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Der Großflächentod per Gesetz

Zeit zum Einkaufen

Verkaufsflächen mit knapp 10 000 qm oder einfach Großflächen haben es seit Jahren schwer; nicht nur in Deutschland, sondern in allen hoch entwickelten Staaten dieser Welt. Dabei ist diese Verkaufsstruktur noch gar nicht so alt. Vor etwas mehr als 50 Jahren ist dieses Flächenkonzept von Amerika auch nach Europa geschwappt.

Kaufland Neueröffnung NSU 1984

Tausende Kunden täglich haben in Ihren Anfangszeiten diese Läden gestürmt. Die Gründe waren simpel. Es gab riesige Sortimente, natürlich alles in Selbstbedienung. Lebensmittel kamen aus allen Regionen dieser Welt. Ananas, Mango und Litschi Sonderaufbauten bei Obst und Gemüse, Argentinische Rindersteaks und Kobe in der Fleischabteilung. Sushi und Ländersortimente aus Gegenden, die die wenigsten Kunden je gesehen haben. Und es gab Verkaufspreise, die unschlagbar waren. Manche Händler haben sich damit ein richtiges Preisimage für bestimmte Warengruppen aufgebaut. Da ist der Kunde auch schon mal 50 Kilometer für den Fleischeinkauf gefahren und hat für Hunderte Mark den Einkaufswagen gefüllt. Die goldenen Zeiten für Großflächen. Hätte da nicht die gewaltige Expansion des Discounter, wie Aldi und Lidl eingesetzt, würde dies auch lustig weitergehen. Mittlerweile wandern aber über 40% des LEH Umsatzes in deren Kassen. Plötzlich standen die Großflächen mit dem Rücken zur Wand.

Sonderangebote und Freizeitgestaltung

Statt Dauerniedrigpreis Konzepte punkten die Großflächen mit Sonderangeboten und Bespassungen auf der Fläche. Je trauriger die Umsätze der Real-, Tesco– und Carrefour-Betriebe wurden,  desto verrückter wurde gepowert. Halbe Schweine zu Schweinepreisen, kartonweise Konserven und Joghurtsteigen 1 plus 1 Gratis oder Top-Marken zu Verschenkpreisen oder billiger. Der Preis regierte die Welt. Zunächst ging dieses Konzept auch auf. Bis es alle machten. Heutzutage vergrößern die Discounter auch noch ihre Sortimente und machen regelmäßige Sonderangebote.

Der französische Großflächenbetreiber Intermarche hat es dann im letzten Jahr in Europas Nachrichtensendungen geschafft. Er hat das 950 Gramm Nutella mit 70% !!! Rabatt angeboten. Seine angestachelten Kunden haben sich so darauf gestürzt, dass tumultartige Auseinandersetzungen  in seinen Läden entstanden. Was tut man nicht Alles, wenn die Umsatzentwicklung krankt.

Der Gesetzgeber handelt

Seit 1. Januar gilt in Frankreich für Werbungen aller Art maximal 34% billiger, mindestens 10% Handelsaufschlag auf den Einkaufspreis und maximal 25% Aktionsanteil pro Artikel und Jahr. Die Zeiten der üppigen Kunden Vorratshaltungen gehen damit zu Ende, weil der Bevorratungsgrund abhanden gekommen ist. Aber warum soll dann der Kunde Meilenweit zum nächsten SB Warenhaus fahren? Nur noch wegen deren langweiligen Bespassungen? Viel Zeit kostet ein solcher Einkaufstrip allemal. Qualität in Beratung und Service bekommt damit eine neue Dimension. Differenzierung im Sortiment und Einkaufsatmosphäre werden wichtiger, denn je. Gastronomie mit Pommes-Gestank und Bierhallencharakter geht nicht mehr. Wahrscheinlich werden aber nicht alle Marktteilnehmer diesen Wandel überstehen. Auch in Deutschland wird die Luft immer dünner. Es gibt noch erfolgreiche Großflächenbetreiber, die ihr Geschäft verstehen und authentisch sind. Der Gesetzgeber kann mit Sicherheit nicht wirklich helfen.

Was haltet Ihr von solcher Einflussnahme? Schreibt uns auf Supermarkt Inside oder unserem Facebook Account.

Bilder: Archiv Supermarkt Inside

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