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Hygienemaßnahmen und Kommunikation – Mit Transparenz Vertrauen schaffen

Dieser Beitrag ist Teil 44 von 80 in der Serie Corona

Gastbeitrag:

Supermärkte die Hygienevorschriften einhalten schaffen vertrauen

Edeka Ueltzhöfer Heilbronn

Das aktuelle Bild der Lage in den Filialen beinhaltet für jeden mittlerweile vertraute Komponenten: Einweghandschuhe, Desinfektionsmittel, Fußbodenmarkierungen. Zur Gewährleistung der Sicherheit der Mitarbeiter und der Kunden setzt man auf Abstand und Hygieneschutz.

Wie Supermärkte die Hygienevorschriften umsetzen und ihren Kunden Einblick in die durchgeführten Maßnahmen gewähren, beeinflusst das Vertrauen der Verbraucher und hilft bei geschickter Umsetzung, Unsicherheiten zu beseitigen.

Die Schnittstelle zum Verbraucher

Schon beim Betreten der Filiale beginnt der Einsatz des Personals durch die Bereitstellung entsprechender Materialien. Gegebenenfalls finden auch Kontrollen und Beschränkungen der Personenzahlen statt. Ein weiterer Hotspot ist der Kassenbereich. Hier kommen die Kunden sich und den Mitarbeitern bis auf die Mindestdistanz nahe. 

Kontaktloses Bezahlen ist zum Glück inzwischen für die Mehrheit der Kunden zur Selbstverständlichkeit geworden. Wer als Verbraucher viel im Internet agiert, kennt die meisten digitalen Zahlungsmöglichkeiten und gebraucht sie ganz selbstverständlich: Die Kreditkarte wird beim Online-Shopping gerne genutzt und die gängigste Zahlungsmethode bei den Wettanbietern ist immer noch Paypal. Auch andere E-Wallets, wie Skrill oder Neteller sind heutzutage den meisten ein Begriff und finden vielfältige Anwendung bei unterschiedlichen Transaktionen vom Bezahlen von Streaming-Diensten bis zu Ingame-Käufen. 

Also fällt es der breiten Masse nicht schwer auch an der Supermarktkasse digitale Lösungen zu akzeptieren. Obwohl die Deutschen unlängst immer noch recht gerne mit Bargeld bezahlten, lässt die aktuelle Situation die ehemalige Vorliebe für die Münzen und Scheine in den Hintergrund treten. Das Desinfizieren der Bezahlsysteme ist wichtig und sollte für die Käufer gut sichtbar regelmäßig durchgeführt werden.

Aldi Süd

Sichtbarkeit der Reinigungsmaßnahmen

Neben der Sichtbarkeit der Reinigungsmaßnahmen ist auch ein entsprechender Hinweis in Form von schriftlichen gut sichtbar platzierten Mitteilungen sinnvoll. Kommuniziert man in solch nachvollziehbarer Form die Schritte, die die Filiale zum Schutz aller durchführt, kann das die Kundschaft beruhigen und das Vertrauen stärken.

Der Lebensmittelhandel hat für den Verbraucher eine wichtige Funktion: Nicht nur erstellt er aus einer Auswahl an Produkten ein Sortiment, das auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten ist, er vermittelt auch Informationen. Sei es im Bezug auf nachhaltige Erzeugung und Verarbeitung oder aktuell mit Hinblick auf gesundheitliche Aspekte – die Filiale überzeugt die Konsumenten durch bedarfsorientierte, transparente Kommunikation relevanter Informationen.

Lebensmittelsicherheit zum Schutz vor Gefahren für die menschliche Gesundheit, ist ein stets aktuelles Thema. Die Darstellung der Eigenkontrollsysteme und übergreifender Qualitätssicherungssysteme kann den in diesen Tagen besonders besorgten Verbrauchern helfen, sich in ihrer Konsumentscheidung kompetent beraten zu fühlen. Zugang zu verständlichen Informationen über den Ablauf von beispielsweise analytischen und sensorischen Produktkontrollen oder spezifischen Hygienekonzepten, kann Unsicherheiten beseitigen.

Foto: Bovend.de

Individueller Informationsstand

Die Käufer sind unterschiedlich gut informiert: Zwar wissen viele Bürger, dass die European Food Safety Authority (EFSA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) davon ausgehen, dass eine Übertragung des gefürchteten Corona-Erregers über Lebensmittel auf den Menschen nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand unwahrscheinlich ist. Jedoch bestehen bei vielen Konsumenten Zweifel. Laut Marta Hugas, Wissenschaftlerin der EFSA, deuten Erfahrungen mit Ausbrüchen, die durch verwandte Coronaviren wie SARS- und das MERS-Coronavirus hervorgerufen wurden, darauf hin, dass das Virus nicht durch den Verzehr von Lebensmitteln übertragen wurde. Somit folgert man, da nichts auf das Gegenteil hindeutet, dass das Coronavirus in dieser Hinsicht nicht anders sei. Bislang gibt es keine Berichte von Übertragungen durch Lebensmittel. 

Trotzdem bestehen bei vielen Leuten Zweifel. Die Frage nach einer möglichen Ansteckung über kontaminiertes Fleisch beunruhigte nicht wenige. Zwar können Coronaviren grundsätzlich nur im Zuge direkter Kontamination durch den Kontakt mit einer infizierten Person auf die Ware gelangen, doch die Kommunikation aktueller wissenschaftlicher Ansichten muss permanent fortgesetzt werden. 

Spritzschutz an der Theke

 Die besonderen Hygienemaßnahmen verdienen, in den Fokus der Aufmerksamkeit der Verbraucher gerückt zu werden: Fleischwaren sind durch einen Spritzschutz an der Theke vor Kontamination durch Kunden geschützt und Verkäufer verfügen über entsprechende Schutzmaterialien.

Insgesamt darf man davon ausgehen, dass die Erläuterung eines betrieblichen Hygienekonzeptes zur Vermeidung der Verbreitung des Corona-Virus das Potenzial hat, die vertrauensvolle Beziehung zwischen Kunde und Filiale zu stärken. Natürlich ist es wichtig, dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen und überprüfbar sind. Ein aussagekräftiges Konzept und sichtbar vollzogene Maßnahmen zeigen dem Kunden, dass er in guten Händen ist.

Edeka Dominik Silberhorn

Appell an die Mitwirkung

Auch die eigenverantwortliche Unterstützung der individuellen Sicherheit durch jeden einzelnen Kunden, kann durch einen freundlich formulierten Aufruf angesprochen werden. Eine solche Aufforderung kann enthalten:

Die Niesetikette zu beachten

Entsprechende Materialien wie Handschuhe und Masken ordnungsgemäß zu verwenden,
  sodass sie ihren Zweck erfüllen

Den Mindestabstand zu respektieren

Entsprechende Markierungen und Hinweise zur Kenntnis zu nehmen 

Maßnahmen des Personals als Hilfestellung zu verstehen und nicht als Beschränkung

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Das Personal unterstützen

Die Mitarbeiter waren turbulenten Entwicklungen ausgesetzt. Von plötzlichen Anstürmen, Hamsterkäufen und Lieferengpässen bis hin zu leeren Gängen zwischen den Regalen, haben sie Höhen und Tiefen durchgemacht. Die Kommunikation mit der Kundschaft hat zahlreiche neue und herausfordernde Qualitäten bekommen. Setzten viele Filialen zur Kontrolle der Kundenzahl zunächst professionelle Sicherheitskräfte ein, geht der Trend inzwischen dahin, die eigenen Mitarbeiter auch mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Eine Atmosphäre des Zusammenhalts und der Solidarität sind allerdings für die Beziehungen in der Belegschaft in Krisenzeiten besonders wichtig. Die Mitarbeiter müssen wissen, dass sie Rückhalt haben. Die klare interne Kommunikation, sowohl in puncto Hygienemaßnahmen, als auch bezüglich des Umgangs mit den Verbrauchern, ist essenziell. So erschafft man trotz schwieriger Zeiten, die bestmögliche Einkaufserfahrung für den Kunden.

 

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Beitragsbild: https://pixabay.com/de/photos/handdesinfektion-desinfektion-4954840/

Content: Sunset Digital GmbH

 

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