Obst und Gemüse

Der Bananen Preis fordert immer mehr Opfer

Der Preis ist heiß

Der Lebensmittelhandel kämpft mit harten Bandagen um den besten Preis. Dabei gehen die Händler in der Preisgestaltung bis an die Grenzen und manchmal darüber hinaus. Denn aktuell verlieren die Discounter massiv an Marktanteilen gegenüber den Vollsortimentern, vor allem im Obst- und Gemüsesegment.

Aldi Süd hat mit seiner aggressiven Preispolitik bereits Anfang 2019 für einen Aufschrei in der Branche gesorgt. Sein Preis für Bananen fiel unter 1 Euro. Der Kunde zahlte für die beliebten gelben Früchte nur noch schlappe 99 Cent pro Kilo, oftmals sogar noch weniger. Durch diese Aktion mussten seine Mitbewerber ebenfalls die Preise senken. Besonders für Lidl war der Zeitpunkt äußerst schlecht gewählt. Der Neckarsulmer hatte nämlich versprochen, die Billig-Bananen aus seinen Filialen zu  verbannen. Es sollten nur noch fair gehandelte Bananen verkauft werden. Natürlich zu einem entsprechend höheren Preis. Doch der Crash-Preis von Aldi machte diesen Plan zunichte. Im Frühsommer erklärte Lidl den Transfair-Plan für gescheitert. Man hatte erkannt, dass der Großteil der Konsumenten die billige Banane will.

 

Kommen und Gehen in der Top-Ebene

In der Branche ist eine steigende Nervosität zu spüren. Das zeigen auch etliche personelle Wechsel in den Führungsebenen. Bereichsleiter Obst und Gemüse Markus Bobenhausen wechselt von Netto zu Rewe. Es dauert mehrere Monate, bis der Edeka-Discounter mit Daniel Bärdorf einen Nachfolger findet. Edeka Minden-Hannover verliert seinen langjährigen Obst und Gemüse Einkäufer Andreas Berg. Auch Kaufland bleibt nicht verschont, denn Dietmar Fröscher, ebenfalls Bereich Obst und Gemüse,verlässt das Unternehmen nach vielen Jahren.

Auch bei den Lieferanten geht das Wechsel-Spiel voran. Geschäftsführerin Christiane Bell verlässt BayWa, ihr folgt Benedikt Mangold in den Chefsessel. SanLucar trennt sich von seinem CEO Michael Brinkmann zugunsten von Gründer Stephan Rötzer.  Das Frucht-Imperium Greenyard hat immense Schulden und baut 400 Arbeitsplätze ab. Das Unternehmen kann eine größere Katastrophe nur abwenden, indem es seine Beschaffung und Logistik mit Groß-Händler Rewe zusammenlegt.

 

Mutter Natur mischt sich ein, Preis ich nicht alles

80 Prozent der Exportbananen kommen von den großen Bananenplantagen Süd- und Mittelamerikas. Anfang August wird die Pilzerkrankung Tropical Race TR4 in Kolumbien nachgewiesen. Die Seuche bedroht die gesamte Bananenproduktion. Befallen ist die Sorte “Cavendish”, die auch nach Deutschland exportiert wird. Ein Gegenmittel gibt es nicht, das Land hat den Notstand ausgerufen.  Für Verbraucher ist der Pilz jedoch ungefährlich, da er nur die Staude und nicht die Früchte befällt. Wenn allerdings große Lieferungen aufgrund der Krankheit wegfallen, könnten die Bananenpreise kurzfristig in die Höhe schnellen. Doch in der Frucht-Branche ist davon noch nichts zu spüren.

 

Die Preise gehen in den Keller, Händler unterbieten sich gegenseitig. Ist Geiz immer noch geil? Wer zahlt den Preis? Sag uns doch deine Ansicht auf Supermarkt Inside oder bei uns auf Facebook

Bilder: Archiv Supermarkt Inside

 

 

 

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