Umsätze

Tolle Zahlen: LEH jubelt vor Freude…

Freude und Leid liegen oft ganz nah beieinander

 

Darf der LEH seine Freude zeigen?

Man traut sich gar nicht, die Freude laut zu zeigen. Und erst recht nicht zu jubeln. Denn das Virus COVID-19 (über-)fordert nach wie vor unsere Gesellschaft. Aber die Zahlen sprechen Bände. Der deutsche LEH hatte durch Corona 2020 sein bisher erfolgreichstes Jahr. Verglichen mit dem Vorjahr 2019 konnte die Branche im 1. Quartal ein Plus von 11,6 Prozent einfahren. Im 2. Quartal, in dem der erste Lockdown voll zuschlug, sogar ein Plus von 16,6. Im Sommer kehrte zumindest in kleinen Teilen das normale Leben zurück. Es ergab sich dennoch immerhin ein Plus von 8,4 Prozent. Und dann kam das Weihnachtsgeschäft mit dem nächsten Lockdown. Schon wieder profitierte die Lebensmittelbranche. Unterm Strich dürfte der LEH im Jahr 2020 ein Plus von über 10 Prozent erreichen.

Getrübte Freude

Aber allen Mitarbeitern des Lebensmitteleinzelhandels ist natürlich klar, dass ihre Gewinne durch Verluste in vielen anderen Branchen entstanden sind. Da bleibt nicht so viel Raum für Freude. Für Rettungspakete werden unendlich viele neue Schulden aufgenommen. Wer will den Schuldenberg zurückzahlen? Und ob der Einzelhandel damit gerettet werden kann, bleibt noch fraglich. Manch einer wird die Zwangsschließung wohl nicht überleben. Ganz zu schweigen von der Gastronomie. Geschlossene Restaurants zwingen die Kunden natürlich zum zu Hause Kochen. Die einen gewinnen Milliardenumsätze dazu. Während die anderen ums Überleben kämpfen. Die deutsche Wirtschaft ist eindeutig angeschlagen.

Allgemeine Freude ist nicht angebracht

Während also der LEH und der Online-Handel voller Freude auf ihre Umsätze schauen, kämpfen die Kaufhäuser (-9,4 Prozent) und die gesamte Textilbranche (-21,2 Prozent). Dementsprechend sehen die Zahlen des Bruttoinlandsproduktes aus. Fürs Gesamtjahr 2020 wird ein Minus von 5,4 Prozent angesetzt. Im 2. Quartal war es besonders schlimm. Im Vergleich zum Vorjahr hat der BIP minus 11,3 Prozent betragen. Der private Konsum erreichte hier auch einen Negativrekord von – 13 Prozent. Aufs gesamte Jahr wird er bei ca. minus 5,9 Prozent landen. In Krisenzeiten ist Sparen angesagt.  Dementsprechend liegt die Sparquote bei 16 Prozent.

Und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Winter-Lockdown geht in die Verlängerung. Trübes Wetter, trübe Stimmung. Bei aller Besorgnis sollte der LEH dennoch stolz auf seine Zahlen schauen. Die Mitarbeiter haben auch bis an ihre Leistungsgrenze geschuftet und gezeigt, wie systemrelevant sie sind. Ein Lob freut da jeden Einzelnen. Jedoch haben sich viele Unternehmen auch schon sehr großzügig gezeigt und zahlten unterschiedlichste Coronaprämien an die Mitarbeiter aus.

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Fotos: Archiv Supermarkt-Inside

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