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Real-Deal: Wer beliefert die Reste von Real?

Lieferpartner für restliche Real SB-Warenhäuser werden noch gesucht – Rewe und RTG bewerben sich.

Nicolas Kersten Real in Heinsberg

Bereits zum 30. Juni diesen Jahres sollen die letzten 58 Real- Filialen an das Family Office von AC Tischendorf wechseln, einem Restrukturierungsexperten aus Frankfurt. Jedoch gibt es bis dahin für die SCP noch viel zu tun. Denn zur Zeit betreibt die SCP noch ca. über 150 Real-Betriebe und für einige fehlen noch nach wie vor die definitiven Nachbetreiber und Lieferanten. Demzufolge werden die nächsten 4 Monate im Real-Deal für die Macher der SCP nochmals besonders anspruchsvoll und spannend. Hinzu kommt noch, dass die Sanktionen gegen Russland im Ukrainekonflikt auch die russische SCP durchaus treffen könnte.

Noch- Eigentümer SCP sucht für die letzten Real SB-Warenhäuser noch einen guten Lieferpartner

Der aktuelle russische Finanzinvestor und Noch- Eigentümer SCP sucht für die letzten Real SB-Warenhäuser noch einen guten Lieferpartner. Hier gibt es Interesse von Rewe und der RTG. RTG steht für „Retail Trade Group“ und setzt sich laut Website für „mehr Wettbewerb im Lebensmittelhandel“ ein. Hinter dem Joint-Venture verbergen sich die Handelsunternehmen Real, das Großhandelsunternehmen Bartels-Langness, der Lebensmittelhändler Bünting, die Discounter-Kette Netto ApS, das Lebensmittelunternehmen Klaas & Kock, der Einzelhändler Georg Jos. Kaes (auch bekannt unter V-Markt) und der Großhändler Metro. 2017 wurde RTG gegründet, weshalb Real Teil der Gruppe ist. Später stießen die Supermarktkette Tegut, das Einzelhandelsunternehmen Globus und die Drogeriekette Rossmann dazu, mittlerweile umfasst das Bündnis zehn Mitglieder.

Die Frage der Belieferung hätte schon geklärt sein müssen…

Eigentlich hätte die Frage der Belieferung schon Ende Januar geklärt sein sollen, bis jetzt gibt es aber wohl doch noch keinen unterschriebenen Vertrag. Die beiden Top- Bewerber sind also Rewe und die RTG Gruppe. Wer von den beiden nun vom Kartellamt die Genehmigung erhält, ist noch offen und wird geprüft.

Die RTG ist eine echte und ernst zu nehmende Konkurrenz für Rewe, da RTG auch bei einem OK seine Investitionen für eine Belieferung erhöhen wollen. Hier bleibt abzuwarten, wie später eine Vergütung der Belieferungsdienstleistung genau aussieht. Das Kartellamt fährt bisher eine klare Linie.

Tischendorf braucht für die knapp 60 Real-Märkte mit ca. über 1 Milliarde Euro Umsatz einen nationalen starken Liefer-Partner.

Da Globus als Mittelständler  durch seine Übernahme von bisher 16 Real- Märkten (genehmigt sind 26 vom Kartellamt) mindestens 200 Millionen Euro zusätzliches Beschaffungsvolumen hinzugewinnen konnte, sind hier alle Auflagen erfüllt. Sicher ist, dass der neue Eigentümer Tischendorf davon ausgeht, einen guten und verlässlichen Partner für seine verbliebenen Real- Märkte bekommt. Denn Rewe, wie auch die RTG Group sind im gesamten Bundesgebiet von Übach- Palenberg im Westen bis hin zum Süden in Traunstein. Auch ist der Osten gut abgedeckt.

Einiges spricht auch für Rewe die schon z.b. viel Erfahrung mit HIT und Wasgau haben und zusätzlich noch etwas vom Real-Kuchen abbekommen wollen…

Einiges spricht auch für Rewe, die im Handel eh schon als verlässlicher Partner gelten, was mit der nationalen starken Präsenz zu tun hat und den klaren und einheitlichen Strukturen. Edeka hatte an einer Kooperation für eine Belieferung bisher kein Interesse gezeigt.

Für Rewe wäre der Zuschlag für die Zusammenarbeit zur Belieferung eine gute Chance, die Real- Märkte genauer und besser kennen zu lernen. Viele Fachleute gehen davon aus, dass mittelfristig auch die restlichen Real- Häuser noch an neue Besitzer gehen könnten. Aktuell hat Rewe bisher eine Real- Markt übernommen.

 

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Bilder: Archiv Supermarkt-Inside

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