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LIDL: Mega-Projekt im Anmarsch, WAWI 2.0 soll kommen

Dieser Beitrag ist Teil 43 von 44 in der Serie Schwarz-Gruppe

LIDL mit neuem Warenwirtschaftssystem am Start. Der erfolgreiche Discounter startet eines der größten Technologie-Projekte aller Zeiten, die Umsetzung ist jedoch alles andere als einfach…

Bildrechte & Fotograf:Lidl

Bei der Schwarz– Tochter LIDL steht eine große technologische Veränderung an. Der Discounter will einen hohen, dreistelligen Millionenbetrag in ein brandneues Warenwirtschaftssystem investieren. Die neue spezielle Lösung soll als vorrangiges Ziel haben, die Filialen besser mit dem eigenen Onlinegeschäft zu verbinden und den Warenfluss deutlich zu verbessern. Gigantische 500 Millionen Euro hatte LIDL bereits ausgegeben, als 2018 das Projekt “Elwis” gestoppt wurde. Das auf SAP-Software basierende “elektronische Lidl Warenwirtschaftsinformationssystem“, „Elwis“, solle nicht weiter entwickelt werden. Stattdessen wollte man seine alte, hauseigene Lösung “Wawi“ voranbringen, die eigentlich von „Elwis“ abgelöst werden sollte. Laut Unternehmensseite hieß es damals, dass mit „Elwis“ die ursprünglich definierten strategischen Ziele nicht mit vertretbarem Aufwand” erreichbar sind.

Eines der größten Probleme sei der Wunsch nach Individualisierung gewesen, für den das standardisierte SAP-System nicht geeignet war. Unter anderem sollte das neue System den Aufwand für Stammdatenpflege deutlich reduzieren und Kennzahlenanalysen und Prognosen in Echtzeit möglich machen. In Österreich, Nordirland und den USA wurde das System bereits eingeführt, bis es dann doch gestoppt wurde. Mit der nun neuen Individuallösung will der Discounter besser für künftige Bedürfnisse gewappnet sein. Die App Lidl Plus und digitale Preisschilder können in Wawi Nexus eingebunden werden.

Statt auf SAP setzt LIDL auf eine eigene Individuallösung.

Nun also will LIDL mit einer eigenen Lösung aufwarten, was dann bei der hohen Investition “das größte Technologieprojekt in der Geschichte der Gruppe” ist. Für das Cloud-basierte System “Wawi Nexus” sei ein hoher dreistelligen Millionenbetrag vorgesehen. 100 Applikationen für über 120 Prozesse entlang der kompletten Lieferkette soll es abdecken und für eine bessere und effektivere  Verknüpfung der stationären Filialen mit dem Online-Geschäft sorgen.

Das neue System soll in zwei Jahren fertig sein, der Vorgänger dann bis 2030 abgebaut werden. Auf den Einsatz von Standardsoftware werde dabei verzichtet. An der neuen Individuallösung arbeiten die IT-Abteilungen von LIDL, die von der Schwarz Gruppe im letzten Jahr gegründete IT-Service-Tochter Digits und das deutsche Tech-Unternehmen Freiheit. Laut der Schwarz- Gruppe erklärte man, dass das System auf der Basis der eigenen Cloud Stackit konzipiert ist. Damit nutzt man nun eine state-of-the-art Cloud-Architektur mit Verwendung modernster Cloud-nativer Technologien.

Stackit wird seit 2022 vom Discounter als Cloud- und Colocation-Services auch Kunden außerhalb des Konzerns angeboten. Colocation setzt sich zusammen aus den lateinischen Begriffen „co“ (= zusammen, mit) und „lokus“ (= Ort). In einem Colocation-Rechenzentrum wird die Rechenzentrumsfläche demnach an Dritte vermietet, damit diese dort ihre eigenen Server betreiben können.

Projektstart von Wawi Nexus:

Zum Projektstart von Wawi Nexus habe man ausschliesslich Microsoft Azure genutzt, da wohl Stackit noch nicht so weit ist, um alle nötigen Prozesse vollständig abzubilden. Anfänglich werde das Unternehmen deshalb wohl nur einzelne Elemente auf Stackit speichern und weiterhin Drittanbieter nutzen. 

Diese Entwicklung ist für den Schwarz Gruppen Discounter ein weiterer Meilenstein, hoffen wir das der Leistungsfähige IT-Beriech der Unternehmensgruppe hier mit einem agilen Projektgeschäft zügig zum Ziel kommt. Die Wettbewerbssituation ist zur Zeit mal wieder sehr angespannt.

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Foto: Archiv Supermarkt-Inside

 

 

 

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