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Real-Deal: Rewe neuer Einkaufspartner von “Rest-Real”!

Rewe darf nun bei Real liefern….

Real-Deal: Erst in der ersten Woche im März diesen Jahres hatte das Bundeskartellamt die Übernahme der restlichen 63 real-Standorte durch den Investor Dr. Tischendorf unter Beteiligung des ehemaligen real-Managements freigegeben. Seinerzeit stand noch nicht fest, unter welchen Auflagen und Vereinbarungen die Lieferbeschaffung zugestimmt werden kann. Nun sieht das Bundeskartellamt keinen Anlass mehr für ein Verfahren gegen eine geplante Einkaufskooperation der Käufer mit der Rewe.

Es ging in erster Linie immer darum, ob für den Fortbestand der 63 Standorte eine Einkaufskooperation mit Rewe zwingend ist und nicht doch auch mittelständische Unternehmen berücksichtig werden sollten. Nun ist es offensichtlich so, dass kein anderes tragfähiges Modell zu finden war, dass die restlichen Real- Standorte sichern kann.

Die RTG-Einkaufskooperation war der stärkste Wettbewerber von Rewe bei diesem letzten Real-Deal.

Es hatten sich immerhin verschiedene LEH- Firmen, die auch der mittelständischen RTG– Einkaufskooperation angehören, mit dem Thema beschäftigt. Die sechs Handelsunternehmen real, Bartels-Langness, Bünting, Netto ApS, Klaas & Kock und Georg Jos. Kaes gründeten im April 2017 die “RTG Retail Trade Group” mit Sitz in Hamburg. Aktuell zählen zu der RTG auch Rossmann, tegut und Globus dazu. Als Nebenbestimmung hatte das Kartellamt zur fusionskontrollrechtlichen Freigabe vorgesehen, dass real-Standorte mit einem Food-Beschaffungsvolumen von mindestens 200 Mio. € an mittelständische Wettbewerber veräußert werden sollten.  Dieses Abgabevolumen wurde inzwischen nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten. Es ist also akzeptabel, dass Rewe durch die Einkaufskooperation mit dem real-MBO sein Beschaffungsvolumen im Lebensmitteleinzelhandel weiter erhöht.

Zum Hintergrund:

Der Investor SCP, der von dem russischen Investmentunternehmen Sistema kontrolliert ist, hatte die gesamten ehemals 276 real-Standorte von der Metro erworben und in den vergangenen zwei Jahren vorrangig an die Schwarz- Gruppe- Kaufland, Edeka und Globus weiter verkauft.

Das Bundeskartellamt führte hinsichtlich des Erwerbs durch Edeka und Kaufland Ermittlungen zur Absatz- und Beschaffungsseite durch. Es wurden dann wettbewerbliche Bedenken für mehrere regionale Absatzmärkte festgestellt, so dass nur ein Teil der Standorte übernommen wurde. Auf der Beschaffungsseite, also dem Verhältnis des LEH zu seinen Lieferanten, hat das Amt die Übernahmen von Standorten durch Edeka und Kaufland mit der Auflage verbunden, dass Standorte mit einem Beschaffungsvolumen von mindestens 200 Mio. Euro an mittelständische LEH-Firmen abgegeben werden. Der Erwerb eines Standortpakets durch Globus war seinerzeit wettbewerblich unproblematisch. Zusätzliche Verkäufe ehemaliger Real- Filialen durch Kaufland und der Edeka in den vergangenen zwölf Monaten sind innerhalb der Monatsfrist freigegeben.

Am 1.7. 2022 übernimmt das Family Office des Investors Sven Tischendorf, Real!

Nun werden zum 1. Juli 2022 vom Family Office des Investors Sven Tischendorf die restlichen Real- Märkte auch offiziell übernommen und unter dem alten Namen weitergeführt. Mit der Kooperation mit Rewe ist ein weiterer wichtiger Schritt gegangen, um die Zukunft der letzten Real- Standorte zu sichern. Ob es allerdings langfristig möglich ist, ein SB-Warenhausunternehmen mit einer so geringen Umsatzleistung langfristig im Rennen der Großen zu halten, wird die Zeit zeigen. Wir freuen uns auf jeden Fall darüber, dass für die letzten 63 Real Märkte und deren tausenden Mitarbeiter die Perspektive klar ist.

Was haltet ihr von dieser offensichtlich letzten Geschichte im Real-Deal? Schreibt uns bitte indes eure Meinung auf Supermarkt-Inside.

 

Bilder: Archiv Supermarkt-Inside

 

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