Globus

Metro und Globus sichern ihre Vermögenswerte in Russland.

Dieser Beitrag ist Teil 70 von 75 in der Serie Internationale Händler

Metro und Globus sichern ihre Vermögenswerte in Russland – Sondergenehmigung machte es möglich.

Bild: imago images

Nun ist es geschafft. Die beiden Handelsunternehmen Metro und Globus haben es erreicht, durch eine Sondergenehmigung, den Zugriff auf ihre Kapitalanlagen in Russland zu bekommen. Eine wichtige und positive Entscheidung für die beiden Konzerne, die in Russland hohe Vermögenswerte haben. Bei Metro stehen Werte von rund 2,4 Milliarden Euro in der russischen Bilanz, das 1,7-fache des Ebitda. Bei Globus liegen die Vermögenswerte bei ca. 1,7 Milliarden Euro. 93 Metro-Märkte gibt es in Russland, in Deutschland sind es mit 102 nicht viel mehr.

Globus betreibt in Russland derzeit 19 Märkte. Sie nennen sich dort „Globus Hypermärkte“. Die aktuelle Entscheidung des russischen Staates ist etwas Besonderes, ist es doch sehr problematisch, überhaupt in der aktuellen Krisensituation, Genehmigungen zu erhalten. Außerdem müssen bestimmte Auflagen, die das russische Finanzministerium auferlegt, erfüllt sein. Dazu gehört u.a. der Verbleib oder auch die Vorgabe, dass die Höhe einer Dividende nicht mehr als 50 Prozent des Nettogewinns vom Vorjahr betragen darf. 

Russland ist für Globus der Auslandsmarkt Nr. 1.

Für die Handelskette Globus ist der russische Markt der wichtigste neben dem Deutschlandgeschäft. Im letzten Geschäftsjahr 2021/2022 konnte der Konzern einen Erlös von 7,69 Milliarden Euro dort erzielen. Allein ca. 125 Millionen Euro unterlagen im letzten Geschäftsjahr der Devisenkontrolle, so dass nur eingeschränkt Transaktionen länderübergreifend möglich waren. So konnte das Geld nur für Kreditrückzahlungen oder für lokale Aktivitäten eingesetzt werden. Auf der anderen Seite ist es für Globus gut, durch die russischen Mittel weiterhin Schulden abzubauen, die vor allem durch die Real- Übernahmen entstanden sind.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 standen Verbindlichkeiten von 2,1 Milliarden Euro zu Buche, ein Plus von 650 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss von gut 105 Millionen Euro aus  2022 entspricht ca. die Hälfte des Konzernüberschusses vom letzten Geschäftsjahres. Das Vermögen hingegen wuchs auf stattliche 1,2 Milliarden Euro, wobei sogar die Kapitaleinlagen um knapp 20 Prozent auf 468 Millionen Euro zulegten. Das bedeutet, dass der Vermögenswert ca. das Vierfache des Konzernergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen beträgt.

Metro verliert stark im Jahresergebnis.

Der Metro- Konzern konnte im ersten Halbjahr des aktuelles Geschäftsjahres (Geschäftsjahr 30.09.) einen Sondergewinn von 207 Millionen Euro erzielen. Dies lag vorrangig an dem Verkauf des Metro– Campus. Jedoch fiel gleichzeitig ein Verlust (2021/2022) von knapp 300 Millionen Euro an. In der Düsseldorfer Zentrale wird die Krise auch ernst gesehen.  In einer  Pressemitteilung zum 1.Quartal des Geschäftsjahres 2022/2023 wurde im Februar von “steigenden Umsätzen in allen Segmenten außer Russland” berichtet: “Der russische Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Kaufzurückhaltung wirken sich negativ aus”. Bei Metro liegen die Vermögenswerte in Russland bei ca. 2,4 Milliarden Euro. 

Insgesamt ist die Situation westlicher Firmen in Russland sehr angespannt.

Neueröffnung Globus Dudweiler am 29.10.2022.

Erst vor kurzer Zeit hatte Russland per Präsidentendekret die Kontrolle über die Anteile der dänischen Brauerei Carlsberg und des französischen Lebensmittelkonzerns Danone an ihren russischen Tochtergesellschaften übernommen. Die Vermögenswerte sollen der Financial Times zufolge jetzt an Vertraute von Putin verteilt werden.

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