Praxis-Tipps

WLAN: Stationär geht Online

 

Kostenloses WLAN ist mittlerweile ein Muss für den stationären Handel.

Sie hängen ganz unscheinbar an der Decke. Und doch funken die Access-Points via WLAN uns ständig verlockende Signale. Zunächst bieten immer mehr Händler das kostenlose Surfen über ihr WLAN- Netz an. Nachdem die sogenannte Störer-Haftung weitgehend ausgeschlossen wurde, stimmen die Kunden den Nutzungsbedingungen zu und genießen dann den Service mit sehr unterschiedlicher Intensität. Teilweise erfolgt daher sogar eine zeitliche Beschränkung. Aber es geht um viel mehr.

Zum Beispiel Ikea macht es vor. Der Möbelgigant bietet den Kunden in den Einrichtungshäusern mit der hauseigenen App hohen Komfort. Nicht nur Informationen über das Produkt selbst werden nach dem Scannen der Etiketten an der Ware gegeben, sondern auch die Verfügbarkeit und der Lagerort werden angezeigt.

Kein WLAN heißt kein Preisvergleich möglich ist nur ein trügerischer Vorteil

Kostenfreies WLAN kann auch jeder kleine Händler, und er sollte es auch machen. Denn Geschäfte ohne WLAN fallen mittlerweile auf. Eins ist wohl klar: Die Kunden vergleichen ohnehin.

Auch in den USA schon weit verbreitet ist Indoor bzw. Instore- Navigation. Der Kunde kann so schneller an seinen Wunschort geführt werden (und man spart sich das Personal). Die beiderseits lästigen Fragen „Können Sie mir bitte sagen, wo ich dies und das finde“, entfallen. Dieser ‚Service‘ eignet sich insbesondere für größere Formate mit sehr umfangreichen Sortimenten.

Den Kunden in den Laden locken

Um den Kunden selbst zu orten, kommen mehrere Techniken oder die Kombination aus verschiedenen Technologien zum Einsatz. Vielversprechend  kam dann auch die Beacon-Technologie über den großen Teich. Fast drei Millionen Menschen nutzten in Deutschland die Bonus-App Shopkick. Doch die US-Mutter will sich nur noch auf den Heimatmarkt konzentrieren. Mit der Shopkick-App konnten Nutzer Bonuspunkte z.B. für das Betreten von Geschäften sammeln, getrackt wurde per Beacon oder Ultraschalltechnologie. Eigentlich eine tolle Idee. Irgendwie scheint es manchmal so, als hätten es manche Innovationen bei uns in Deutschland schwer, auch und wegen solcher starken Programme wie Payback.

Die „Lebensmittler“ sind noch nicht ganz so weit.

Zum Pflichtprogramm jedes stationären Händlers sollte es aber inzwischen gehören, bei Google Maps mit einem selbst gepflegten Eintrag vertreten zu sein. Öffnungszeiten, exakte Lage und Kontaktmöglichkeiten stellen die Basis dar. Auch das ist aber noch nicht immer so, wie wir schon mehrfach erfahren mussten.

Ein wichtiges Thema sind immer die Kosten einer technischen Installation. Viele Händler haben zusätzlich ein physikalisches Problem: Die Bauweise der Einzelhandelsburgen mit Stahlbeton sperren die Kunden in einen faradayschen Käfig ein. Also kein Funkempfang und dann auch noch kein WLAN?! Leider sind die flächendeckenden Installationen nicht ganz billig. Umso größer die Fläche, umso mehr Access-Points. Damit sind die Großflächenbetreiber der Handelsketten klar im Nachteil. Und richtig werben damit kann man erst, wenn es auch überall vorhanden ist. Die SB-Warenhausbetreiber könnten es aber am ehesten gebrauchen.

Neben den vielen Fantasien zu den neuen Möglichkeiten gibt es die praktischen Hilfsmittel, wie ein teilbarer Einkaufszettel in der händlereigenen App. Hier können natürlich auch die ortbezogene Werbung, Rezepte (wahrscheinlich mit den Produkten aus dem Geschäft) und einiges mehr einen Zusatznutzen für den Kunden bieten. Und natürlich für den Händler. All dies funktioniert aber eben nur, wenn ein Gratis-WLAN angeboten wird.

Und dann eröffnen sich auch die anderen Möglichkeiten: Mobile Couponing oder Omni-Channel um nur einige zu nennen.

Es bleibt spannend bei diesem Zukunftsthema. Wie werden sich die Konzerne die neuen Technologien zunutze machen. Welche Nischen könnten sich bei ganz bewusster Nutzung durch die Selbstständigen auszahlen.

Gibt es bei euch im Markt ein kostenloses WLAN und wie ist die Resonanz bei der Kundschaft? Bitte gerne kommentieren, danke.

Foto: SMI

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