Werbung

Hat die Prospekt-Verteilung bei Rewe, Edeka und co. noch Zukunft?

Die Bedeutung digitaler Kommunikation und Werbung wächst rasant.

„Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“. Viele kennen diesen Satz, der besonders in der Werbewelt mehr an Bedeutung gewonnen hat. Der Handel – ob kleine, mittlere oder große Unternehmen – muss sich dieser neueren Herausforderung stellen und seine Marketingaktivitäten anders ausrichten. Die Werbeverweigerung insbesondere in Form der Ablehnung von Prospekten und Flyern stetig zu (Beispiel „ bitte keine Werbung“ an Briefkästen oder Hauseingängen). Das Umweltbewusstsein der Konsumenten, steigende Verteilkosten und der Anstieg der Werbeverweigerer macht ein Umdenken notwendig.

Das Prospekt im „Marketingmonitor“

Das EHI in Köln hat im letzten „Marketingmonitor“ das herkömmliche Werbeprospekt erstmals infrage gestellt. Das Ergebnis: Ca. 43 Prozent der befragten Marketingverantwortlichen wurden Ausgaben für Werbemaßnahmen erhöht oder sind stagniert. Im Gegensatz dazu müssen 56 Prozent mit kleinerem Budget auskommen. Gedruckte Werbung ist auch aufgrund einer längerer Vorlaufzeit kostenintensiver und stehen dadurch im Ranking der Marketingmaßnahmen nur noch an zweiter Stelle. Ca. 30 Prozent des Werbeaufkommens fließen in spezifische Maßnahmen, wie z.B. Flyer, Prospekte oder regionale Zeitungsanzeigen.Ca. 34 Prozent machen aktuell schon digitale Werbungen aus, wie z.B. SEO, Einsatz von Social Media oder andere digitale Prospektformate. Der Vorteil dieser digitale Formate ist, dass Kunden direkter angesprochen werden können, was u.a. auch ein Wettbewerbsvorteil sein kann. Die Prognose der Befragung an Marketingprofis sagt eine Steigerung hier von ca. 4 Prozent voraus, während bei den herkömmlichen Prospekten mit weiteren Rückgängen zu rechnen sei.

Hier muss allerdings auch auf die verschiedenen Branchen geachtet werden. Im LEH z.B. wird das Prospekt immer noch am meisten eingesetzt und verliert hier weniger an Bedeutung als in anderen Branchen. Bei DIY und Möbeleinrichtungsmärkte wird mit einem Bedeutungsverlust von 22,8 Prozent, bei Mode und Accessoires mit 38,1 Prozent und bei Hobby und Freizeit von 41 Prozent gerechnet. Jedoch verändert sich auch im LEH das Kundenverhalten, demzufolge gewinnen Plattformen wie KaufDa und MeinProspekt weiterhin enorm an Bedeutung.

Foto@Adobestock

Digitale Werbemaßnahmen haben durch die Corona- Pandemie noch mehr an Fahrt aufgenommen

Fakt ist, dass die ganze digitale Welt und damit auch die digitalen Werbemaßnahmen durch die Corona- Pandemie noch mehr an Fahrt aufgenommen haben. Der entscheidende Vorteil ist, dass die Kommunikation mit dem Kunden auf digitalem Wege am einfachsten und auch am günstigsten ist. Kurzfristige Änderungen beim Händler, wie z.B. eine neue Öffnungszeit, eine Einzelaktion o.ä. sind schneller und problemloser an Kunden zu vermitteln, als es ein Prospekt tun könnte. Einer Studie des EHI zufolge sehen über 70 Prozent die digitale Kommunikation als wichtigsten Faktor, an zweiter Stelle mit 60 Prozent folgen Effektivität und Effizienz, an dritter Stelle die Personalisierung der Bedeutungsliste.

Foto: Bonial

Das bedeutet auch, dass die Kundschaft noch stärker als bisher, in das Zentrum der Maßnahmen rückt, was auch 75 Prozent der Befragten aussagten. „Customer Centricity“ (deutsch: Kundenzentrierung, Kundenorientierung) beschreibt einen grundlegenden Perspektivwechsel – von der Fokussierung auf Unternehmen und deren Angebote hin zur konsequenten Fokussierung auf Konsumentinnen und deren Bedürfnisse) entwickelt sich von der Massenkommunikation über regionale und lokale Kommunikation bis hin zur Personalisierung.

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Bilder: Archiv Supermarkt-Inside

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