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Händler werden gemolken

Die neue Umsatzsteuer

Nicht überall in Europa sprudeln die Steuereinnahmen aufgrund der guten wirtschaftlichen Situationen so üppig, wie in Deutschland. Nur wenige Staaten produzieren seit Jahren Haushaltsüberschüsse. Dann aber an Sparen zu denken, scheint für die allermeisten Regierungen ein Fremdwort zu sein. Statt dessen hat man Lebensmittelprodukte und deren Händler als Einnahmequelle entdeckt. Sind das dann in der Mehrheit ausländische Produkte oder Händler, gibt es kein Halten mehr. In den östlichen Ländern der EU sind diese Trends schon seit Längerem zu beobachten. Für die Überziehung von gesetzlich begrenzten Zahlungszielen oder MHD-Vergehen werden mit unter schon mal Millionenstrafen fällig. Der neueste Coup läuft derzeit wieder mal in der Slowakei. Lebensmittelhändler mit mehr als 10% Food Umsatz dürfen jetzt 2,5% auf Ihren Umsatz an den Staat abdrücken.

Der Kunde zahlt

In der Wirkung ist diese Steuer nichts anderes als eine Umsatz- oder Verbrauchssteuer. Die Umsetzung in höhere Verkaufspreise kann nur unmittelbar erfolgen. Alles wird 2,5% teurer und zwar ab sofort. Der Kunde zahlt und zwar überall. Nahezu 100 % des slowakischen Handels sind in ausländischen Händen, wie Tesco, Lidl, Kaufland und Rewe und diese Händler werden nun zum Steuereintreiber. Das ist nicht schlecht gedacht. Schließlich schröpft der Gesetzgeber die übermächtigen Ketten, die sich scheinbar dumm und dusselig verdienen. Dabei ist der Wettbewerb gerade in diesen Ländern sehr hart, da massiv um langfristig hohe Marktanteile gerungen wird. Erst haben sie sehr viel Geld investiert und neueste Läden gebaut, um Lebensmittelsicherheit gerungen und heimische Produkte gefördert, jetzt werden sie gemolken. Vielerorts müssen wir in Deutschland neidisch auf deren tolle Läden schauen. Bei uns haben diese meist ein viertel Jahrhundert mehr auf dem Buckel.

Und der Westen?

Bleibt der Kunde ruhig und gehen die Händler nicht reihenweise Pleite, kann dieses System auch erfolgreich bei uns funktionieren. So manche Staaten in Westeuropa sind genauso klamm und werden im LEH ebenfalls von einigen wenigen Ketten dominiert. Warum sollte man dann diese Idee nicht auch hier aufgreifen. Fließen die Steuereinnahmen in Deutschland irgendwann mal weniger, wäre dies doch ein tolles Modell, um das ungeliebte Sparen zu umschiffen. Der Kunde würde zwar murren, aber Lebensmittel sind in Deutschland im europäischen Vergleich eh sehr günstig. Hohe Produktivitäten bei den Produzenten und den Händlern wecken halt Begehrlichkeit.

 

Wie ist eure Meinung? Färbt diese Vorgehensweise auch auf Deutschland ab? Schreibt uns auf Supermarkt Inside oder unserem Facebook Account.

Bilder: Archiv Supermarkt Inside

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