitalisierung den Bewerbungsweg bereits in den letzten Jahren leicht verändert. Die Unternehmen haben vermehrt Online-Medien genutzt. Die Plattform, auf der die jungen Leute zu Hause sind. In der Krise waren dann auch plötzlich Vorstellungsgespräche per Videokonferenz möglich. Und die ein oder andere Berufsmesse fand online statt.

Kreativität ist aber nicht nur bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen gefragt. Auch die Schüler, die sich bereits in einer Ausbildung befanden, mussten in der Coronakrise versorgt werden. Die Radeberger-Gruppe zeigte sich zum Beispiel sehr innovativ. 40 Auszubildende halfen kurzerhand bei den Hopfenbauern in der Hallertau aus. Durch den Ausfall der Saisonarbeitskräfte waren die jungen Leute gefragt, damit die Bierproduktion nicht in Gefahr gerät.

Habt ihr auch Erfahrungen mit Auszubildenden und den Bewerbungen für Ausbildungsplätze gemacht? Schreibt uns auf Supermarkt Inside oder bei Facebook.

Fotos: Archiv Supermarkt-Inside/Fotocollage

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