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IKEA verabschiedet sich nach 70 Jahren von seinem Katalog

Die veränderte Medien-Welt macht auch vor Ikea nicht halt.

70 Jahre lang war der jährliche IKEA-Katalog das elementare Werbemedium des schwedischen Möbel-Giganten. Millionen Kunden haben sich im Herbst all die vielen Jahre gefreut, wenn der bunte kostenlose Katalog im Briefkasten lag, das ist jetzt vorbei.

IKEA Online Katalog Bildschirmfoto vom 13.12.2020

Jetzt stellt der Möbelriese die Produktion seines gedruckten Katalogs ein.

IKEA begründet das Aus mit dem veränderten Medienverhalten der Kunden. Offensichtlich wollen die Schweden jetzt noch stärker auf das Online-Marketing setzen.

Nach 70 Jahren verzichtet Ikea nun auf seinen gedruckten Katalog demzufolge wollen die Schweden künftig vor allem auf digitalen Wegen werben. So informierte Ikea Deutschland in den letzten Tagen.

Die Entscheidung der IKEA-Macher ist eine logische Folge des veränderten Medienkonsums und Verbraucherverhaltens. 1998 brach für das IKEA-Werbebuch jedoch die digitale Phase an: 1998 wurde der Katalog erstmals ins Internet gestellt. Einige Jahre später wurden dann der gedruckte und der digitale Katalog zeitgleich veröffentlicht. Die PDF Variante war wohl nicht besonders komfortabel aber es war der erste Schritt in die Digitalisierung.

Foto: Wikipedia CC BY-SA 3.0

200 Millionen jährliche Exemplare – tausende qkm Wald!

Der IKEA-Katalog wurde im Jahr 2016 mit einer Rekord-Weltauflage von 200 Millionen Exemplaren in 32 Sprachen produziert. In Deutschland wurden 2019 noch 23 Millionen Kataloge kostenlos in die Haushalte verschickt. Der aktuelle und wohl letzte Katalog hat immerhin noch eine Auflage von 8,5 Millionen Stück.

In der Corona-Pandemie hat Ikea seinen Online-Umsatz stark gesteigert. Demzufolge kletterte der Anteil des im Internet erzielten Umsatzes im Geschäftsjahr 2019/2020 von 9,4 auf 16,2 Prozent. Und im laufenden Geschäftsjahr ist diese Entwicklung definitiv ungebremst.

Auch im deutschen LEH wurde das Print-Werbevolumen in den letzten Jahren deutlich reduziert. Viele Supermarktbetreiber haben mittlerweile die klassische Wochen-Werbung um alternative Online-Werbeformate ergänzt.

Digitale Angebotsplattformen wie kaufDA und MeinProspekt gewinnen jedoch immer mehr an Bedeutung und Relevanz für den Handel.

Ihr Vorteil: Sie können für alle Handelsbranchen passgenaue Werbeinhalte erstellen und ihren Nutzern diese an jedem Ort und zu jeder Zeit z.B. auf dem Smartphone anzeigen – ganz unabhängig vom Prospekt.

Also haben wir uns auf die erfolgreiche Suche nach dem Geschäftsführer von Bonial (kaufDA und MeinProspekt) Christoph Eck-Schmidt gemacht. Uns und die gesamte Branche interessiert, wie er die gesamte Entwicklung in der Print-Werbebranche einschätzt.

„Das Medium Print hat nach wie vor eine wichtige Funktion für den Handel“, sagt Eck-Schmidt.

Man sehe aber zunehmend, dass gedruckte Werbemittel die Menschen nicht mehr wie früher flächendeckend erreichen und die Zielgruppen im Vergleich zu digitalen Kanälen deutlich älter sind.

Zudem sind die Werbeverweigerungsquoten in den letzten zwei bis drei Jahren stark gestiegen. „Daher ist es wichtig, die Angebotskommunikation breiter aufzustellen und noch stärker als bislang auf digitale Kanäle zu setzen“, so Eck-Schmidt weiter. Denn hier sei die Nutzung gerade in den letzten Monaten stark gestiegen. Dabei sind neben den eigenen digitalen Angeboten der Händler (wie z.B. händlereigene Websites oder Apps) Plattformen wie kaufDA oder MeinProspekt, deren Content Werbung ist, der mit Abstand effizienteste digitale Kanal. „Da sehen wir in allen Branchen, die teilweise im Bereich der Angebotskommunikation schon komplett digitalisiert sind, das gleiche Bild – von der Immobilien- bis zur Jobbörse.“ 

Christoph Eck-Schmidt, Bonial International

Ein weiteres starkes Argument für digitale Plattformen sieht Christoph Eck-Schmidt in der hohen Flexibilität: „Händler können ihre Angebotskommunikation digital jederzeit kurzfristig anpassen und verändern, schnell andere Schwerpunkte setzen oder auf Angebote der Konkurrenz reagieren. Das ist ein absoluter Wettbewerbsvorteil in diesen schnelllebigen, unplanbaren Zeiten im Vergleich zum analogen Printprospekt. Auf diese Vorteile setzen immer mehr Händler. Daher ist es wichtig, den richtigen Mediamix aus Print, Digital und weiteren Kanälen für eine optimale Angebotskommunikation zu entwickeln.“

Was haltet ihr von dieser spannenden Entwicklung und wie reagiert ihr auf diesen veränderten Trend?

Bitte schreibt uns indes auf Supermarkt Inside oder bei Facebook.

Bilder: Archiv Supermarkt-Inside/Wikipedia CC BY-SA 3.0

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