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Rewe, Aldi und Lidl legen in Österreich Fairness-Eid ab

  • Rewe, Aldi und Lidl legen in Österreich Fairness-Eid ab

Unternehmerisches Wohlverhalten ist angesagt

Die Österreicher setzen ein Zeichen und wollen mehr Fairness zum Schutz der Landwirte. Ihre Landwirtschaftsministerin kämpft dabei nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene. Denn Elisabeth Köstinger ist amtierende EU-Ratspräsidentin und arbeitet aktuell an einem Kompromiss zur Richtlinie gegen „unfaire Handelspraktiken“(UTP). Da ist die unterzeichnete Branchenerklärung im eigenen Land ein toller Erfolg und ein großer Schritt in die richtige Richtung. Aber wozu genau hat sich der österreichische Lebensmittelhandel verpflichtet?

Die Österreicher legen Wert auf faire Geschäftspraktiken

Die Großen hatten sich alle versammelt, von Hofer, Lidl, Metro und Spar bis hin zu Rewe. Somit sind sich die wichtigsten Lebensmittelhändler unseres Nachbarn einig. Zwischen harten Verhandlungen und unfairem Verhalten ist es nur ein schmaler Grat! Da geht es nicht immer ordentlich zu. Und da will man gegen angehen, so Frank Hensel, Aufsichtsrat der Rewe International AG. Die Branchenvertreter unterzeichneten einen Vertrag mit sieben Verhaltensregeln. Außerdem wird eine Ombudsstelle eingerichtet. Diese Selbstverpflichtungserklärung zu fairen Geschäftsbeziehungen wird hoffentlich für mehr Fairness sorgen. Auf alle Fälle dürfte es aber den Standort Österreich sowie seine Kompetenzen in der Regionalität und Biodiversität stärken.

Auf EU-Ebene gehen die Diskussionen weiter

Spannend ist, dass manche Teile der Verpflichtungserklärung genauso Thema bei Verhandlungen in Brüssel sind. Elisabeth Köstinger ist optimistisch und sagt, sie stehen auch hier kurz vor dem Abschluss. Es geht um das „Auferlegen von überzogenen Anforderungen“ bei technischen Standards. Außerdem sollen Zertifizierungen unzulässig sein, wenn diese nicht zur Gewährleistung der Qualität „unerlässlich sind“. Anscheinend sind Berichterstatter Paolo de Castro und die Ministerin sich hier einig geworden. Spannend bleibt bei diesen UTP-Richtlinien jedoch der Anwendungsbereich. Werden die Richtlinien auf mittelgroße Unternehmen erweitert? Damit käme man dem Parlament entgegen. Aber nicht alles trifft auf positive Resonanz.

Umstrittenes „Boxen-Modell“

Die EU-Kommission sieht das von Köstinger vorgeschlagene „Boxen-Modell“ kritisch. Wo bleibt eine handhabbare Abgrenzung? Auch die Mitgliedstaaten haben sich noch nicht eindeutig positioniert. Ein Kompromissvorschlag aus Brüssel lautet, Lieferanten in den Schutzbereich der Richtlinie einzubeziehen, wenn sie 25 Prozent ihres Umsatzes mit dem jeweiligen Abnehmer erlösen.

 

Wie immer geht es spannend zu in der Lebensmittelbranche. In Deutschland genauso wie in Österreich und der gesamten EU. Was haltet Ihr vom Fairness-Eid. Unnötig oder war es schon längst an der Zeit, Zeichen zu setzen? Schreibt uns bei Supermarkt Inside oder auf Facebook, wie ihr die Situation einschätzt.

Fotos: Archiv Supermarkt-Inside

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